Der Bart ist ab – ein Movember-Fazit

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Vorher und nachher – der Bart ist ab

Es bleibt, dass ich kein Bart-Mensch bin, nie einer werde und das ganze Moustache-Gedöns bei »Movember« als eher störend empfunden habe. Die Idee, sich über einen gewissen Zeitraum mit einem wichtigen Thema (bei Movember: Männergesundheit, insbesondere Krebsvorsorge un Prostata-Krebs) zu befassen und das Gespräch mit anderen Menschen darüber zu suchen, finde ich nach wie vor ganz ausgezeichnet. Und so gesehen hat mir der Movember auch einige gute Gespräche, viele neue Erkenntnisse und die ein oder andere neue Bekanntschaft gebracht, aber… nicht mit Leuten, die mich auf meinen Schnurrbart angesprochen haben.

Das waren eher wenige, vermutlich nicht mehr als zehn, die wissen wollten, warum ich mir einen Schnurrbart wachsen lasse. Und immer, wenn ich dann auf die Männergesundheit, das eigentliche Movember-Thema. zu sprechen kam, wurde rasch abgewunken: So genau wollte ich‘s gar nicht wissen, vielen Dank, nicht mein Thema.

Ich war übrigens der einzige weit und breit – in meinem Kiez, meiner Filterblase, meinem erweiterten Bekanntenkreis – der sich an Movember beteiligt hat, mehr noch: der überhaupt von Movember wusste. Auch die ultimative Nagelprobe, nämlich ob die Mitglieder meines Tennisclubs (Berlin Neukölln, eher NICHT Schickimicki) schon davon gehört haben, bestand Movember nicht: Auch da hatte keiner von der Aktion gehört.

Movember geht es zur Zeit also wie seinem Thema, der Männergesundheit: Sie sind beide noch nicht im Herzen der Geselslchaft angekommen, wie man so schön sagt. Die öffentliche Diskussion dreht sich derzeit um gänzlich andere Themen.

Das ist verdammt schade, denn unsere Gesundheit ist ein wichtiges Anliegen, das ins öffentliche Bewusstsein gehört. Immer noch haben wir eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frauen. Immer noch begehen dreimal mehr Männer Selbstmord als Frauen. Warum gibt es einen Frauengesundheitsbericht der Bundesregierung, aber keinen zum Thema Männergesundheit? Die Liste der genannten Defizite lässt sich beliebig verlängern.

Fakt ist: Die Männergesundheit liegt (nicht nur) hierzulande im Argen. Staatliche Programme, die Abhilfe schaffen könnten, sind noch nicht einmal im Planungsstadium. Das Thema Männergesundheit gehört dringend auf die öffentliche Agenda. Ob wir es allerdings dahin bekommen, in dem wir uns Schnurrbärte wachsen lassen und Spenden für die Forschung sammeln, darf bezweifelt werden.

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4 Antworten zu Der Bart ist ab – ein Movember-Fazit

  1. Avatarbabypopo sagt:

    Die „Movember“-Aktion geht in der Tat völlig unter – da Promis gleich welcher Kategorie ja sowieso laufend ihre Gesichtsbehaarung wechseln, fällt es keinem auf.

    Der Schnorres steht ihnen aber.

  2. Stand. Er stand mir, er ist ja ab. Und bitte beim „du“ bleiben.

  3. AvatarLafette sagt:

    Ja, er stand Dir. 🙂

    Wenn nur einer sich aufgrund der Barttracht Gedanken über seine Vorsorge gemacht hat, hast Du ne menge erreicht!

    Gruß

    Marc

  4. Avatarkiezneurotiker sagt:

    Yup, bei allem Respekt: Bart ist nix für dich. 80er. Kiosk. Wilmersdorfer Straße. Likörchen?

    🙂

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