[Männeressen] Kartoffelsalat „Tornado“

Vor ein paar Jahren war ich in Melsungen, da stand in einem Lokal „Vitello Tornado“ auf der Karte. Was haben wir gelacht. Hab ich natürlich sofort bestellt, und natürlich kam auch „Vitello tonnato“ auf den Tisch, wie ich’s mir gedacht hatte. „Vitello tonnato“ hat natürlich nix mit Wirbelstürmen zu tun, das ist in dünne Scheiben geschnittenes Kalbfleisch mit Thunfischsauce, ein italienischer Vorspeisenklassiker. Ich ess das ganz gern, vor allen Dingen wegen der Thunfischsauce. Das dünne, kalte Kalbfleisch hat ja so gut wie keinen eigenen Geschmack, aber die Sauce aus Mayo, Thunfisch und Kapern, die hat richtig Wums, die macht Spaß. Neulich hab ich sie mal statt zu Kalbfleisch zu Kartoffelsalat ausprobiert. Meine Herren, das kann man machen. Das kann man wirklich machen…

Gehen wir erstmal einkaufen. Für 3-4 Beilagenportionen Kartoffelsalat braucht ihr:
2 bis 3 Pfund festkochende Kartoffeln
1 Dose Thunfisch1
200g  griechischen Sahnejoghurt
3 bis 4 Esslöffel Mayonnaise2
1 Glas Kapern3
1 Bund Frühlingszwiebeln
Tomaten (optional)
1 Bund Schnittlauch oder Petersilie
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und KüBi4 habt ihr hoffentlich zuhause.

Das Kochen selber ist so simpel, dass sich beinahe das Knacken des KüBi nicht lohnt, aber da wir uns eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen dürfen5, trinken wir erstmal eins an, bevor wir loslegen. Und loslegen sollten wir so zwei, drei Stunden, bevor wir den Kartoffelsalat essen wollen. Damit die Kartoffeln ein wenig abkühlen lassen, bevor wir sie pellen. Und damit der fertige Salat ein bisschen durchziehen kann, bevor wir ihn aufs Grillbuffet stellen. Also werden zuerst die Kartoffeln gewaschen, als Pellkartoffeln gekocht, abgedämpft und soweit abgekühlt, dass sie nur noch lauwarm sind. Dann könnt ihr sie pellen und in Scheiben schneiden.

Irgendwann zwischen KüBi 1 und KüBi 2 macht ihr die Salatsauce. Kapern und Thunfisch lasst ihr abtropfen6, ein paar Kapern legt ihr beiseite, den Thunfisch könnt ihr ein bisschen zerzupfen. Kapern, Thunfisch, Mayo und Joghurt kommen in eine Schüssel und werden mit dem Schredderstab atomisiert und vereinigt. Schmeckt das ganze mit Salz, Pfeffer und Cayenne ab, und dann könnt ihr die gepellten, in Scheiben geschnittenen Kartoffeln dazu geben. Das lasst ihr jetzt ein Stündchen oder so durchziehen.

Wenn’s Zeit zum Servieren wird, hackt ihr die zurückbehaltenen Kapern und das Grünzeug klein, schneidet die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe und scheibelt ein paar Tomaten, wenn ihr das mögt. Alles miteinander vermengseln, fertig. Mahlzeit!

  1. Nehmt bloß nicht den billigen, das ist geschmacksfreies Quälfleisch, legt ein paar Euronen auf den Tisch und kauft eine anständige Qualität, am besten in Olivenöl eingelegt.
  2. Wieder: Finger weg von der pappsüßen Billigmayo aus dem Glas. Wenn euch das Selbermachen von Mayo zuviel Action ist, schaut mal im Kühlregal oder in der Feinkosttheke, ob die ’ne fertige Aioli anbieten. In meinem Supermarkt gibt’s eine wirklich leckere Aioli, gelbe Packung, grüne Schrift, die nehm ich ganz gern
  3. Je kleiner, desto besser. Size matters umgekehrt bei Kapern.
  4. Küchen-Bier
  5. Eine gefährliche Unterhopfung muss auf jeden Fall vermieden werden
  6. Wenn der Thunfisch in gutem Oilvenöl eingelegt war, solltet ihr das auffangen und weiter verwenden.
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