Schlägereien der Sonderklasse: Bud Spencer & Terence Hill im Kloster

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie frisch der Wind war, den Terence Hill und Bud Spencer Anfang der Siebziger Jahre ins Western-Genre  und – natürlich – in die Filmschlägerei brachten. Bis zu „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ und „Vier Fäuste für ein Halleluja„. Bis zu diesen beiden Filmen waren Western meist bierernste Angelegenheiten. Um für ein wenig Abwechslung zu sorgen, hatten die beiden Sergios (Corbucci und Leone) den Italo-Western kreiert, in dem sie Bierernst mit Gewalttätigkeiten kombinierten, doch dann kamen Bud Spencer und Terence Hill, rissen die Saloon-Tür auf und lüfteten durch.

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Video-Link: http://youtu.be/yvh9eX6QvCg

Zwei prügeltechnische Innovationen wurden zu Markenzeichen der beiden: die „Dampframme“ (wuchtiger Faustschlag von oben auf den Schädel) und die „Doppel-Backpfeife“ (beidhändiger Schlag auf die Ohren). Ihr eigentliches Verdienst ist es aber, den Ernst aus dem Saloon (oder – wie hier – dem Klosterhof) geprügelt zu haben. Hier kämpft nicht mehr Gut gegen Böse, hier hat sich die Lust am Kampfspiel anarchisch verselbständigt. Es geht nicht nur ums Gewinnen, es geht darum, möglichst elegant oder möglichst komisch zu gewinnen.
Dieses Rezept haben Spencer und Hill in ihren späteren Filmen wieder und wieder wiederholt, bis es sogar ihren treuesten Fans aus den Ohren rauskam und (siehe oben) beidhändig wieder hineingeprügelt werden musste. Aber wir konnten ja nicht ahnen, dass die Blüte, zu der die unschlagbaren Zwei die Filmschlägerei führten, die vorläufig letzte sein sollte…

Natürlich soll das nicht die  letzte Hill/Spencer-Prügelei sein, die wir hier zeigen. Welches sind eure Lieblings-Auseinandersetzungen der beiden?

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2 Antworten zu Schlägereien der Sonderklasse: Bud Spencer & Terence Hill im Kloster

  1. AvatarMartin sagt:

    Terence allein fand ich in Nobody am besten. Zusammen wirds schwer .. die beiden haben so viele geile Streifen gedreht, dass man sich schwer entscheiden kann.

    Die Nummer auf der Insel (Name vergessen, wo er mit Puffin Bier ne Promo Tour veranstaltet) fand ich etwas zu albern, aber 4 Fäuste für ein Halleluja z.B. war schon großes Kino.

    Was noch fehlt wäre ein Zusammenschnitt der Fress-Szenen (speziell Bohnen aus der Pfanne) 😉

  2. Zusammenschnitt der Fress-Szenen? Die Mutter aller Hill/Spencer-Fress-Szenen hatten wir schon mal: http://blog.nassrasur.com/2011-07-11/sommertheater-im-restaurant/

    Puffin Bier? War das nicht Marmelade? War in „Zwei Asse trumpfen auf“, wenn ich mich recht entsinne.

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