[Männergesundheit] Hautkrebs-Screening

Foto: pixabay.com, Public Domain

Foto: pixabay.com, Public Domain

Gesundheitsvorsorge? Jahrelang bestand das für mich aus den halbjährlichen Besuchen beim Zahnarzt. Wenn es um Arztbesuche geht, bin ich ein typischer Mann, ich gehe nicht gerne zum Arzt. Beim Zahnarzt ist es etwas anderes. Meiner ist nicht nur sympathisch, sondern auch sehr gut organisiert. Pünktlich zum Termin ist man dran, er arbeitet gewissenhaft und äußerst gründlich. Zeit für einen kurzen Plausch ist trotzdem noch und nach etwa 15 Minuten ist man auch schon wieder draußen. Beim Arzt bin ich zwar pünktlich zum Termin da, muss aber immer einige Zeit warten. Im Behandlungsraum ebenfalls nochmal und die bisherigen Untersuchungen wirkten bestenfalls hektisch. Also wozu überhaupt hingehen, wenn mir doch nichts fehlt? Begünstigt wird meine Einstellung durch die wenigen Vorsorgeuntersuchungen, die Krankenkassen für Männer unter 40 vorsehen und bezahlen. Bei mir ist es ein jährlicher Gesundheits-Checkup (für gewöhnlich Blutdruck, Gewicht, Blut und kurz abtasten/abhorchen) und die Hautkrebsfrüherkennung alle zwei Jahre. Nicht wirklich viel, aber gerade deshalb könnte man sich ja mal damit beschäftigen.

Habe ich ein erhöhtes Hautkrebsrisiko? Naja, vielleicht ist es ein Thema für mich. Aufgewachsen in der guten alten Zeit, mit Lichtschutzfaktor 8 oder 12, und den gab es morgens und mit etwas Glück nochmal am Nachmittag. In der Sonne und im Wasser war ich dann aber doch den ganzen Tag. Ich werde sehr schnell braun, Sonnenbrände hole ich mir jetzt keine mehr, weil ich vorsichtig bin, allerdings hat es mich als Kind nicht interessiert. Meine Eltern auch nicht so, wie es heute der Fall wäre. Braun war ich im Sommer immer, Sonnenbrände hatte ich als Kind doch einige, meinen Spaß aber auch. Nun schaue ich mir regelmäßig meine Muttermale an (sind zum Glück nicht sehr viele) und achte auf mögliche Veränderungen. Am Unterschenkel hatte ich schon lange eine Art Leberfleck, etwa einen Zentimeter im Durchmesser. Gestört hat er mich nicht, aber da er gemäß der A-B-C-D-E-Regel etwas Asymetrisch, etwas unregelmäßig Begrenzt, sich über die Jahre vielleicht doch etwas im Durchmesser vergrößert hatte und sich die Oberfläche wie Schorf anfühlte (Erhabenheit), konnte ein Blick von einem Arzt nicht schaden. Also einen Termin vereinbart, um Gewissheit zu haben. Auf dem Praxisschild stand Fachärztin für Haut und Geschlechtskrankheiten, da schlägt man besser den Mantelkragen hoch und huscht schnell durch die Tür, bevor man unangenehme Fragen von Bekannten beantworten muss.

Die Untersuchung selbst ist schmerzfrei. Bis auf die Unterwäsche ausziehen, still halten, Fragen zum Lebenswandel und zu Sonnenbadehistorie beantworten und das war es auch schon. Bei mir war das komische Ding gutartig, den Fachausdruck habe ich schon wieder vergessen, und konnte schmerzfrei mittels Laser entfernt werden. Die Untersuchung wird von der Krankenkasse bezahlt und wenn der Hausarzt dafür qualifiziert ist, dann kann man die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung dort in Verbindung mit einer anderen Untersuchung durchführen lassen. Sollte der Hausarzt etwas finden, gibt es eine Überweisung zum Spezialisten.

Ich gehe immer noch lieber zum Zahnarzt, aber alle zwei Jahre erledige ich jetzt zusätzlich das Hautkrebs-Screening gleich mit. Das wird sogar auf das Bonussystem meiner Krankenkasse angerechnet. Und wenn es mich von Krankenhäusern fern hält, umso besser.

MaDo1Marc Dobler (im Nassrasurforum auch als Lafette bekannt) stammt aus Baden-Württemberg, kann nicht alles, dafür aber Hochdeutsch. Er lebt und arbeitet seit drei Jahren in Ostfriesland. Wenn der leidenschaftliche Eishockeyfan nicht hinter dem Herd oder Grill steht, schnürt er die Laufschuhe und trotzt der steifen Brise.

 

Markiert mit , , , , .Speichern des Permalinks.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte nicht wundern: nach dem Absenden verschwindet Dein Kommentar einfach und wird erst nach Freischaltung durch uns sichtbar -- also nicht mehrfach absenden!