[Männeressen] Red Beans and Rice – Louis‘ Leibgericht

Heute kochen wir eins der bekanntesten Gerichte der Cajun-Küche, gleichzeitig das Leibgericht von keinem geringeren als Louis Armstrong: Red Beans and Rice. Armstrong soll so in dieses Essen vernarrt gewesen sein, dass er seine Briefe gelegentlich mit „Redbeansandricely yours, Louis Armstrong“ unterzeichnete. Keine Sorge, ihr müsst jetzt nicht anfangen, wieder Oldschool-mäßig Briefe zu schreiben, E-Mails kann man auch so signieren. Wenn euch das Essen gefällt, wovon ich ausgehe.

Zuerst gehen wir, wie immer, einkaufen. Pro Nase brauchen wir:

1 kleine Dose Kidneybohnen
1 Paprika-Schote
1 Chilischote
1/2 Packung passierte Tomaten (Tomaten aus der Dose gehen auch)
eine Zwiebel
Knoblauch
Cajun-Gewürz (ersatzweise Kreuzkümmel und Oregano), Salz, Pfeffer, Olivenöl
und Reis, natürlich. Ohne Reis würde ja die Hälfte fehlen
und natürlich ausreichend KüBi1

Manchmal kann man sich das Einkaufen direkt sparen, zumindest ich hab das alles immer vorrätig. Man weiß ja nie…

Also, Kübi knacken, sinnig antrinken und loslegen. Paprikaschote putzen und in Streifen schneiden, Chilischote in Ringe 2 Zwiebel und Knoblauch werden geschält und geringt bzw. gescheibelt.

Jetzt bringen wir eine Pfanne an den Start bzw. auf den Herd, lassen Olivenöl darin schön heiß werden und schwitzen die kleingeschnittenen Gemüse an. Währenddessen brausen wir die Bohnen unter fließend Wasser ab3 und geben sie zusammen mit dem Cajun-Gewürz4 zu dem anschwitzenden Gemüsezeugs. Wir löschen das ganze mit den passierten Tomaten ab, salzen und pfeffern und lassen die Chose so fünfzehn bis zwanzig Minuten lang dicklich einpampen, bis sie ungefähr so aussieht.

Zwanzig Minuten bevor es so aussieht, haben wir natürlich den Reis aufgesetzt, so dass beides gleichzeitig fertig ist. Und eine Fleischbeilage müssen wir auch noch dazu machen, damit das Essen nicht ins Vegetarische ausartet. In Louisiana reicht man meist gebratene Andouille dazu, eine spezielle Cajun-Wurst. Die ist hierzulande nicht zu bekommen, aber eine schöne, scharfe CHorizo kommt der Sache ziemlich nahe5 Wer keinen Bock auf Wurst hat, brät sich ein schönes Kotelette. Oder ein paar Hähnchenschenkel. Geht immer. Das bringt man dann mit den Reis und den Bohnen zu Tisch. Als Getränk bietet sich Bier an. Aber wenn ihr ’nen Wein offen habt, der dringend weg muss… Warum denn nicht.

Das ist die „Quick-and-dirty“-Variante von „Red Beans and Rice“. Wer das Ganze etwas louisianischer haben möchte, der nimmt getrocknete Kidney-Bohnen, weicht sie über Nacht ein und kocht sie in einer Brühe weich, die man mit ’nem schönen Schinkenknochen6. Wenn die Bohnen fast weich und die Brühe fast verkocht ist, gibt man Paprikaschote, Chili, Zwiebel, Knoblauch, Gewürz und die passierten Tomaten dazu und lässt wie oben einpampen. Dann kann man auch die Nachfahren von olle Louis einladen, ohne dass sie sich beschweren. Und dazu legt man dann ’ne Platte von ihm auf. Mahlzeit!

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/qfuw3CZQuwk
  1. Küchen-Bier 
  2. Wer Sorge vor der Schärfe hat, lässt die Kerne weg. Da sitzen die Scharfmacher drin, Capsaicin, oder wie das Zeugs heißt. 
  3. Die Lorke, in der die Dinger schwimmen, ist nicht sehr appetitlich
  4. ersatzweise Kreuzkümmel und Oregano und was sonst noch so zur Hand ist
  5. Auf keinen Fall eine französische Andouille oder Andouilette verwenden. Das ist eine völlig andere Wurst, die sehr… gewöhnungsbedürftig schmecken kann. Finger weg!
  6. In Louisiana nehmen sie das Gerippe vom Sonntags-Schweinebraten.
Markiert mit , , .Speichern des Permalinks.

One Response to [Männeressen] Red Beans and Rice – Louis‘ Leibgericht

  1. Pingback: Das Ende von "Big Bang", ein Gokart mit Bohrmaschine und Motorroller in Taiwan - die Links der Woche vom 10.5. bis 16.5. | Männer unter sich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte nicht wundern: nach dem Absenden verschwindet Dein Kommentar einfach und wird erst nach Freischaltung durch uns sichtbar -- also nicht mehrfach absenden!