Männer unter sich: Café Achteck

MaennerCafeAch wie scheen war doch die Zeit, wo jeda noch so arme Mann jewissamaßen Jeschäftsmann war. Konnte man(n) doch früha an jeda zweeten Ecke in Berlin ins Café jehen und dort sein täglichet Jeschäft tätijen. Eenfach herinspaziert in die jrün lackierten Häuschen und schon stand man(n) im stählernen Achteck. Hier waren Männa unta sich. Bis zu sieben uff eenen Streich fanden Platz und hielten sozusajen den Wirtschaftskreisloof im Jang.


CityPissoirJanz unkompliziert, ohne Aktenkoffa oda Handy, tätigten tausende von „business“-Männa so ihre Jeschäfte. Statt ner Kaffeespezialität aus dem Coffeeshop jabs nen ordentlichen Herrenwitz so nebenbei als Zujabe. Dit allet kostenlos. Üba 150 diesa berlinerischen Institutionen waren et zu Spitzenzeiten. Doch schließlich jings berab. Stahl rostet nu man und janz zeitjemäß waren se eben ooch nich mehr. Weda für Frauen noch behindertenjerecht, naja und der Jeruch war wohl ooch nich jrad vom Feinsten. Jeblieben sind noch 30 „Café Achteck“, teilweise uffwendich restauriert.
Heutzutaje jibt et hochmoderne „City Toiletten“. Ausjestattet mit allen Komfort. Modern hin, Komfort her, dem Ruhm ihra eisernen Vorfahren haben die heutijen „City Toiletten“ nüscht entjejen zu setzen, nen Namen hat ihr die Berliner Schnauze ooch nich jejeben. Für Arme sind se unjeeignet, weil kostenpflichtich und man iss normalaweise alleene, Männa unta sich also Fehlanzeije und schon ja keen neuet Witzchen!

Aba villeicht naht nu die Rettung verjangena Männaherrlichkeit. Uffn Breitscheidplatz hab ich nen City Pissoir entdeckt. Kleen, Platz iss nur für zwee, aba fein! Chancen für nen zeitjemäßen Kalauer besteht also. Ma kieken, ob et bald mehr davon jibt und ooch, ob der Berliner Dialekt se ins Herz schließt, immahin hat hier dit jute alte berlinerisch-französische Wort Pissoir ma wieda Renaissance. Als Dialektname schlaje ick denn Café CiPi vor, oda fällt hier jemanden wat anderet in? 

Mehr zum Café Achteck jibt et hier.

Jeboren wurde ick in den 1960er Jahren als Axel Gödel mitten in Berlin. Da meene Eltern ooch schon hier dit Licht der Welt ablickten, bin ick somit een waschechta Berliner. Uffjewachsen in Kreuzberch, alernte ick nie Hochdeutsch. Deshalb treibe ick seit einijer Zeit uff Berlinerisch im World Wide Web meen Unwesen und vaöffentliche Kurzgeschichten und Blogartikel, unter anderem uff “Berliner Dialekt” und bei “Da kiekste, wa? – Berlin typisch“.

 

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Eine Antwort zu Männer unter sich: Café Achteck

  1. AvatarMaria sagt:

    Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen aufbereitet für uns präsentieren. Weiter so!

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