[Gedanken beim Rasieren] Meine zehn Minuten

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Meine morgendlichen zehn Minuten im Badezimmer lass ich mir nicht nehmen. Die zehn Minuten, in denen ich mich in aller Ruhe rasiere. Und zwar nur rasiere. Das was man sonst so im Bad erledigt (Körperfunktionen, Duschen, Reparaturarbeiten an sich selbst) sind da ausdrücklich nicht mit eingerechnet. In „meinen“ zehn Minuten wird nur rasiert, sonst nix. Und den Gedanken nachgehangen, die man beim Rasieren so hat. Wobei ich die Rasur ausdrücklich nicht zelebriere, sowas liegt mir nicht. Ich brauch kein Gedöns, um mir die Stoppeln aus dem Gesicht zu schaben. Ich mach ganz einfach, was ich will. Deshalb schätze ich diese zehn Minuten im Badezimmer so: Weil ich wirklich machen kann, was ich will.

In meine Morgenrasur redet mir niemand rein. Warum sollte das auch jemand tun? Ich rasier mich seit ein paar Jahrzehnten jeden Morgen, ich weiß mittlerweile ziemlich gut, wie ich die Barthaare unfallfrei so aus dem Gesicht bekomme, dass ich hinterher halbwegs präsentabel aussehe. Das mach ich nicht jeden Tag auf die gleiche Weise. Mal nehm ich diese Seife, mal jene. Gelegentlich greif ich zum Rasieröl. Heute nehm ich einen Dachshaarpinsel, morgen einen aus Kunstfasern. Okay, zum Abschneiden der Bartstoppeln nehm ich fast immer meinen Futur. Aber auch das ist MEINE Entscheidung. Das ist das Schöne an der Nassrasur: Erlaubt ist, was funktioniert. Man kann machen was man will.

Und deshalb wundere ich mich immer wieder, wenn sich in einem der Rasurforen jemand aufregt, dass sich ein anderer nicht so rasiert, wie er das für richtig hält. Ist doch Quatsch. Lohnt doch das Adrenalin nicht. Du bist in deinem Badezimmer und ich in meinem. In seienm Badezimmer ist jeder König. Und der König kann machen was er will. Das ist doch das Schöne. Auch wenn’s nur zehn Minuten am Tag sind.

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Eine Antwort zu [Gedanken beim Rasieren] Meine zehn Minuten

  1. AvatarFrank sagt:

    Das Leben kann einfach schön und so schön einfach sein!

    Erlaubt ist was gefällt und funktioniert.
    Und das kann so herrlich vielfältig. Der Weg ist das Ziel und am Ziel dann einmal angekommen überlege ich mir, morgen vielleicht dann doch einen neuen Weg zu beschreiten.

    In meinem Bad, da bin ich König!

    Besser kann man(n) es nicht umschreiben.

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