[WM 2014] Turniertagebuch Tag 22 – der Faktor Glück

Foto: onnola under CC BY-SA 2.0

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Wir haben keinen Sonderkorrespondenten vor Ort in Brasilien, unsere WM findet im Fernsehen statt, bei Public Viewings, in den Kneipen, wo Männer sich treffen, die Fußball leben und atmen und das Spiel lieben. Hier schreibt Chris Kurbjuhn spieltäglich sein WM-Tagebuch, kommentiert das Geschehen, erzählt Anekdoten und dummes Fußballzeug und erinnert sich an frühere Turniere. Football, bloody hell!

Matchday! Mit leicht erhöhtem Blutdruck aufgewacht, und der wird auch nicht runtergehen bis irgendwann nach Schlusspfiff heute Nacht bzw. morgen früh. Da Halbfinale. Ab jetzt muss zur optimalen Vorbereitung, zur Top-Fitness und zur perfekten Taktik auch noch ein bisschen Glück kommen…Natürlich ist es vollkommen legitim, anzunehmen, dass wir Brasilien heute im Schweinsgalopp schlagen werden. Brasilien hat während des gesamten Turniers nur in Punkto Härte überzeugen können, durch Neymars Verletzung und Silvas Sperre ist die Mannschaft substantiell geschwächt… was soll uns passieren? Es kann alles mögliche passieren. Man nehme nur die Halbfinal- und Finalspiele der Championsleague der letzten Jahre: Wie oft haben da spielerisch unterlegene Mannschaften auf hässlichste Defensive gesetzt und auf ein Glückstor gehofft… und sind damit durchgekommen!

Auch wenn die Deutschen und die Holländer mich spielerisch und mannschaftlich (!) deutlich mehr beeindruckt haben als Brasilien oder Argentinien, es gibt bei diesem Turnier kein Überflieger-Team. Im Halbfinale stehen tatsächlich die derzeit stärksten Mannschaften der Welt, bei normalem Spielverlauf sollte jedes Spiel zwischen diesen Mannschaften eine ganz enge Kiste werden. Und weil das Fußball – die Sport gewordene Utopie – ist, gewinnt nicht immer der, der besser spielt. Oder es verdient hat. Es gewinnt derjenige, der – vielleicht mit Können, vielleicht aber auch mit Glück – ein Tor mehr schießt.

Und das werden verdammtnochmal heute wir sein. Ich hab die Schnauze voll von diesen Scheißdrecksspielen um den dritten Platz. Glück hin, Glück her. Brasilien? Hauen wir weg. Zwonull. Mindestens.

Bei Weltmeisterschaften sind sich Brasilien und Deutschland haargenau einmal begegnet. Bei diesem Match.

Und das werden wir heute nun korrigieren.

Euch allen viel Spaß, ein schönes Spiel.

 

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2 Responses to [WM 2014] Turniertagebuch Tag 22 – der Faktor Glück

  1. Babypopo says:

    Selten war ich so nervös vor einem Spiel!

    Sollte es wieder nicht klappen, dann werde ich beim Endspiel den Brasilianern die Daumen drücken.
    Holland oder gar Argentinien sind als Weltmeister nicht hinnehmbar.
    Wenn überhaupt, dann am ehesten noch Holland. Aber KEINESFALLS Arschgentinien. Ich habe 2006 nicht vergessen!

    Also gilt es das zu verhindern. 😉

  2. Nervös bin ich auch, aber zuversichtlich. Die Brasilianer haben wir drauf. Unsere Spieler haben mehr Klasse (Dass ich das mal schreiben kann: Wir! mehr! Klasse! als Brasilien!) und – ganz wichtig – mehr Halbfinal-Erfahrung. Das wird eng, aber es muss mit dem Teufel zugehen, wenn was anbrennt. Wir brauchen keine Daumendrück-Alternative fürs Endspiel.

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