[Küchentipp] Lasst die Zwiebeln weg!

Es ist ungefähr ein Jahr her, dass ich meinen letzten Beutel Zwiebel gekauft habe. Der war – wie immer – nach ein paar Tagen alle, und seitdem ich den leeren Beutel in den Mülleimer befördert habe, hat sich das Essen, was ich tagtäglich zusammenkoche, entscheidend verbessert.

Wie? Was? Wie soll das gehen, Essenmachen ohne Zwiebeln? Was kommt als nächstes, Kochen ohne KüBi1? Nein, keine Sorge, beim Betreten meiner Küche mache ich nach wie vor halbautomatisch ein KüBi auf, und selbstverständlich mache ich noch Zwiebeln ans Essen. Geht ja nicht Ohne. Zwiebeln geben Geschmack, Körper, Bindung, Zwiebeln gehören in (fast) jedes Gericht. Es muss nur nicht mehr die hundsordinäre deutsche Speisezwiebel sein. Denn deren Qualität hat – das ist meine Erfahrung – in den letzten Jahren dramatisch nachgelassen.

Zwiebeln aus dem Supermarkt oder gar vom Discounter hab ich schon länger nicht mehr gekauft. Meist war die Hälfte des Beutelinhalts schon halb vergammelt, und die lose Ware, die man angeboten bekam, war auch nicht das Gelbe vom Ei: seifiger Geruch, penetranter. muffiger Geschmack… sowas hab ich nur sehr ungern ans Essen getan, und mittlerweile sind die Speisezwiebeln, die ich auf dem Markt angeboten bekomme, auch nicht viel besser. Weiß der Teufel, was die ZWiebel-Anbauer sich denken. Dass die Leute eh jeden Scheiß kaufen, egal wie er riecht und schmeckt.

Dabei geht es anders, und zwar ohne großen Aufwand. Wo ich früher „normale“ Zwiebeln genommen habe, nehm ich jetzt rote Zwiebeln. Frühlingszwiebeln. Oder Schalotten. Schon das Handling macht einen enormen Unterscheid. Rote Zwiebeln und Schalotten lassen sich deutlich einfacher pellen als die normale Ware, auch der vollreife Glitsch, mit dem sich die gealterte Zwiebel meinem Messer gern entziehen wollte, kommt bei Schalotten und roten Exemplaren nicht vor, und Frühlingszwiebeln müssen sowieso nur gewaschen und gescheibelt werden.

Geschmacklich ist’s sowieso besser: meine drei Ersatz-Zwiebeln schmecken grundätzlich feiner, delikater und edler als die, die ich nicht mehr kaufe. Okay, ich muss ein paar Cents mehr auf den Tisch des Händlers legen. Mach ich aber gern. Lohnt sich. Was denkt ihr?

  1. Küchen-Bier
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4 Antworten zu [Küchentipp] Lasst die Zwiebeln weg!

  1. AvatarChristian sagt:

    Wie, keine Zwiebeln mehr? Geht gar nicht, wollte ich schreiben. Aber dann habe ich fertig gelesen. Ok, andere Zwiebeln. Ist auszuprobieren. Was mich übrigens wahnsinnig macht, ist nicht Zwiebeln schneiden, sondern Zwiebeln schälen, das deutest du ja auch an. Dieses ewige Rumgefrickel. Wenn da nochmal jemand den goldenen Tipp hat, gerne her damit!

    • AvatarChris Kurbjuhn sagt:

      Materialfahrer-Methode: Oberste Zwiebelschicht mit abpellen.
      Alternative: Zwiebeln vor dem Pellen ca. 1 Minute lang in Schüssel mit kochendheißem Wasser legen, kalt abspülen, pellen.

    • AvatarRobert sagt:

      Vor dem Abziehen der Haut die Zwiebel halbieren.

  2. AvatarFrank Seyfried sagt:

    Das Problem sind nicht die Zweibelbauern, sondern der Großhandel.Alles, was gefragt ist, baut der Bauer an. Wenn der Großhandel aber den Preis drückt kann keine anständige Ware angebaut werden. Der Landwirt schaut morgens auf die Preise, die gezahlt werden und wenn die nicht stimmen, pflügt er die komplette Ernte unter.Für Äpfel werden beispielsweise 60 Cent das Kilo vom Handel gezahlt. Wie soll da eine alte, geschmacksreiche Sorte mit normalem Ertrag angebaut werden? Diese Äpfel kosten dann 3,50€ im Laden. Überall dasselbe, Fleisch, Obst, Gemüse,..

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