Männeressen: Ćevapčići wie beim Jugo

SchewapschischiTja, zum Jugo gehen wir Männer gern. Der packt einem ordentlich Grillfleisch auf den Teller, dazu gibt’s scharfe rohe Zwiebeln und hinterher noch ’n Slivowitz oder ’n Barack aufs Haus, was will ich denn mehr?
Nuja, mehr nicht unbedingt, aber ich will das auch mal Zuhause haben! Kein Problem, wir machen einen Jugo-Abend. Mit Ćevapčići, Djuveč und – natürlich – scharfen Zwiebeln. Ja, ich weiß: der Jugo legt noch ordentlich Pommes dazu. Ich hab keine Friteuse, deshalb mach ich mit ohne Pommes. Schmeckt auch und ich kann der Frau erzählen, dass es gesund ist. Weil ohne Pommes.Vorm Erzählen gehen wir erstmal einkaufen. Gehacktes vom Rind (oder vom Lamm, oder von Rind und Lamm gemischt) brauchen wir, so 200 bis 250g pro Nase). Großen Beutel Zwiebeln. Große Büchse Tomaten. 3 Paprikaschoten (rot, grün, gelb). ’ne Aubergine und ’ne Zucchini. Zwei, drei festkochende Kartoffeln. Ordentlich Knoblauch. Mehr ist eigentlich nicht. Reis (nicht Par-Boiled), scharfes Paprika-Pulver und KüBi 1 haben wir im Vorrat. Und hoffentlich Slivowitz in der Hausbar, sonst packen wir noch ein Fläschchen dazu. Wollen ja auch daheim hinterher ’n Schnäpschen aufs Haus trinken.

In der Küche knacken wir erstmal das erste Kü-Bi und bringen unseren Backofen auf 200 Grad Betriebstemperatur. Wir schneiden die Paprikaschoten in Streifen, schälen und würfeln je zwei Zwiebeln und 2 Zehen Knoblauch, würfeln Aubergine und Zucchini und machen die Büchste Tomaten auf. Die Kartoffeln werden geschält und in so zentimeterdicke Scheiben geschnitten, und ’ne große Tasse Reis messen wir auch noch ab. Zuviel Action? Quatsch, das haben wir doch durchdekliniert, bevor das erste Bier alle ist, maximal zehn Minuten brauchen wir dafür. Wir werfen alles in ’ne feuerfeste Form, würzen mit Salz (nicht zu knapp), Pfeffer und Paprikapulver, kippen noch ’ne Tasse Wasser dazu und legen die Kartoffelscheiben oben drauf. Rein optisch sollte das so aussehen (wobei ich hier frische Tomaten genommen hab).

GE DIGITAL CAMERADas wandert jetzt für ’ne Stunde in den vorgeheizten Ofen, müssen wir uns nicht mehr drum kümmern. Diesen schönen erfolg feiern wir mit dem nächsten Kü-Bi und kümmern uns um die scharfen Zwiebeln. Ist letztlich obersimpel: Zwiebel grob zerkleinern, mit Paprikapulver vermischen, bisschen Saft ziehen lassen, umrühren, evendöll nachpaprizieren, fertig.

Und jetzt die Ćevapčići: Hackfleisch salzen, pfeffern, paar zerdrückte Knoblauchzehen und pro Pfund gehacktes mindestens eine auf der feinen Reibe zerkleinerte Zwiebel2 dazu, satt scharfes Paprika-Pulver, wie gehabt, kurz3 durchkneten, Röllchen formen und eine Viertelstunde, bevor der (das?) Djuveč fertig ist, die Teile auf dem Grill grillen oder in der Pfanne pfannen braten. Dazu das Kü-Bi austrinken, fertig.

GE DIGITAL CAMERAGE DIGITAL CAMERAWas trinken wir dazu? Beim Bier bleiben ist kein Problem, ansonsten ’n schönen roten Landwein. Wer den ganzen Weg gehen will, hat im Supermarkt ins untere Regal gegriffen und ’ne Pulle Plavac mitgenommen. Das ist aber vielleicht ’ne Spur zu authentisch. Den Schnaps aufs Haus hinterher nicht vergessen! Mahlzeit!

Und ein ganz herzliches Dankeschön an Robert Hill für das Super-Djuveč-Rezept!

 

  1. Küchen-Bier
  2. Kleinschneiden reicht nicht, wir wollen nur das Zwiebelaroma. Aber wenn wir zu faul zum Reiben und etwas großzügig sind, langt natürlich auch kleinschneiden.
  3. Ist wirklich wichtig, das Hackfleisch so wenig wie möglich zu kneten, wir nehmen weder Brötchen noch Ei zum Stabilisieren, weil wir den reinen Fleischgeschmack wollen. Wenn wir zu lange kneten, zerbröselt’s uns unsere Ćevapčići in der Pfanne oder auf dem Grill.
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4 Responses to Männeressen: Ćevapčići wie beim Jugo

  1. Robert says:

    Und wer es richtig authentisch will, besorgt sich noch ein Glas Ajvar und garniert das mit scharfen Peperoni und leicht gesalzenen Zwiebelringen.

    Djuvec passt auch prima als Beilage zu allem, was Mann grillen oder Braten kann. Wer will, kann auch kurz angebratene Fleischwürfel (Rind, Schwein, Hammel / Lamm, aber gut durchwachsen und nicht zu mager) mit reinmischen und als Eintopf zubereiten.

    Wer auf die Pommes nicht verzichten will und keine Fritteuse hat, oder anwerfen will: Kartoffeln schälen, in Viertel schneiden, auf einem mit Olivenöl beträufeltem Backblech verteilen und Rosmarin drüber verteilen. Für 20-25 Minuten bei 200° in die Backröhre. Das duftet fein und schmeckt viel besser als die Fettstifte aus der Tüte.

    Wichtig: Erst am Tisch salzen. Sonst werden sie lätschert.

  2. Fühlte mich soeben stark in meine früheste Jugend zurückgerissen.

    Das Jugolokal umme Ecke war früher Pflicht und es gab ordentliche Räuberplatten und -teller. Inzwischen ist die ganze Jugoecke verwässert zu „Internationaler Küche“ und ich habe kaum noch Muße, mich sorgfältigst durchzufragen, zu welcher genau ich müsste, um Kindheitserinnerungen zu pflegen.

    Die Idee, das zu Hause nachzustellen, ist daher sicher fairnymphdich.

  3. Dicke Retro-Jugo-Empfehlung für Berlin: Der Makarska-Grill in der Hauptstr. 73. Speisekarte, Einrichtung und (beinahe) Preise wie vor dreißig Jahren. Und es schmeckt!
    Ebenfalls gut: Der Marjan-Grill umme Ecke vom Bellevue. Die haben zusätzlich zu den am brennenden Zigeunerschwert servierten Räuberplatten noch richtig gute Steaks.

  4. Stefanie says:

    Hallo, obwohl ich kein Mann bin habe ich das Rezept trotzdem ausprobiert und es war total lecker. Vielen Dank dafür, Gruß Steffi

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