Die Mornin‘ Glory-Produkte im User-Test

MoGloMorning Glory? Mornin‘ Glory! Vermutlich ein freudscher‘ Verleser meinerseits, aber vielleicht ist die Ähnlichkeit auch von der Firma beabsichtigt? So eine richtige morgendliche Freude wollte bei mir in den letzten Wochen, in denen ich die Produkte der Firma ausprobierte, jedoch nicht aufkommen.

Ich fange von vorne an. Geliefert wurde das Rasurset – herzlichen Dank dafür – in einem Turnbeutel. Enthalten war ein Rasierer Typ Alpha, ein Klingenpack mit vier Klingen, eine Flasche Rasieröl, jeweils eine Tube Rasiercreme, Rasiergel und After-Shave Balsam sowie eine Probe Anti-Rasurbrand Gel.

Als ehemaliger Gillette Mach3 und Fusion Nutzer kenne ich mich ein wenig mit Systemrasierern aus, also ging ich davon aus, dass die Handhabung ebenso kinderleicht wird. So war es dann nicht ganz. Anfangen wollte ich mit dem Laden des Rasierers. Dazu steckte ich den Ameisenkopfgriff in eine Klinge und versuchte diese aus dem Spender zu ziehen. Das Ergebnis war ein herunterfallendes Plastikstück vom Kopf, das ich auf dem Fußboden suchen musste. Zudem war der halbe Kopf aus dem Griff herausgezogen. Nun gut, ich steckte also das kleine Plastikstück zurück in das Loch am Griff und versuchte erneut eine Klinge herauszuziehen. Dieses Mal langsam und vorsichtig, aber wieder drückte sich das Plastikstück heraus. Also musste ich es festhalten, um eine Klinge aus dem Spender herauszubekommen. Sorry liebe Hersteller bzw. Verkäufer des Griffes, aber das können Gillette, Isana und auch Balea besser, dort ist das Arretierungsstück fest mit dem Kopf verbunden und läßt sich nur mit Gewalt herausbrechen. Der Griff lag gut in der Hand und unterschied sich in Griffigkeit und Design nicht vom Marktführer. Das richtige Gewicht hatte er meiner Meinung nach auch.

Der MG-Rasierer

Der MG-Rasierer

Soweit, so gut. Bei den ersten beiden Rasuren verzichtete ich auf das Öl und nutzte nur die Rasiercreme. Da nichts von einem Rasierpinsel auf der Packung zu lesen war, ging ich von einer brushless Creme aus und trug diese mit den Fingern auf dem feuchten Gesicht auf. Schaum entstand keiner, auch als ich es mit einem Pinsel versuchte. Auf der Haut war wenig von der Creme zu sehen, da ermöglichen die mir bekannten brushless Cremes doch etwas mehr Rückmeldung, so dass man sieht, wo man schon einen Zug gemacht hat.

Bei dem Gel hatte ich mir ebenfalls mehr Schaum erhofft. Vor meiner Rasierseifen- und Cremezeit mit Rasierpinsel nutzte ich Dosengele aus verschiedenen Supermärkten und Drogerien. Diese ließen mit einer haselnussgroßen Menge eine ausreichende Menge Schaum entstehen, wie man ihn aus einer Dose kennt. Das Gel von Mornin‘ Glory nicht. Wie bei der Creme gelang es mir weder mit den Fingern, noch mit einem Pinsel richtigen Schaum zu erzeugen. Die Gleiteigenschaften waren bei Creme und Gel gleich gut. Nicht überragend, aber durchaus eines Dosenschaums ebenbürtig. Eine Kühlwirkung konnte ich beim Gel nicht feststellen, obwohl es auf der Hompage so angegeben war.

MG-Rasierecreme, MG- Rasiergel und Speick-Rasiercreme zum Vergleich

MG-Rasierecreme, MG- Rasiergel und Speick-Rasiercreme zum Vergleich

Die Ergebnisse in gleicher Reihenfolge

Die Ergebnisse in gleicher Reihenfolge

Kommen wir zur Rasur:

Die erste Rasur war gut, nicht überragend, aber gut. Wie auch bei Gillette hatte ich mit dem großen Kopf Probleme direkt unter der Nase zu rasieren. Da hilft bei 5 oder 6 Klingen Rasierern eine extra Konturenklinge auf der Kopfrückseite. Diese fehlte bei meinen Probeexemplar leider, laut der Mornin‘ Glory Homepage ist der Alpha inzwischen mit einer solchen Klinge ausgestattet. Die zweite Rasur war schon deutlich unangenehmer. Es ziepte bei jedem Zug und das lag nicht an der Vorbereitung. Egal ob mit Creme, Gel, Gel mit Öl, Öl mit Creme oder sogar Speickcreme, die zweite Rausur war alles andere als angenehm. So etwas kannte ich von einer Fusionklinge erst ab der 4. Rasur. Die dritte Rasur mit der ersten Klinge brach ich nach wenigen Zügen ab, das machte nicht nur keinen Spaß, es war nicht auszuhalten. Vergleichbar war dies mit einer Fusionklinge nach der 6. Rasur. Somit relativiert sich auch der Preisvorteil gegenüber Markenklingen.

Nachdem meine Haut nun einiges aushalten musste, kam mir die beiligende Tube After-Shave Balsam gerade recht. Der Duft war ganz angenehm, aber nichts besonderes. Vergleichbar mit der blauen Niveacreme, jeder kennt den Duft, fast jeder mag ihn, aber dafür Schlange stehen würde wohl kaum jemand. Der Balm zog schnell ein und hinterließ ein angenehmes Gefühl auf der Haut. Ohne Glänzen oder fettiges Schmieren.

Kommen wir zum Anti-Rasurbrand Gel. Ich fragte mich zu Beginn, wozu ein solches Gel notwendig sei, wenn doch Rasieröl, Creme oder Gel und ein Mehrklingensystem bei der Rasur zum Einsatz kommen. Nach meinen Erfahrungen mit der Standzeit der Klingen konnte ich es mir vorstellen. Meiner Meinung nach kann, wenn der Rasierer scharf ist und ohne Druck bewegt wird und es durch den erzeugten Schaum flutscht, kein Rasurbrand entstehen. Aber falls doch, was ist so ein Rasurbrand dann? Genau, eine Hautirritation! Was nutze ich dann? Ein Anti-Rasurbrand Gel, wie von Mornin‘ Glory. Was steht hinten auf der Verpackung, auf der des Balms übrigens auch? „Nicht anwenden, falls die Haut irritiert oder von Hautkrankheiten betroffen ist.“. Diese Logik verstehe ich nicht. Zugegeben, es ist derzeit etwas warm, aber man stelle sich vor auf einem Winterreifen würde stehen: „Mit diesen Winterreifen nicht auf verschneiten oder vereisten Straßen fahren.“

Mein Fazit fällt damit leider nicht so gut aus. Für die Preise der Klingen und der Pflegeprodukte findet sich in jeder Drogerie, jedem Supermarkt ein passendes Gegenstück. Drogerien und Supermärkte gibt es überall und bei seltenen Rasuren – etwa ein- bis zwei Mal pro Woche – sehe ich auch im Klingenabo keinen wirklichen Vorteil.

MaDo1Marc Dobler (im Nassrasurforum auch als Lafette bekannt) stammt aus Baden-Württemberg, kann nicht alles, dafür aber Hochdeutsch. Er lebt und arbeitet seit drei Jahren in Ostfriesland. Wenn der leidenschaftliche Eishockeyfan nicht hinter dem Herd oder Grill steht, schnürt er die Laufschuhe und trotzt der steifen Brise. 

Fotos: Marc Dobler, alle Rechte vorbehalten

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