[Summer of Steve] Ganz großes Abenteuer – „Gesprengte Ketten“

Auch fast 40 Jahre nach seinem letzten Film bewegt Steve McQueen immer noch die Menschen, die seine Filme anschauen. Kaum ein anderer Schauspieler hat eine derart treue Fan-Gemeinde, kaum ein anderer Schauspieler gewinnt auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch dermaßen viele neue Fans hinzu. Woran liegt‘s? An seiner mittlerweile sprichwörtlichen Coolness? An den Figuren, die er spielte, den Lonern, die nur auf sich selbst vertrauten? Daran, dass Kerle wie er so selten geworden sind? In unserer Serie „Summer of Steve“ machen wir uns auf die Suche nach McQueens Geheimnis.

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Video-Link: https://youtu.be/S2nm3cTPsSQ

Der deutsche Titel „Gesprengte Ketten“ ist viel zu pathetisch. Im englischen Original heißt diese Steve-McQueen-Perle „The Great Escape“ (Der große Ausbruch), und dieser Titel ist Programm: Der Film ist auch nach fünfzig Jahren immer noch einer der besten Abenteuer-Filme überhaupt.

Filme, die sich um den Ausbruch aus einem Gefängnis drehen, haben meist eines gemeinsam: die beengte, klaustrophobische Atmosphäre. Das ist logisch, die Filmemacher wollen uns in die Handlung hineinziehen, das Eingesperrtsein fühlen lassen, dem die Protagonisten entrinnen wollen.

„Gesprengte Ketten“ ist eine Ausnahme. Hier ist nichts eng und klaustrophobisch, hier ist alles groß. Das Gefangenenlager, aus dem die Soldaten ausbrechen wollen, ist groß, Die Zahl der Gefangenen, die ausbrechen wollen, ist groß. Der Plan, der geschmiedet wird, ist groß. Die Hindernisse, die überwunden werden wollen, ist groß. Und die Besetzung des Films ist riesengroß. James Garner, Donald Pleasance, Richard Attenborough, Charles Bronson, James Coburn und – natürlich – Steve McQueen – alles Top-Leute des damaligen Hollywood.

Einzig die Zahl der Kriegsgefangenen, die den Nazis tatsächlich entkommen, ist verschwindend gering. Hier verlässt „Gesprengte Ketten“ die Konvention des Abenteuerfilms und wird realistisch. Denn der Film beruht auf einer wahren Begebenheit: Im März 1944 brachen über 80 alliierte Soldaten aus dem „Stalag Luft III“ in Niederschlesien aus. Am Ende gelang nur den wenigsten tatsächlich die Flucht – wie in „Gesprengte Ketten“.

Letztlich ist es die damals (Tarantino kam 30 Jahre später) ungewöhnliche  Mischung aus Action-Comedy und durchaus grimmigem Abenteuer, die die andauernde Faszination dieses Films ausmacht. Während die erste Filme eine eher launige Comedy um das Katz und Mausspiel zwischen Gefangenen und Lagerwachen darstellt, schaltet der Film nach der geglückten Flucht auf „High Adventure“ mit durchaus tragischem Unterton um. Diesen Spagat meistert schauspielerisch vor allem McQueen, der in diesem All-Star-Cast die Identifikationsfigur abgibt. Sein Captain Hilts deckt die ganze Bandbreite zwischen sympathischer Schlitzohrigkeit und grimmigem Freiheitswillen ab. Und auch wenn seine Flucht letztlich knapp scheitert und er zurück ins Lager gebracht wird… da kehrt kein Besiegter zurück, sondern ein Mann, der es wieder und wieder versuchen wird, bis er triumphiert. Großes Abenteuer, großes Kino!

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Eine Antwort zu [Summer of Steve] Ganz großes Abenteuer – „Gesprengte Ketten“

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