[Männeressen] Lecker Pulpo

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Video-Link: https://youtu.be/YxBAq1qZDGU?t=247

Ich weiß ja nicht, wie euch das gegangen ist, aber als ich – als kleiner Junge – zum ersten Mal den Klassiker „20.000 Meilen unter dem Meer“ gesehen habe, hat der Kampf mit dem Riesenkraken bei mir für den einen oder anderen Alptraum gesorgt. Meine Herren, was für ein ekliges Viech! Deshalb hab ich jahrelang einen Riesenbogen um diese Tiere gemacht. Was ein Riesenfehler war. Denn als ich zum ersten Mal beim Griechen (oder beim Italiener, ich weiß es nicht mehr) lecker Pulpo auf dem Teller hatte, schmolz mein Misstrauen gegenüber diesem Meeresbewohner wie Butter in der Pfanne. Bald hab ich dann auch angefangen, Pulpo selber zu machen, und da wartete eine Überraschung auf mich. Pulpo ist ganz einfach zu machen. Und mann kann das ganze Gedöns mit Weichkloppen oder Korken im Kochwasser vergessen. Im eigenen Saft gedünstet wird Pulpo so butterweich, als wäre er von Ned Land persönlich harpuniert worden…Gehen wir – wie immer – zuerst einkaufen. Wir müssen nur zum Fischhändler, wo’s Pulpo gibt. Da kaufen wir ein Exemplar (ob frisch oder TK ist relativ wurscht), die kommen meistens mit so 800 Gramm daher, das reicht für 2 Leute, die Pulpo mögen. Den Rest – Chili-Schote, Tomate, Knoblauch, Olivenöl und natürlich KüBi1 habt ihr im Vorrat. Also, nicht weiter gezögert: KüBi knacken und ran an den Kraken!

Die Viecher kommen immer fast küchenfertig daher. Der Sack-Teil des Tieres wurde aufgeschnitten und leergemacht, da sollte nix mehr drin sein. Das Kauwerkzeug, so einen kleinen, spitzen Schnabel, müssen wir allerdings noch entfernen. Dazu legen wir den Pulpo so vor uns hin.

In diesem Loch in der Mitte des Viechs befindet sich das unerwünschte Kauwerkzeug. Wir drücken von der anderen Seite gegen dieses Loch – alternativ können wir den Pulpo einfach umstülpen2 und zack! liegt das Kauwerkzeug vor uns.
So sieht’s aus. Wir entsorgen es, waschen den Pulpo evtl. nochmal ab und legen ihn in einen Topf, der den Pulpo vom Durchmesser gerade ebenso aufnehmen kann3 Gepellte Knoblauchzehe (oder zwei) dazu, ein, zwei halbierte Tomätchen, eine halbierte Chili-Schote4 und ’ne Prise Salz dazu, Deckel drauf, auf den Herd setzen und aufkochen.

Wenn’s blubbert, reduzieren wir die Hitze und fangen jetzt an, den Pulpo alle zehn, fünfzehn Minuten umzudrehen bzw. – wenn er genug Flüssigkeit gezogen hat – zu begießen. wenn er – nach so ungefähr 50 Minuten – so aussieht…

…pieksen wir mal rein. Wenn er schön weich ist, ist er fertig. Dann nehmen wir ihn vom Herd und lassen ihn im eigenen Sud abkühlen. Kurz vor der Weiterverarbeitung nehmen wir ihn aus dem Sud5

Wenn ich so weit bin, mach ich keine großen Umstände mehr. Ich teil den Pulpo in Stücke, mach Olivenöl in einer Pfanne heiß und brate die Pulpo-Stücke mir Knoblauch nach Geschmack ein paar Minuten lang, dass sie heiß werden und vielleicht ein bisschen anknuspern. Dann kommen sie auf die Teller, Salat, Baguette und nicht zu knapp Weißwein dazu. Und jetzt an Ned Land denken und den Pulpo mit der Gabel harpunieren.

Mahlzeit!

  1. Küchen-Bier
  2. geht tatsächlich
  3. auf keinen Fall einen Topf mit zu großem Durchmesser nehmen oder gar eine Pfanne nehmen, der Pulpo soll im eigenen Saft garen, und wenn der eigene Saft einfach weglaufen kann, ist das wenig hilfreich.
  4. Empfindsame Naturen kratzen die Kerne raus.
  5. Den Sud auf keinen Fall wegkippen. Das ist eine super-aromatische Basis z. B. für eine fischige Pastasauce.
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