Wo geht’s lang? – Die Tour de France 2013

Peloton Tour de FranceBis der der offizielle Rennverlauf der 100. Tour de France vorgestellt wird, dauert es noch gut einen Monat. Genauer gesagt: Am 24. Oktober tritt Tourdirektior Christian Prudhomme in Paris vor die staunende Weltpresse und erklärt, wo die rollende Apotheke sich im Jubiläumsjahr abquälen wird. Einiges ist schon durchgesickert, einiges ist noch nicht bestätigt. Es ist also die beste Zeit, um ein wenig zu spekulieren…

 

Bei der diesjährigen Tour waren die klassischen Passagen ja eher dünn gesät, wohl auch, um den Jieper für 2013 zu schüren. Schon zu Nikolaus 2011 berichtete TF1, das erste Programm des französischen Fernsehens: “C’est signé – es ist unterschrieben. Die Tour 2013 startet auf Korsika.” Hammer! Und das in vielerlei Hinsicht. In ihrer 110jährigen Geschichte war die Tour schon überall, aber nicht ein einziges Mal auf Korsika.

Warum nicht? Die Standardantwort des ehemalige Tourdirektor Jean-Marie Leblanc lautete: “Die Korsen haben nie gefragt.” Mag sein. Vielleicht war aber auch eine diffuse Angst vor Anschlägen durch die korsischen Separatisten im Hintergrund, die die Direktoren abgehalten hat. Hinzu kommen natürlich logistische Probleme. Immerhin begleitet eine Entourage von gut und gerne 5000 people die knapp 200 Rennfahrer. Da macht es Sinn, nicht nur eine Etappe auf der Insel der Schönheit auszufahren.

Panorama SarteneDie fleißigen Leute bei Wikipedia haben schon eine Seite für die Tour 2013 angelegt und aufgeschrieben, was schon wasserdicht ist: Zum Auftakt am 29. Juni 2013 gibt es keinen Prolog, sondern es wird mit 200 Kilometern von Porto Vecchio nach Bastia eine reguläre Etappe ausgefahren. Nach dem Start, fährt das Feld einen kleinen Schlenker zu den Kreidefelsen von Bonifacio und dann geht es die gesamte Ostküste hoch.

An Tag zwei kommt es dann schon relativ dicke: Von Bastia geht es einmal quer über die Insel. Vorbei an der heimlichen Hauptstadt Corte zur Westküste nach Ajaccio. “Nous n’avons pas de plat – bei uns ist es nirgends flach”, meint der korische Journalist Pierre Cangioni, den viele noch von der Sendung Téléfoot und unzähligen Boxreportagen kennen. Seit 2007 trommelte er ohne Unterlass bei der ASO, um die Tour auf die Insel zu holen und 2013 wird sein Kindheitstraum wahr.

Tag drei ist dann auch als Mittelgebirgsetappe ausgewiesen. Von Ajaccio geht es zum Fährhafen Calvi. Der Monte Cinto mit über 2700 Metern wird zwar nicht überquert, aber Mittelgebirge klingt für meinen Geschmack schon einen Tacken zu niedlich. Von wegen, die erste Woche gehört den Sprinterteams. Schon in den ersten drei Tagen gibt es ausreichend Gelegenheit, den Laden auseinander zu fahren.

Mit der vierten Etappe erreicht die Tour dann in Nizza das französische Festland. Und: Sie können es einfach nicht lassen… Es gibt ein vermaledeites Mannschaftszeitfahren. Naja, ist ja nur ein Tag. Den Vergleich mit der alten Unterhose hatte ich ja schon gebracht.

Bis hierher ist alles bekannt. Aber wie geht es weiter? Tja, Leute, was soll ich sagen? Ich habe mal den Buschtrommeln gelauscht und hier kommt meine virtuelle Tour 2013.

Die 5. Etappe ist ein Festival für die Sprinter. Von Cagnes-sur-Mer geht es nach Marseille. Dann wartet der nächste Klopfer. Die 6. Etappe startet in Aix-en-Provence und endet auf dem Mont Ventoux in der Provence. 1912 Meter. Merckx musste nach der Bergankunft ins Sauerstoffzelt. Der Berg ist Legende, braucht man nichts weiter zu zu sagen.

Am 6. Tag geht es von Saint-Paul-Trois-Château nach Béziers am Canal du Midi. Das ist eine Flachetappe aus dem Rhônetal raus in Richtung Mittelmeer. 207 Kilometer mit Garantieschein für eine Sprintankunft. Bevor es am Montag Ruhetag heißt, heißt es noch zwei Mal Hochgebirge. Samstag geht es von Perpignan nach Ax-3-Domaines. Und am Sonntag steht Bergankunft am Tourmalet auf dem Programm. Für Zeitfahrer (über das Mannschaftszeitfahren rede ich nicht!) war in der ersten Tourwoche also nichts dabei.

BergankunftDie 10. Etappe ist dann wieder eine Mittelgebirgsetappe. 197,5 Kilometer von Pau ins Baskenland nach Bayonne. Es folgen mit Dax – Bordeaux durch die Landes und Bordeaux – La Rochelle zwei Flachetappen, bei denen die Sprinter wieder zum Zuge kommen. Auf der 13. Etappe heißt es dann aber schon wieder Bergankunft. Zwar nicht so brutal wie Ventoux und Tourmalet, aber am Ende der 184 Kilometer von Nantes in die Bretagne wartet die Mûr.

Mon Saint MichelAm Mont-Saint-Michel gibt es dann das erste von zwei Einzelzeitfahren. Und am Nationalfeiertag geht es 198,5 Kilometer von Vitré nach Tours. Ein gefundenes Fressen für die Sprinter. Es folgt der zweite Ruhetag und dann warten die Alpen. Erst hügelig von Lyon zur berüchtigten Abfahrt nach Gap. Und dann heißt es schon wieder Bergankunft. Es geht nach Alpe d’Huez.

Arc de TriompheEs folgen zwei weitere Etappen im Hochgebirge. Von Briancon nach Le Grand-Bornand und am Folgetag von dort weiter nach Morzine Avoriaz. Auf der Fahrt von Annecy nach Chalon-sur-Saône bekommen die Spirnter ihre letzte Chance. Denn die letzte Etappe endet zwar in Paris auf den Champs-Élysées, es ist aber ein 15 Kilometer langes Einzelzeitfahren.

Schaun wir mal, ob alles so eintrifft Bis dahin: Kette rechts!

Foto Peloton von Vzach, gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Foto Sartene von Pierre Bona (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Foto Mt. Ventoux von Anthospace (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons 
Foto Mont Saint Michel by Benh LIEU SONG (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC-BY-2.5], via Wikimedia Commons 
Foto Arc de Triomphe Michael Meinecke [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons 

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