Will sehen: Die besten Pokerfilme aller Zeiten

Poker – tolles, kerniges Männer-Kartenspiel. Aber welches Spiel ist eigentlich besser: Poker oder Skat? Und was ist mit Schafkopf? Wenn wir ins Kino gucken, wird sofort klar: Coole Skatfilme kann man an der Hand eines ungeschickten Sägewerks-Mitarbeiters abzählen. Hollywood weiß: Nur Poker ist sexy. Wir zeigen euch die besten Poker-Filme aller Zeiten.

Platz 6. Rounders (USA, 1998, mit Matt Damon, Edward Norton, John Malkovich, Martin Landau. Regie: John Dahl)
Dieser Film genießt Kultstatus unter vielen Pokerfans – was ich offengestanden nicht nachvollziehen kann. Okay, die Darsteller-Riege ist beeindruckend, und jeder Film mit Martin Landau ist ein Freudenfest für den Kino-Enthusiasten, aber diese Plotte (spielsüchtiger Topgambler setzt sich nochmal an den Pokertisch, um einem Kumpel zu helfen und bekommt Probleme) gehört zum durchsichtigsten, was Hollywood je hervorgebracht hat. Vorhersehbar und durchaus bieder schnurrt die Story überraschungsfrei ab, ohne dass Drehbuch oder Regie ein Überraschungs-As aus dem Ärmel zaubern. Selber Karten spielen ist deutlich spannender.

Platz 5: Maverick (USA, 1994, mit Mel Gibson, Jodie Foster, James Garner. Regie; Richard Donner)
Jodie Foster, Mel Gibson und James Garner in einem Spaßwestern über ein Schlitzohr, das ein Pokerturnier gewinnen will, inszeniert von Spaß-Profi Richard Donner, kann einem da der Spaß verdorben werden? Praktisch nicht, solange man’s nicht spannend haben möchte. Das hier ständig die unwahrscheinlichsten Dinge passieren und Maverick sich irgendwie auch noch aus der größten Klemme rauswinden wird, ist nach längstens zehn Minuten klar. Dann weiß man auch, wer die entscheidende Poker-Partie gewinnen wird. Richtiger Poker ist vielleicht nicht so lustig, aber spannender.

Platz 4: Höchster Einsatz in Laredo (USA, 1966, mit Henry Fonda, Joanne Woodward, Jason Robards. Regie: Fielder Cook)
Und noch ein Spaßwestern, der hier ist aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts,daher mit ziemlich hohem Tutigkeits-Faktor. Aber die Nebenrollen sind angemessen schrullig besetzt, es geht die ganze Zeit beinahe ausschließlich um Poker und die Schlusswendung ist für diejenigen, die den Film zum ersten Mal sehen, ziemlich überraschend. Wer sich nicht an stubenreinem Familienkino stört, hat mit diesem Film ein Gewinnerblatt. Sehr seltsam, dass das Teil nicht auf DVD oder Bluray zu haben ist.

Platz 3: Der Clou (USA, mit Paul Newman, Robert Redford, Robert Shaw. Regie: George Roy Hill)
Eigentlich ist „Der Clou“ nun alles mögliche (z. B. eins der größten Buddy-Movies aller Zeiten), aber ein Pokerfilm? Natürlich! Das Duell zwischen Paul Newman  und Robert Shaw im Zug, mit dem der eigentliche „Clou“ vorbereitet wird, ist schlichtweg sensationell. Die Leichtigkeit, mit der Newman den angetrunkenen Tölpel gibt, um Robert Shaw zur Weißglut zu treiben, und die eiskalte Gefährlichkeit, mit der Shaw kontert, da weiß man sofort: hier wird mit höchstem Einsatz gespielt. Ein Kabinettstückchen der Sonderklasse.

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Video-Link: http://youtu.be/Lh8dcvj-0NA

Platz 2: Casino Royale
Ein Bond-Film, und zwar einer aus meinen Top 3 (Goldfinger, Casino Royale, Skyfall). Die Pokerpartie zwischen Bond und Le Chiffre ist vielleicht nicht der Höhepunkt dieses Films, aber das Herzstück. Und Bond dekliniert am Spieltisch alle Emotionen durch, die jeder Pokerspieler kennt. Von der totalen Verzweiflung bis zur totalen Euphorie… auch 007 erliegt der Faszination Poker. Hier – wie im gleich folgenden Gewinner-Film – geht’s (auch) um die metaphysische Ebene des Spiels: die Einteilung der Welt in Gewinner und Verlierer und den Einsatz aller Mittel, um auf der Gewinnerseite zu landen.

Platz 1: Cincinnati Kid und der Pokerkönig (USA, 1965, mit Steve McQueen, Edward G. Robinson, Ann-Margret. Regie: Norman Jewison)
Was kann man über diesen Film noch sagen? Vor beinahe 50 Jahren gedreht, und immer noch kann kein anderer Pokerfilm diesem Meilenstein den Bourbon reichen. Herausragende Schauspieler in den Haupt- (McQueen und Robinson in einem Minimalismus-Duell!) und Nebenrollen (Malden! Ann-Margret! Blondell! Calloway!). Zwei Männer tragen am Spieltisch ein Duell mit Karten aus, aber das Buch und die geniale Regie verdichten die an sich simple Poker-Partie wird zur Metapher für das ganze Leben. Aber anders als in der abgehobenen Agentenwelt von „Casino Royale“ geht’s hier ans Eingemachte. Hier werden schmerzliche Lektionen wie ”Was du bezahlt hast, war der Zuschauerpreis. Unterricht kostet extra.” erteilt. Was den Film endgültig zum Gewinner macht: Auch nachdem man ihn zum ersten Mal gesehen hat, kann man ihn wieder und wieder anschauen. Obwohl man dann weiß, wie das Poker-Match ausgeht.

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Video-Link: http://youtu.be/C7jy9VGuqEE

Tja, in der Tat: über 50 Jahre ist es her, seit „Cincinnati Kid“ gedreht wurde. Wär’s nicht mal Zeit für einen neuen Poker-Film? Stoff gibt es reichlich: was dem dänischen Poker-Profi Theo Jørgensen widerfahren ist, ist absolut drehbuchreif.

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3 Responses to Will sehen: Die besten Pokerfilme aller Zeiten

  1. AvatarAndrea says:

    Eigentlich war ich ja nur auf der Suche nach einer guten Taktik für’s Nullspielen beim Skat und bin dabei auf diese nette Seite gestoßen :-).
    Schöne Texte, und das mit der Hand eines ungeschickten Sägewerks-Mitarbeiters hat mich zum Grinsen gebracht.

    Beste Grüße aus dem Frauenlager
    Andrea

  2. Herzlichen Dank aus dem Männerlager!:) Zur Taktik beim Null: Für den Alleinspieler gilt „7,9, Bauer steht wie ’ne Mauer“, wenn man unten nicht so kompakt besetzt ist, sollte man’s mit dem Null nochmal überlegen. Wobei 7,9, Bube, As auch gefährlich werden kann, wenn der ganze Rest auf einer Hand sitzt, was aber doch eher selten vorkommt. Wenn man gegen einen Null spielt und der Alleinspieler in Mittelhand sitzt: „Achter sind Gespenster“. Wenn vorhanden gerne eine 8 vorspielen, entweder er hat die 7 nicht und muss sich gleich offenbaren, oder er muss gleich den 7er opfern und hat dann oben die Lücke. Ansonsten: nicht gleich die 7 auf den Tisch hauen, sondern erst mal von oben runter spielen, damit der Mitspieler gegebenenfalls sein hohes Zeugs los wird.

    • AvatarAndrea says:

      Herzlichen Dank! Die 7,9,Bauer-Geschichte kannte ich, aber die „gegen den Nullspieler“-Tips waren sehr hilfreich (bzw. werden es hoffentlich sein).

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