Männeressen: Lasagne

Lasagne

Lasagne

„Soulfood“ nennen die amerikanischen Kollegen Essen, dass nicht nur den Magen sondern auch die Seele wärmt. Und derartiges Essen hat unsereins in der nasskalten Jahreszeit auch bitter nötig. Draußen wird es gerade knapp acht Stunden lang so halbwegs hell, da soll doch wenigstens auf dem Teller die Sonne aufgehen. Und – Hand aufs Herz – gibt es irgendein Essen, dass die Sonne heller scheinen lässt als Lasagne? Große, schlotzige Nudelblätter, getränkt mit Bechamel und tomatiger Fleischsauce, alles mit ordentlich Käse überbacken. Lasagne ist meine Numero Uno, was Magen- und Seelentrost anbelangt. Okay, ein bisschen Arbeit muss man in die Lasagne investieren, aber die Investition kriegt man mit Zins uns Zinseszinsen in Kalorien und Magen-Streichel-Einheiten wieder zurück.
Gehen wir einkaufen. Wir brauchen Lasagne-Blätter1, eine Zwiebel, ein Pfund gemischtes Gehacktes, 1 kleine Dose Tomaten, 1 Liter Milch, 2 Kugeln Mozzarella, und Käse zum Reiben2. Butter, Öl, Mehl, Rotwein und KüBi3 habt ihr zuhause, da geht’s jetzt hin!

Hackfleischsauce

Hackfleischsauce

So, das erste KüBi wird geknackt, dann schneiden wir die Zwiebel klein, lassen sie in ein bisschen Olivenöl angehen und geben dann das Hackfleisch dazu. Das braten wir, bis es braun und krümelig ist, löschen mit einem Glas Rotwein ab und lassen den beinahe vollständig verkochen. Dann kommen die Tomaten dazu, die zerdrücken wir, bevor sie mit dem Saft zum Hackfleisch kommen, würzen mit Salz, Pfeffer und einer getrockneten Chili-Schote und lassen das ganze zwanzig bis dreißig Minuten einkochen, bis das so’n sämger Glob ist.

Bechamelsauce

Bechamelsauce

Während das einkocht, machen wir die Bechamel. Pfanne auf mittlere Hitze, großzügigen Esslöffel Butter drin schmelzen lassen und in etwa die gleiche Menge Mehl dazu. Durchrühren, bis ein goldgelber Brei in der Pfanne ist, dann unter heftigem Rühren portionsweise mit der Milch ablöschen. Wenn ihr ’ne dicke, sämige Sauce in der Pfanne habt, habt ihr alles richtig gemacht, würzt mit Salz, Pfeffer und Muskat und lasst die Bechamel zwanzig Minuten köcheln, dass der Mehlgeschmack verfliegt.

Ab in den Ofen!

Ab in den Ofen!

Spätestens jetzt ist Zeit für das zweite KüBi. Während wir mannhaft gegen die Unterhopfung angehen, heizen wir den Backofen auf 180 bis zweihundert Grad vor und bringen eine Auflaufform an den Start. Perfektionisten buttern die noch aus, das kann man sich aber schenken. Die Lasagne ist von sich aus so fettig, dass nix anbackt. Und jetzt ist Baukasten-Time. Wir gießen eine Kelle Bechamel in die Form, legen ein paar lassagne-Platten rein, streuen ein bisschen Käse drüber, geben eine Kelle Hack-Tomatensauce dazu, legen Lasagne-Blätter drauf, Käse, Bechamel, Hacksauce usw. Wenn ihr mal ’ne Schicht vergesst oder doppelt macht, ist das halb so schlimm. Nur die letzte Schicht sollte Bechamelsauce sein, und da legen wir dann den in Scheiben geschnittenen Mozzarella drauf. Achtet darauf, dass ihr die Form nicht ganz vollmacht, die Nudelblätter gehen auf, das ganze kocht hoch, ihr wollt hinterher nicht irgendwelches verkrustete Zeugs vom Ofenboden kratzen. Ab mit der Herrlichkeit in den Ofen, mittlere Schiene, dreißig Minuten plus Minus zehn. Jetzt kann die letzte Frage geklärt werden: Die Wartezeit mit einem dritten KüBi überbrücken, oder schon mal den Rotwein testen, den’s zur Lasagne gibt?

Mahlzeit!

Mahlzeit!

Mahlzeit!

(Fotos: Chris Kurbjuhn, alle Rechte vorbehalten)

  1. Wichtig! OHNE Vorkochen!
  2. Lasst den geriebenen Käse im Kühlregal liegen, das ist meistens Abfall. Geht an die Käsetheke, sucht euch ein Stück Parmesan oder Grana Padano oder sowas aus und lasst es frisch reiben. so kommt gescheiter Käse in eure Lasagne!
  3. Küchen-Bier
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11 Responses to Männeressen: Lasagne

  1. AvatarMarc says:

    Sieht lecker aus, hört sich lecker an, war schon lange nicht mehr auf dem Teller, mache ich am Wochenende!

    Gruß

    Marc

  2. AvatarCarsten says:

    Geflügelleber! Manch einer schwört drauf.

  3. Ach was. Du meinst, ich soll mich vier Stunden in die Küche stellen und eine Bolognese zusammenzimmern, nur um die dann unter Tonnen von Bechamel und Käse in einer Lasagne zu begraben?

  4. AvatarCarsten says:

    Nein, nein. Da hat ja heutzutage niemand mehr die Zeit für. Das war nur so ein Anflug von Nostalgie.

  5. AvatarCarsten says:

    Höh? Woher weist Du das? Allerdings ist es ein Tablet. Auf einem Smartphone können meine müden, alten Augen nichts mehr entziffern. Allerdings waren die Falschparker nur ein Kollateralschaden. Ich wollte den Tank-Airbus fotografieren.

  6. Welchen Tank-Airbus? Den mit der Mixtur für die Chemtrails?

  7. AvatarCarsten says:

    Nee, den für Incirlik. Finde ich faszinierend, wie so ein Koloss durch die Lüfte gleitet. Bis in die Türkei. Bei den Chemtrails vermute ich folgendes: Die versprühen sie schon früh morgens mit „Zivil“maschinen. Dann merkt das keiner und hinterher wundern sich alle, warum die Welt so ist, wie sie ist. Ganz ausgefuchstes Dingen.

  8. AvatarReinhold says:

    Heute nachgekocht. Alohaheh! Sag ich nur. Allerdings habe ich eine Zutat weglassen müssen. Das zweite KüBi war einfach nimmer drin, sonst wäre das nix geworden.

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