[Dem Chris seine Filme] Falks Fünfe – „Kundschafter des Friedens“

Während seiner langen, ruhmreichen Karriere hat James Bond den Kontakt mit Agenten des DDR-Geheimdienstens stets sorgfältig gemieden. Lediglich in „Octopussy“ unternahm Commander Bond eine Stipp-Visite in die USA, ansonsten mied er Agenten des legendären Mischa Wolf wie der Teufel des Weihwasser. Vermutlich, weil er den ausgezeichneten Ruf fürchtete, den DDR-Agenten weltweit genossen. Und dieser Ruf war wohlbegründet. Wenn auch die Q-Abteilung des MfS aus verschiedenen Gründen nicht ganz mit dem Secret Service mitahlten konnte, was Lässigkeit und Coolness anbelangt, wäre Commander Bond bei einer Auseinandersetzung mit Jochen Falk, seinem ostdeutschen Widerpart, in große Schwierigkeiten gekommen.

Eben diesen Jochen Falk (Henry Hübchen) wollen seine ehemaligen Erzfeinde vom BND nun reaktivieren, denn sie haben ihren Star-Agenten verloren. Ausgerechnet in der Ost-Republik Katchekistan ist er verschütt gegangen, und einer der wichtigsten katchekistischen Politiker gleich mit. Doch so leicht, wie die BND-Spooks sich das vorgestellt haben, wird die Reaktivierung nicht: Falk besteht darauf, nur mit seinem alten Team zusammenzuarbeiten, dem nur unwesentlich gealterten Romeo-Agenten Harry (Winfried Glatzeder), dem geschickten, mittlerweile zum Turbo-Kapitalisten mutierten Drahtzieher und Trickbetrüger „Locke“ (Thomas Thieme) und dem komplett aus der Zeit gefallenen Zonen-Q Jaecki (Michael Gwisdek), und haut für sie die volle West-Rente raus. Dafür muss er aber auch die ein oder andere Kröte schlucken, zum einen die tausendprozentig korrekte BND-Agentin Paula als Wachhund akzeptieren ebenso wie die Tatsache, dass der Kerl, den er raushauen soll, ein alter, von Jürgen Prochnow gespielter Rivale ist…

Doch vor das Raushauen haben die Götter der Geheimdienstlichkeit 25 Jahre Untätigkeit gesetzt, in denen der Zahn der neuen Zeit heftig an den einstigen Agenten-Stars genagt hat. Aber in bester „Alter-Sack-kann-es-noch“-Manier finden die Herren in letzter Sekunde zu alter Form zurück, erledigen ihre Mission mit Bravour und retten elegant-nonchalant die Welt. Das tun sie mit staubtrockenem Humor, ohne die Würde ihrer Figuren an den Klamauk zu verraten, was die Sache nicht weniger lsutig macht, im Gegenteil: In keiner deutschen Filmkomödie hab ich mich in den letzten Jahren so gut amüsiert wie in „Kundschafter des Friedens“. Okay, zu einem deutschen „R.E.D.“ fehlen dem Film noch ein paar Kilometerchen auf der Transit-Strecke, aber es ist nicht mehr weit. Und gegen eine Fortsetzung hätte ich überhaupt nix einzuwenden!

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3 Responses to [Dem Chris seine Filme] Falks Fünfe – „Kundschafter des Friedens“

  1. Tilman says:

    Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein.

  2. platzger says:

    Agenten sterben einsam. Als Jugendlicher hat mir das „Adler Schloss“ extrem imponiert. Ausserdem spielt Clint Eastwood mit – noch Fragen?

  3. Das war ein toller und interessanter Artikel zu lesen. Ich habe das alles sehr genossen

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