[Summer of Steve] Profis geben niemals auf – „Papillon“

Auch fast 40 Jahre nach seinem letzten Film bewegt Steve McQueen immer noch die Menschen, die seine Filme anschauen. Kaum ein anderer Schauspieler hat eine derart treue Fan-Gemeinde, kaum ein anderer Schauspieler gewinnt auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch dermaßen viele neue Fans hinzu. Woran liegt‘s? An seiner mittlerweile sprichwörtlichen Coolness? An den Figuren, die er spielte, den Lonern, die nur auf sich selbst vertrauten? Daran, dass Kerle wie er so selten geworden sind? In unserer Serie „Summer of Steve“ machen wir uns auf die Suche nach McQueens Geheimnis. 

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Video-Link: https://youtu.be/RmDY_WBwkLo

Heute also „Papillon„, ein Klassiker des Abenteuerfilms. Kürzlich hat’s ein Remake gegeben. Als ich davon gelesen hab hab ich den Kopf geschüttelt. Quatsch. Kannste nicht machen. Aber dann…

…hab ich mir das Remake doch angeschaut. Fühlte mich ganz gut unterhalten. Spannend. Gar nicht schlecht. Doch dann hab ich nochmal die DVD mit dem Original noch mal in den Player geschoben. Nuja, das Remake stinkt doch ziemlich ab. Auch wenn der Film ein bisschen in die Jahre gekommen ist – in manchen Passagen wirkt er mittlerweile etwas seeeehr lang – an McQueen und Hoffman reichen die neuen nicht entfernt ran. Das liegt auch am… Drehbuchautor.

Der hieß nämlich Dalton Trumbo. Ein Super-Profi-Gigant, der die Bücher zu ein paar echten Hollywood-Meilensteinen geschrieben hat, Mitglied der „Hollywood Ten“ und m. W. der einzige Drehbuchautor, über den es ein wirklich gutes Biopic gibt. „Papillon“ war eine von Trumbos letzten Arbeiten, und wenn der Mann etwas konnte, dann war es, Bücher auf Stars zuschneiden. Hier hat er einen damaligen Riesen-Bestseller auf zwei Riesen-Stars zugeschnitten: Steve McQueen und Dustin Hoffman.

Vor und hinter der Kameras waren also die Top-Profis der damaligen Zeit am Werk. Erzählt wird die in den 30er Jahren spielende Geschichte von Papillon, einem Klein-Kriminellen dem ein Mord angehängt und zur Haft auf einer Gefängnis-Insel verurteilt wird. Dort verbündet er sich mit dem wohlhabenden Fälscher Dega, und beginnt, seine unmöglich erscheinende Flucht zu planen. Die ihm schließlich nach endlosen Jahren und zahllosen, gescheiterten Fluchtversuchen gelingt. Das ist atmosphärisch unglaublich dicht gefilmt, streckenweise extrem spannend erzählt und höchst emotional. Wem kein Sand ins Auge gerät, wenn Papillon am Schluss die 7. Welle erwischt, der hat kein Herz und im Kinosessel nichts verloren.

Warum ist der Film so gut? Warum kann man ihn auch 50 Jahre nach seiner Entstehung wieder und wieder anschauen? Weil die Profis vor und hinter der Kamera auch von sich selbst erzählen. Weil es beim Professionalismus nicht nur ums Beherrschen des Handwerks geht, sondern um eine Einstellung. Um die Einstellung, niemals aufzugeben. Sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Es wieder und wieder zu versuchen, bis man Erfolg hat. Dafür Stand McQueen Zeit seines Lebens, und das bringt er – wie Dustin Hoffman – in diesem Film perfekt rüber. Großes Kino!

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