A Case of the Shakes – Hobelrasur mit dem Tremor

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Von meinem Vater hab ich einiges geerbt, manches erfreulich, manches unerfreulich. Zu den unerfreulichen Dingen gehört der „essentielle Tremor“, den er meinen Geschwistern und mir mit in den Gen-Pool gepackt hat. Mir zittern die Hände gelegentlich, manchmal weniger – wenn ich die Ruhe selbst bin – manchmal mehr – wenn ich mich aufrege oder mir jemand auf die Finger guckt. Da kann man nichts bis wenig machen, die gängigste Therapie sind Beta-Blocker. Das ist nix für mich, da zitter ich lieber ein bisschen vor mich hin als regelmäßig das Zeugs zu schlucken. Ich komm so ganz gut zurecht, die Zitterei ist im Alltag eher lästig als störend, und das meiste kann ich – es ist ein leichter Tremor – problemlos machen. Sogar die Rasur mit dem Hobel ist kein Problem für mich.

Der Merkur Futur

Das glauben mir übrigens viele Leute nicht. Meistens Menschen, die sich nicht mit dem Hobel rasieren. Denn für den Hobel braucht man nicht unbedingt eine so ruhige Hand wie zum Beispiel für das Rasiermesser. Wenn man einen schweren Hobel (zum Beispiel den Merkur Futur – seit ca. 20 Jahren mein Lieblingshobel) verwendet, spielen zittrige Hände fast keine Rolle. Man legt den Hobel auf die Haut, justiert den Winkel, strafft die Haut und zieht: Das Gewicht des Hobels sorgt für Ruhe und Präzision, nicht die Hände des Rasierenden.

Bei mir funktioniert das sehr gut. Ich rasiere mich nun schon viele Jahre lang mit dem Hobel und schneide mich höchstens alle sechs, acht Wochen, meist aus Unachtsamkeit und nicht wegen meiner zittrigen Hände. Trotzdem, für Notfälle, wenn ich mich unsicher fühle, hab ich immer einen Systemrasierer im Badezimmerschrank liegen. Aber meistens bleibt er auch da.

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