TV-Kritik: „Der letzte Bulle“ – 4. Staffel, 9. Folge: Spielchen spielen

Jede Woche auf “Männer unter sich” kritisieren wir die aktuelle Folge unserer Lieblingsserie “Der letzte Bulle”. Wir bewerten Handlung, Macho-Momente, Dialoge, Musik und die Gesamtleistung mit einem Punkte-System von 1 (ganz schwach) bis 5 (besser geht nicht) Mick-Brisgau-Zippo-Feuerzeugen. Und ihr könnt abstimmen, wie euch die Folge gefallen hat, viel Spaß!

Letzte Woche:  Absolut Top, Referenz-Folge, der beste Mick Brisgau aller Zeiten! Sowas erfüllt uns natürlich sofort mit tiefster Sorge: Was wird mit der nächsten Folge sein? Kann das Niveau halbwegs gehalten werden, oder gibt es den Total-Absturz? Nervenzerfetzende Spannung, 6 Tage lang. Bis gestern Abend… 

Handlung:
Micks Tochter Isa wird bei einem Banküberfall als Geisel genommen, es gelingt Mick und Kringge, Isa zu befreien, doch der Bankräuber entkommt. Mick nimmt an, dass er das er als Vater das eigentliche Ziel von Isas Geiselnahme war, doch ein autistischer, aber außerordentlich künstlerisch begabter Junge bringt ihn auf die richtige Spur: der Täter hatte es auf Meissner, Isas zeitweisen Adoptiv-Vater, abgesehen.
Es war mal wieder nicht richtig komisch, aber es war gut gemacht. Die Geschichte und die Atmosphäre haben gestimmt,  Die Figuren haben das gemacht, was sie am besten können, und wir haben uns beim Zuschauen wohl gefühlt, auch wenn Story und Schlussgag arg vorhersehbar waren. Die totale Abwesenheit der von uns sehr geschätzten Brutal-Komik war allerdings ärgerlich. Wir ziehen uns mit 3,5 von 5 Zippos aus der Affäre.

Macho-Momente:
Die Aktion in  der Tiefgarage war nun wirklich nicht der Höhepunkt des Action-TVs, aber immerhin hat Mick mal aus dem Schreibtischsessel hinaus gefunden. Ferchert hat in seine Büro richtig schön outriert, und die Szenen mit dem kleinen Autisten waren zwar nicht macho-mäßig, aber dafür richtig schön Männer-sentimental.
Strenge Kritiker hätten 2 von 5 Zippos gegeben, wir geben 3.

Dialog-Perlen:
 „Frauen wissen meistens nur, was sie überhaupt nicht wollen. Was sie wollen, wissen sie gar nicht, da muss unsereins ihnen auf die Sprünge helfen.“
„Kopf oder Herz, du hast die Wahl.“ – „Du aber nicht, Arschloch.“
„Mensch, Meissner, dass wir uns nochmal in den Armen liegen…“
Und das war’s. Die Dialoge bleiben ein Problem in dieser Staffel. Vor allen Dingen die Szene zwischen Isa und Kringge war – vom Schreiberisch-Handwerklichen her – mega-peinlich. „Ich hab gehört, du bist Vater geworden…“ Holzgehalt 100 Prozent. Leute, wenn eine Folge ein Dialog-Problem hat, dann kann man doch einfach mal einenProfi drübergehen und ein paar kernige One-Liner injizieren lassen.  Kann doch nicht so schwer sein. 2 von 5 Zippos, mehr nicht.

80er-Mucke:
So ganz langsam  kommen wir wieder in die Spur. „Don’t give up“, „Start me up!“,“Power of Love“ und „Bette David Eyes“ haben erfreut.
Was nicht erfreute: die erneute Total-Abwesenheit von Ironie. Leute, die Musik ist immer dann am stärksten, wenn sie die Folge nicht bloß bebildert, sondern kommentiert und ironisiert. Ihr könnt es doch. Eigentlich. 3 von 5 Zippos.

Gesamtwertung:
Wie schon eingangs bemerkt, die Komik hat – mal wieder – gefehlt. Ansonsten hat man der Folge sehr gern zugesehen. 3 von 5 Zippos, mit ein paar Gags mehr wären es 4 gewesen. 

Für alle, die die letzte Folge verpasst haben: Hier könnt ihr sie im Netz anschauen.
Für alle, die mit Mick und Co nix anfangen können: Sicherlich gefällt euch sowas besser.
Für alle anderen: Eure Meinung ist gefragt, wie fandet ihr die neue Folge?

Eure Wertung zu "Spielchen spielen"

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3 Antworten zu TV-Kritik: „Der letzte Bulle“ – 4. Staffel, 9. Folge: Spielchen spielen

  1. AvatarCarsten sagt:

    Aus der Kettwiger Bank hätte man m. E. viel mehr machen müssen: Die endlose Anfahrt von Altenessen in den Essener Süden. Die fehlende Ortskenntnis der Beamten in den zwangseingemeindeten Stadtteilen. Auch bei der Verfolgungsjagd von Michalski durch den Mitzwinkel hätte man eine Anleihe nehmen können. Als Topping hätte ich mir noch gewünscht, dass man am Originalort gedreht hätte.

  2. AvatarBabypopo sagt:

    @Carsten:
    In einer späteren Szene wurde erwähnt, dass sich die Filiale der „Kettwiger Bank“ am Rüttenscheider Stern befunden habe…es war also nicht der Essener Süden. Und die Dienststelle von Mick & Kringge liegt soweit ich weiß auch nicht in Altenessen. 😉

    @Chris Kurbjuhn
    Ich fand die Grundstimmung der Folge dem Fall angemessen. Wenn Familienmitglieder an Leib und Leben bedroht sind holzt man nicht mit Macho-Sprüchen durchs Unterholz.

  3. @Babypopo Mit „dem Fall angemessen“ hast du natürlich recht. Aber mir passt einfach die ganze Richtung nicht, die die Autoren in der 4. Staffel eingeschlagen haben: seit Micks Ermittlung in eigener Sache mitläuft, wird vieles ernster genommen und schlingert am Rand zu übertriebenem Pathos lang. Mir hat die Serie immer am besten gefallen, wenn sie witzig und selbstironisch war.
    Und: die Autoren-Jungs sollten sich das genau überlegen, ob sie den letzten Bullen weiter in Richtung ernsthafte Krimi-Serie positionieren wollen. Ganz ehrlich: das können die meines Erachtens gar nicht, die Krimi-Plots, die die abliefern, sind doch von eher einfacher Strickart.

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