Männeressen: Bouletten

BoulettenBouletten. Klassisches Männeressen. Wird höchste Zeit, dass wir das hier auch mal kochen. Ich ess Bouletten fast nur noch zuhause. Die vorgefertigten Bremsklötze , die’s an den meisten Imbissbuden gibt, lohnen das Reinbeißen nicht. Auch Fleischer, die sich wenigstens ein bisschen Mühe mit ihren Bouletten geben, werden immer seltener. Und Lokale, wo’s gute Bouletten gibt, werden als Geheimtipp rumgereicht. Nee, ich mach meine Bouletten selbst. Ist kein Hexenwerk. Macht sogar Spaß.

Wie immer gehen wir zuerst einkaufen: Bei Bouletten hauen wir ordentlich rein, und wenn was übrig bleibt, freuen wir uns, dass wir am nächsten Tag noch ’ne Boulette essen können. Also holen wir beim Fleischer für zwei Personen 500g Hackfleisch1. Das war’s schon, wenn ihr zuhause noch ein altbackenes Brötchen, Zwiebel, Eier und Gewürze rumzufliegen habt. Den KüBi2-Vorrat überwacht ihr ja sowieso mit Argusaugen, dass er ja nicht zur Neige geht. Okay, dann sind wir soweit. Bouletten in 5 einfachen Schritten, los geht’s.

Schritt 1: KüBi knacken und besonnen antrinken.

Schritt 2: Brötchen halbieren oder dritteln und in Wasser3 einweichen. Dauert so 15, 20 Minten.

Schritt 3: Die Gretchenfrage an: Mit Zwiebeln oder ohne? Wer seine Bouletten mit Zwiebeln machen möchte, der muss nicht Nachsitzen sondern Vorarbeiten. Die Zwiebeln (eine pro 500g Hackfleisch) müssen vorgegart werden, bevor sie in den Boulettenteig kommen. Denn in den zehn Minuten, die man braucht, um eine Boulette zu braten, wird ein Zwiebelwürfel, der mittendrin steckt, nicht gar. Zwiebelfans schneiden ihre Zwiebel(n) jetzt möglichst klein und dünsten sie zehn Minuten lang in Butter, bis sie glasig und weich ist. Auf milder Hitze bleiben, nicht braun werden lassen. Anschließend etwas abkühlen lassen.

Schritt 4: Teig machen. Brötchen gut ausdrücken, mit Hackfleisch, Ei (1 Stück pro 500g Hackfleisch), gegebenenfalls den Zwiebeln, etwas Senf, Salz, Pfeffer und Gewürzen4zu einer homogenen Masse verkneten. Aus der Masse Bouletten formen5

Schritt 5: Bouletten braten. Pfanne mit wenig Fett6 auf ca 3/5 bis 2/3 Hitze bringen, Bouletten ca. 4 Minuten anbraten, dabei einmal wenden. Hitze auf halb reduzieren, ca. 7 Minuten fertig braten, dabei mindestens noch einmal wenden.

BoulAngerSchritt 5: Reinhauen. Wer in einer zweiten Pfanne parallel Bratkartoffeln gemacht hat, wird als Küchengott gepriesen. Die Getränkefrage ist einfach zu lösen: Beim Bier bleiben. Mahlzeit!

  1. Halb Schwein, halb Rind schmeckt mri am besten. Und kauft gescheites Gehacktes, nicht so abgepacktes Billigzeugs.
  2. Küchen-Bier
  3. Manche Rezepte sagen, mit Milch. Ich halt das für Quatsch. Das eingeweichte Brötchen muss ja gut ausgedrückt werden, ob da noch ein Rest Milch oder Wasser ddrin ist, schmeck ich nicht raus. Lasst dem Nachwuchs die Milch, nehmt Wasser. Wenn ihr kein Brötchen habt, könnt ihr auch Semmelbrösel nehmen. Braucht ihr nicht einweichen. Mit Brötchen werden die Bouletten aber lockerer
  4. In einigen Rezepten steht Majoran, mag ich nicht. Petersilie passt immer. Frische Minze funktioniert überraschend gut, es geht aber auch ganz ohne Kräuter. Ich nehme immer einen Teelöffel Paprikapulver – ob edelsüß oder scharf ist wurscht – das rundet den Fleischgeschmack schön ab.
  5. Trick von mir: Wenn mir danach ist, platzier ich mittig einen kleinen Käsewürfel in die Boulette. Das hat zwei Vorteile: Erstens ess ich gern geschmolzenen Käse, und zweitens könnt ihr sicher sein, dass die Boulette richtig durch ist, wenn der schmelzende Käse nach außen drängt.
  6. Aus den Bouletten brät einiges raus.
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13 Responses to Männeressen: Bouletten

  1. AvatarKlaus Klattke says:

    BONFORTIÖNÖS – 4 Klattke Sterne dafür!

  2. AvatarUlrich says:

    Ich hätte da noch einen Tipp/Trick: Statt Bratpfanne den Backofen nutzen. Einfach die geformten Frikadellen auf ein Backblech mit Backpapier ohne Fett bei 170° C in den vorgeheizten Ofen, ca 15 Minuten abwarten (wenden unnötig) und dann rausziehen.

    Selbst skeptische Mitmenschen haben dieses Verfahren bereits von mir übernommen. Einfach mal ausprobieren.

  3. Avatarpufaxx says:

    Da musste ich doch ein Bisschen schmunzeln: „für zwei Personen 500g Hackfleisch“ sind also ein „klassisches Männeressen“? Mit der Option, dass davon auch noch „was übrig bleibt“?

    🙂

    Mir kommt das – insbesondere im Zusammenspiel mit KüBi – irgendwie ziemlich wenig vor.

    Okay, ich war heute beim Sport – und nach dem Fitness habe ich immer SEHR viel Appetit und wundere mich regelmäßig, wieviel Zeug in mich hineinpasst. Heute waren’s alleine schon 450g Kassler. Dazu Bratkartoffeln, Rührei – und im Moment knabbere ich Salat mit Paprika, Gurken, Oliven, Zwiebeln und Schafskäse.

    Aber zurück zum Thema Buletten.

    Nachdem mein Rezept für Cevapcici im Freundeskreis mittlerweile ein ziemlicher Renner ist – ich durfte neulich 3 Kilo Rinderhack verbacken – bin ich inzwischen ziemlich geschickt in Sachen „Umgang mit Hackfleisch“ geworden. Und habe ein paar Tipps, wie man’s noch schneller hinkriegen kann.

    Ich gebe immer erst das Ei in eine Schüssel und verquirle es mit den Gewürzen zu einer dickflüssigen Pampe. Das ist besonders praktisch, wenn man große Mengen zubereiten muss. Es durchmischt sich einfach besser. Außerdem ist es bei 3 Kilo Hackfleischteig eigentlich kaum machbar, während des Knetens noch mal nachzuwürzen. Wenn man bei so einer Menge einen Teelöffel Salz mehr braucht – bis der sich erstmal verteilt hat – Pff.

    Man sollte allerdings vorher ziemlich genau wissen, was man tut. Versalzenes Hack kann man kaum retten. Nur mit noch mehr Hack oder mit Semmelbröseln.

    Meine Faustregel für Buletten- und Cevapcici-Teig ist: Ein Ei, ein Teelöffel Salz und ein halbes Brötchen auf 500g Hack (ein ganzes ist für meinen Geschmack zu „brotig“).

    Das Brötchen weiche ich schon in Milch ein und bilde mir ein, einen Unterschied zu merken. Man darf die Dinger dann aber nicht zu scharf anbraten, wird schnell schwarz. Und GUT ausdrücken, die Brötchen.

    Also nochmal:

    Ei mit Gewürzen verquirlen. Wenn das eine „glatte Pampe“ geworden ist, einen ordentlichen Teelöffel Senf dazu. Wichtig: Senf NACH den Gewürzen, sonst hat man lauter Klumpen, die man so schnell nicht wieder rausbringt.

    Wenn DAS glatt gerührt ist, die gehackte Petersilie dazu (TK-Petersilie geht auch, aber bitte nicht die getrocknete, die schmeckt meistens nach Heu). Majoran mag ich übrigens auch nicht an Buletten.

    Dann das Fleisch dazu, leicht durchkneten.

    Dann erst die angedünsteten Zwiebeln. Die braucht man auf die Weise auch nicht mehr abkühlen zu lassen (Zeitersparnis) – das muss man bloß, wenn die heißen direkt mit rohem Ei in Berührung kommen, denn das könnte sonst stocken.

    Brötchen ruhig gleichzeitig mit den Zwiebeln und dann beginnt die eigentliche Knet-Arbeit.

    Beim Braten ist’s Geschmackssache. Ich mag’s am liebsten, wenn die Buletten (oder Cevapcici) innen noch schön saftig sind und die Kruste dünner ist als auf dem Foto. Ich finde, das gelingt am besten, wenn man die Teigklopse nur leicht anbrät und sie dann in den Ofen gibt.

    Gewürze sind natürlich auch Geschmackssache. Eine Anregung (für die Leute, die’s gerne scharf mögen) – ein kleines Bisschen Zimt dazu. Hebt die Schärfe toll hervor. Geht aber eher in die orientalische Richtung.

    Was aber auch für „deutsche Buletten“ der Hammer ist – UNBEDINGT ausprobieren – Zitronen-Abrieb. Du wirst Dich wundern, wie geil das ist.

    [Zur Not tut’s auch Zitronen-Aroma aus der Backzutaten-Abteilung, dann aber (Schleichwerbung-Alarm) unbedingt das von Dr. Oetker nehmen. Das schmeckt wirklich fast wie echter Abrieb. Die anderen Aroma-Dinger, die ich bislang ausprobiert habe, waren eine einzige Enttäuschung.]

  4. Danke für die tollen Tipps. Fürs Durchmischen des Hacks kann ich dir einen Tipp geben, den hab ich hier schon mal in einem anderen Rezept verbraten: Nach jedem KneteWalkvorgang die Schüssel mit dem Hack so ca. 90 Grad drehen, das beschleunigt das Vermengen der Zutaten tatsächlich, dann ist auch Nachwürzen kein Problem.
    Aber Nachwürzen braucht man mit Routine sowieso nicht mehr. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Boulettenteig nachwürzen musste.:)

  5. AvatarGeneralkonsul von Kasalla says:

    Papperlapapp. In einen echten Boulettenteig gehören 2-3 Spritzer Maggi. Alles andere ist Ethno-Food.

  6. Also, ich mag Glutamat. Passt gut zu KüBi.

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