Schlägereien der Sonderklasse: Hill & Spencer wie Pech & Schwefel

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Die nächste Abteilung in unserer Hill-Spencer-Keilereien-Serie. „Zwei wie Pech und Schwefel“ ist angesagt. 

Wobei dieser Film – die Fans mögen es mir verzeihen – nicht sonderlich gut gealtert ist. Synchron-Genie Rainer Brandt hat in anderen Filmen schon deutlich gag-dichter geblödelt, und den von Laurel & Hardy inspirierten „slow burns“ fehlt öfters die Spannung. Szenen wie das Würstchen-Wettessen oder die Chorprobe, die bei den Fans Kultstatus genießen, kommen mir heute doch ein wenig langatmig vor. Und, tja, die Musik von Oliver Onions muss man mögen, Betonung auf „muss“.

Aber was soll’s, man geht ja nicht in einen Hill-Spencer-Film, weil man die schauspielerischen Leistungen würdigen will, man geht in so einen Film, weil man zusehen will, wie die bösen Jungs auf die Zwölf kriegen, und hier erreicht „Zwei wie Pech und Schwefel“ die volle Punktzahl.

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Video-Link: http://youtu.be/bLFAJchrEr0

Zunächst mutet einen diese Prügelei als arg konventionell an. Die beiden führen ihre Markenzeichen („Dampfhammer“ von oben, multiple Backpfeifen etc.) eher routiniert als inspiriert vor, doch dann nimmt die Sache Tempo auf. Hill zeigt ein paar nette akrobatische Einlagen an den verschiedenen Turngeräten, und Bud Spencer überrascht mit einer erstaunlichen Agilität. So beweglich (der Sprung übers Seitpferd!) hat man ihn in früheren Filmen selten, in späteren nie gesehen.

„Zwei wie Pech und Schwefel“ läuft heute (23.10.2012) um 20 Uhr 15 auf Kabeleins.

 

 

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