Dynamo Dresden, Sie sind raus! – Wieso das denn?

Feuer unterm Dach

Das DFB-Sportgericht hat gesprochen. Weil sogenannte Fans von Dynamo Dresden während des Pokalspiels in Dortmund (und drumherum) massiv randaliert haben, wird Dresden für ein Jahr vom DFB-Pokal ausgeschlossen, darf also in der Saison 2012/2013 nicht teilnehmen. »Der DFB muss irgendwann auch einmal Farbe bekennen. Von dem Urteil soll ein Signal ausgehen. Denn nie war die Gewalt im deutschen Fußball größer. Wenn das so weitergeht…… dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es den ersten Toten gibt«, hieß es bei der Begründung des Urteils.
Dass es bisher noch keine Toten gegeben hat, grenzt für mich an ein Wunder, wenn ich die Bilder aus einigen Stadien angucke. Die eigentliche Frage ist doch aber: Wie hilfreich ist dieses Urteil? Bekommt man mit derartigen Maßnahmen die Gewalt aus dem Stadion?
Die Logik sagt auf Anhieb erstmal: „Ja“. Die Fans sind Anhänger des  Vereins, und wenn man den Verein trifft, dann trifft man auch sie. Wenn man allerdings einen Moment lang nachdenkt, kommt einem das „Ja“ nicht mehr so flüssig über die Lippen. Die Leute, die sich prügeln, munter alles zerkloppen, was sie im Stadion oder auf dem Weg dorthin erblicken, die Raketen in andere Fanblöcke schießen, wo Familien mit Kindern stehen… das kann mir doch niemand erzählen, dass diese Leute wegen des Fußballs oder wegen „ihres“ Vereins ins Stadion gehen.
Und was ist, wenn diese Gestalten anfangen, über den ein oder anderen „Vereinswechsel“ nachzudenken? In Dresden ist ja nix mehr los, ziehen wir eben mal blaue Kutten über und mischen die Arena auf Schalke auf?
Überhaupt steht der DFB jetzt unter verschärfter Beobachtung: beim nächsten entsprechenden Zwischenfall – der schneller da sein könnte, als man denkt – wird genau registriert werden, ob das DFB-Sportgericht die „Dresdner Elle“ anlegt, oder ob doch mit mehrerlei Maß gemessen wird.
Insbesondere die Tatsache, dass Borussia Dortmund, deren versagender Ordnungsdienst die Randale im Stadion erst ermöglicht hat, nur mit 8.000 € zur Kasse gebeten wird, verwundert angesichts dieser Unverhältnismäßigkeit. Und dass das Sportgericht in Sachen Hoffenheim, wo man mit einer Lärmmaschine gegnerische Fans direkt angegriffen hat, immer noch nicht tätig geworden ist, lässt nicht nur Dresden-Fans mit dem Kopf schütteln. Wie dem auch sei, Vereine, deren sogenannte Fans sich gern in Richtung Randale etc. betätigen (Rostock, Köln, Frankfurt, um nur einige zu nennen), stehen hoffentlich endgültig unter verschärfter Beobachtung, und das ist das schlechteste nicht.
Doch zurück zur Eingangsfrage: Bekommt man so die Gewalt aus den Stadien? Ich fürchte, das reicht nicht.  Die Typen, die in den Stadien randalieren, sind Desperados, das geht denen am Arsch vorbei, was der DFB mit einem verein anstellt, auch wenn sie behaupten, Fans desselben zu sein.
Also mehr Polizei in die Stadien, mehr Überwachungskameras usw.? Wollen wir wirklich Fußball im Hochsicherheitstrakt gucken, mit Sicherheitskontrollen wie  auf dem Flughafen?
Ich weiß es nicht, deshalb frag ich euch. Was haltet ihr von dem Urteil? Habt ihr Ideen, was man tun könnte?

Dynamo Dresden darf wegen der Ausschreitungen seiner Fans beim spiel gegen Dortmund nächstes Jahr nicht am DFB-Pokal teilnehmen. Was hältst du von diesem Urteil des DFB-Sportgerichts.

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Foto: Daniel Hannes  / pixelio.de

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4 Responses to Dynamo Dresden, Sie sind raus! – Wieso das denn?

  1. AvatarOpa says:

    ich habe zwar auch keine Lösung parat, aber diese Entscheidung ist mal wieder typisch für uns Deutsche.
    Anstatt die ursachen anzugehen, werden nur Symptome behandelt nd das mt fragwürdigem Ausgang.

    Meiner Meinung nach muss hier bei den Veranstaltern angesetzt werden.
    Wie kann es sein, daß Millionen von Euro für Polizisten und Sanitätern in Bereitschaft und Einsatz ausgegeben werden, die Gesundheit und das Leben derer und auch unbeteiligter auf Spiel gesetzt werden und die Vereine nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
    Die Spieler und der Vorstand verdienen sich mit schlechtesten Leistungen dumm und dusselig und wir Steuerzahler müssen deren Unvermögen auch noch finanziell und mit unseren Nerven ausbügeln.
    Was allein die Steuerzahler jedes Wochenedne für die Aufräumarbeiten der Besoffenen Idioten ausgeben müssen geht auf keine Kuhhaut. Übrigens das gleiche Thema wie bei der Loveparade.

    Die Politik versagt, Fussball wird verboten, die Jugendlichen haben keine Perspektive, schlagen jetzt lieber Ausländer tot und die Merkel geht mit Sarkozy knutschen.
    Na Prost Mahlzeit.

    Gesellschaftliche Entwicklungen kann man nicht mit verboten bekämpfen.

  2. Was mich nach mehrtägigem Nachdenken – und dem Lesen zahlreicher anderer Kommentare zum Thema – mehr und mehr interessiert: Wir haben seit Jahren massiv Überwachungstechnik in den Stadien, Kameras scannen die Fanblocks ohne Unterlass, Ordner und Polizisten stehen in vierstelliger Zahl bereit – und da soll es nicht möglich sein, Straftäter zu isolieren, festzunehmen, etc.?
    Wenn das tatsächlich nicht geht, dann war das ja eine komplett verfehlte Strategie, dann muss man die Üebrwachungskameras rausreißen und sich was neues einfallen lassen. Oder ist die ganze Fußballrabauken-Szene ebenfalls so mit V-Leuten durchsetzt, dass man die nicht ausheben kann, ohne die eigenen Leute zu gefährden?

  3. AvatarCarsten says:

    Ich glaube der ganzen Überwachungstechnik wird zuviel Bedeutung beigemessen. Beispiele: Mir wurden regelmäßig Fahndungsfotos von EC-Kartenbetrügern vorgelegt – für die Lokalberichterstattung. Wenn die die richtige Tageszeit abgewartet hatten, war darauf nichts zu erkennen. In meiner ehemaligen Redaktion wurde dreimal unter laufender HD-Kamera eingebrochen – nüscht zu erkennen. Ich war auf Demos , wo ohne unterlass mit mehreren Polizei-Teams gefilmt wurde – soviel Material können die m. E. nicht auswerten.

  4. Pingback: Redneck-Games, Journalisten und Erroll Garner - die Links der Woche vom 25.11. bis 2.12. | Männer unter sich

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