[Dem Chris seine Filme] Popcorn, kompromisslos – Jason Statham in „The Mechanic: Resurrection“

Machen wir uns nix vor: Durch irgendwelche Finessen wie logischer Handlungsaufbau, funktionierende Dramaturgie oder ähnlichen Cineastenkram fühlen wir Jason-Statham-Fans eher belästigt. Wir erwarten von einem Statham-Film lediglich, dass unser lieber Jason es 90 bis 120 Minuten lang ordentlich krachen lässt und dabei ein paar coole Sprüche durch die zusammengebissenen Zähne quetscht. Paar Explosionen kommen immer gut, und wenn ordentlich was zu Bruch geht oder Statham einem Schurken auf besonders böse Art das Licht auspustet, freuen wir uns und nehmen Popcorn nach. Für „The Mechanic: Ressurrection“ braucht der Fan reichlich Popcorn.

Das hatte sich Arthur Bishop, der Protagonist des Jason-Statham-Hits „The Mechanic“ (übrigens ein Remake des Charles-Bronson-Klassikers „Kalter Hauch“) ganz anders vorgestellt. Am Ende des Films hatte er seinen eigenen Tod vorgetäuscht, um Schluss mit der Auftragskillerei machen und in Rio eine ruhige Kugel schieben zu können. Doch kaum hat er den ein oder anderen Schurken abgeknipst (man muss ja in Übung bleiben) und die Bekanntschaft der attraktiven Lehrerin Mae (Jessica Alba) gemacht, findet der verblüffte Bishop sich im Plot eines anderen Statham-Films wieder. Die Lehrerin wird entführt, und Bishop-Gegenspieler Crain (Sam Hazeldine) will zur letzten Stunde läuten, falls Bishop nicht um den Erdball jettet und drei weitere Auftragsmorde… Ja, das kennen wir aus Stathams kerniger 80er-Jahre-Action-B-Picture-Hommage „Killer Elite“! Wir bewegen uns also auf vertrautem Terrain, und das ist gut so. Wir Statham-Fans werden auch nicht jünger und müssen auf unseren Blutdruck achten.

Ein gut Teil des 40-Millionen-Dollar Budgets von „The Mechanic: Ressurrection“ ist für Reisekosten draufgegangen. Rio, Bulgarien, Sydney und Malaysia sind die mörderischen Stationen. Statham hat sich hier an einem anderen Auftragskiller orientiert, der jedoch im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs ist. Ja, mehr James Bond war noch in keinem Statham-Film, und irgendwann gehen auch die letzten Reste des Realismus flöten und aus dem ruppigen Anti-Helden wird endgültig eine unbesiegbare Comicfigur. Macht uns Statham-Fans das was aus? Nein, im Gegenteil: Wir nehmen Popcorn nach! Statham-Fans kommen in diesem Film voll auf Ihre Kosten, Cineasten sind hier sowieso falsch und Gelegenheitstäter, denen Statham seiner Erfolgsformel zu kompromisslos folgt, schicken wir zum Popcorn-Nachschub holen. Brauchen wir nämlich reichlioch von!

„The Mechanic: Resurrection“

  • Darsteller: Jason Statham, Jessica Alba, Tommy Lee Jones, Michelle Yeoh, Sam Hazeldine
  • Regisseur(e): Dennis Gansel
  • Komponist: Mark Isham
  • Künstler: Daniel Gottschalk, Joel Collins, Philip Shelby, William Chartoff, „Lin“ Preeyanan Suwannathda, Frank DeMartini, Tony Mosher, John Thompson, David Winkler, Robert Earl
  • Format: Dolby, PAL, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Universum Film GmbH
  • Erscheinungstermin: 27. Dezember 2016
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 95 Minuten

Gewinnspiel:
Wenn Jason Statham es bei dir im Heimkino krachen lassen soll, beteilige dich an unserem Gewinnspiel und gewinn eine Blu-ray von „The Mechanic: Resurrection“. Die Teilnahme ist so einfach und geradlinig wie ein Statham-Film. Gib einfach einen Kommentar zu dieser Filmkritik ab und nenne uns deine liebste Filmszene mit Jason Statham. Eine Begründung, warum du diese Szene ausgesucht hast, wäre nett, iat aber nicht Bedingung. Für den Kommentar hast du bis zum 4. Januar 24 Uhr Zeit, dann schließen wir die Kommentare. Wenn mehr als ein Kommentar eingeht, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter von nassrasur.com dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Update:
Einsendeschluss, die Kommentare sind zu, wir haben gelost und Ne555 hat gewonnen. Wir danken allen Teilnehmern fürs Mitmachen!

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4 Responses to [Dem Chris seine Filme] Popcorn, kompromisslos – Jason Statham in „The Mechanic: Resurrection“

  1. platzger says:

    In dieser Zusammenfassung wird Tommy Lee Jones unterschlagen, ich finde das schlichtweg skandalös;)
    Eine Filmszene die mir gefallen hat, war in „Transporter“, als Jason Shu Qi kurzerhand geschultert hat.

  2. Carsten says:

    Die Prügelszene im Dinner-Jacket in Spy – Susan Cooper Undercover. Hat sowas bondmäßiges und erinnert mich an einen Kneipenwirt, der die Gäste im Dinner-Jacket raus schmiss.

  3. Ne555 says:

    Meine Scene die mir im Gedächtnis blieb, ist bei „The Expendables“. Wie er die 3 Meter mit der Ducati ohne Helm auf den Basketball Platz fährt.
    Schlägerei top, Basketball mit dem Messer zerstechen, top.
    Aber die 3 Meter, die werde ich nie vergessen weil die echt „unnötig“ waren.

  4. Thies says:

    Ich habe noch nicht viele Filme von Jason Statham gesehen, aber da „The Mechanic: Ressurection“ Teil einer CinemaxX-Sommeraktion war, konnte ich mir schon im Kino ein Urteil über seine Popcorn-Tauglichkeit machen: passt wie die Faust aufs Auge. Kein Kunsthandwerk, keine Schnörkel – einfach pures Action-Kino (fast) wie aus den 80ern.

    Und mit einer Sequenz an die man sich erinnern wird: wenn Staham eines seiner Opfer in einem am Dach eines Hochhauses erbauten gläsernen Pool erledigt, dann schlägt er – sowohl was cleveres Eindringen in bis an die Zähne bewaffnete Sicherheitszonen als auch das an Schadenfreude kaum zu überbietende Ergebnis angeht – auch die Konkurrenz von „Mission: Impossible“ bis James Bond.