Ankes Fernbedienung

Jeder Mann kennt das wichtigste Instrument in einem Haushalt: Die Fernbedienung. Wer die Fernbedienung aus der Hand gibt, riskiert alles: Mona Lisa statt Sportschau, Pilcher statt Tatort, Anne Will statt englischem Krimi, um nur die Fährnisse zu nennen, die an einem Sonntagabend lauern.
Daher blicken wir mit fassungslosem Staunen nach Köln, auf den Picassoplatz 1, auf die Chefetage von RTL-Television, auf die Geschäftsführerin von „Deutschlands mächtigster Unterhaltungsmaschinerie“ (Financial Times Deutschland), Anke Schäferkordt. Anke gibt nämlich ihre Fernbedienung ab. Immer, wenn sie abends nach Hause kommt.
Diese schockierende Tatsache müssen wir einer sogenannten Homestory entnehmen, die in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist, und die uns mehr als beunruhigende Einblicke in die Gedankenwelt Frau Schäferkordts beschert hat.
Kostprobe gefällig? „Monstermaschinen faszinieren vor allem die männliche Zielgruppe“, schwadroniert Frau Schäferkordt angesichts eines von n-tv versendeten Schaufelbaggers daher. Während unsereins noch verzweifelt versucht, ein Baustellenfahrzeug gedanklich zum Faszinosum hochzustilisieren, äußert Frau Schäferkordt in beängstigend unbeirrter Weise ihre Sympathien für sogenanntes „Männerfernsehen“: „… ich kann aber verstehen, dass man als Mann Spaß an solchen Sachen hat. Das erinnert mich an meine Kindheit, als die Jungs bei uns diese Feuerstreifen auf den Kotflügel über den Auspuff ihrer Opel Mantas klebten.“

Manta

Opel Manta mit korrekt positioniertem Auspuff

Mal ganz abgesehen davon, dass Frau Schäferkordt vorgibt, abgefilmte Autoaufkleber für ein attraktives Männerprogramm zu halten, wo meint sie, dass solche Aufkleber hingeklebt werden? Und wie kommt der Kotflügel beim Manta über den Auspuff? Doch wohl nur durch einen durch Frau Schäferkordts weibliche Schusseligkeit verursachten Mega-Auffahrunfall am Kamener Kreuz!
Oder hat sie ihr automobiles Wissen während ihrer schwere Kindheit in einem Drecknest nahe Lemgo erworben? Dann müssen sich die Kerle dort Karren zusammengeschraubt haben, über die sogar die Ludolfs Tränen gelacht hätten, und ihre Aufkleber haben sie angebracht, während sie sich durch die zweite Palette Kleiner Feigling gearbeitet haben.

Teddy

Frau Schäferkordts Lebensgefährte mit Fernbedienung (Symbolfoto)

Bei Frau Schäferkordt zuhause hat der Lebensabschnittsgefährte jedoch weder ein praktisches Portionsfläschchen noch einen geschmackvollen Autoaufkleber („Ich bremse auch für Anke!“) in der Hand, sondern die Fernbedienung: „Zuhause gebe ich die Fernbedienung aber meist an meinen Lebensgefährten ab. Das ist besser für uns beide.“
Wieso das denn? Kann die RTL-CEO nicht ohne männliche Hilfe umschalten? Kann ihr Lebensabschnittsgefährte (laut Boulevardpresse ein Historiker) als einziges Mitglied des Zwei-Personen-Haushalts die Hieroglyphen in der Programmzeitschrift entziffern? Oder fühlt sich Frau Schäferkordt wie alle iPhone-Besitzerinnen von Geräten terrorisiert, die mehr als einen Knopf haben?
Nein, die Antwort ist – typisch für die Unterhaltungsangebote von RTL – sehr einfach: „Ich zappe nämlich für mein Leben gerne.“
Zumindest wissen wir jetzt, warum RTL ein Programm wie RTL macht, warum Perlen wie „Mitten im Leben“ (Ich empfehle die Folge „Die Mutter vergrault dem Gothic-Sohn die Freundin“, in der die Darsteller von einem Mett-Igel an die Wand gemimt werden) oder „Willkommen bei Mario Barth“ (Bei diesem Format hingegen sehnen wir den quirligen Mett-Igel geradezu herbei) in die große weite Welt hinein gesendet werden: weil die Geschäftsleitung schon bei der Endabnahme umgeschaltet hat.

Was wir aber gern wissen würden: Was schaltet Ankes Kerl ein, wenn er sich über sie geärgert hat? Welche Sendung muss Frau Schäferkordt ohne Zappen ertragen, wenn sie ihrem Historiker an den Karren Manta gefahren ist?
Die originellste Antwort in den Kommentaren gewinnt eine Tube Top-Secret-Rasiercreme aus dem Nassrasur.com Shop. Antworten sind bis heute um Mitternacht möglich. Die Auswahl des Gewinners, der morgen früh in den Kommentaren bekannt gegeben wird, erfolgt total subjektiv und unfair durch die Redaktion von „Männer unter sich“. Mitarbeiter von nassrasur.com, Autoren dieses Blogs und Ankes Historiker dürfen nicht teilnehmen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
UPDATE: Das Gewinnspiel ist beendet!

Fotos: R.B./pixelio.de (Manta), nimkenja/pixelio.de (Fernbedienung)

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7 Antworten zu Ankes Fernbedienung

  1. AvatarEnno Sulz sagt:

    Heut abend ist auf Dmax was über das Liebesleben der Dinosaurier.

  2. AvatarAndreas Beck sagt:

    Ich denke mal da Frau Schafskot sicher im Besitz eines Digitalfernsehpaketes ist, wird ihr lebensabschnittsgefährdeter Historiker jeden Abend die elenden Wiederholungen auf dem Hysterie – Channel ( http://www.history.de/ ) anschauen und sie sitzt mit einem Zappen daneben und zerzaust seinen Mettigel.

  3. AvatarGiovanni sagt:

    Ich weiß nicht, wie lang es her ist, daß ich auf RTL länger als 2 Minuten hängen blieb. Ich gehöre zu den altgewordenen Männern, die lieber den Kopf in die frische Luft stecken, als auf getarnten Gesangsveranstaltungen nach einem neuen Haarschnitt Ausschau zu halten.

    Zitat aus der SZ: „Er hat die Haare anders als bei uns.“ Sie meint das frühere DSDS-Jury-Mitglied Thomas Stein.“

  4. AvatarAnsgar Tolksdorf sagt:

    Als Strafmaßnahme läuft bei Schäferkordts bestimmt die Aufzeichnung einer Sendung, in der Beckmann, Kerner, Pocher und Raab darüber diskutieren, wer am natürlichsten rüberkommt. In Endlosschleife.

    Ansgar Tolksdorf

  5. AvatarAchim sagt:

    Fernseh kann man fast vergessen. Ich guck fast nur noch DVD-Player. Meine Lebensgefährtin ist für das abendliche Programm zuständig. Ich habe die Scheinwerfer auf sie gerichtet und und wenn sie bei der Wettervorhersage angekommen ist, dann rutsch ich schon aufgeregt im Sessel: „Meine Damen und Herrn“, sagt sie, „heute abend eine Westernkömodie mit Burt Lancaster in eine der Hauptrollen: ‚Vierzig Wagen westwärts‘. Viel Vergnügen.“

  6. AvatarOpa Andreas sagt:

    OK,
    die Herausforderung nehme ich gerne an 😉

    Daß man(n) die Fernbedieung nicht aus der Hand geben darf ist ja nicht nur aus “ Ankes Fernbedienung“ klar. Das ist ja wohl schon in der Evolution entstanden. Damals allerdings ohne Knöpfe. Da war es ein Knüppel.

    Ich habe zur Vermeidung ehelicher Streitigkeiten und zur Vorbeugung von augen- und ohrenschädlicher Veröffentlichungen schon vor Jahren zwei Digitalreceiver aufgestellt.
    Einer mit Sky(aka Premiere), einer mit den freien Sendern. Zusätzlich steckt im Fernseher ein CI-Modul für eigentlich das Gleiche wie im zweiten Receiver, aber der Fernseher kann außer DVB-C ja auch DVB-T. Cool!
    Musikanlage und DVD-System sind auch fernbedienbar, logo! Kann ich sogar mit dem Iphone dran drumfummeln 😉

    Jetzt ist der Coup gelungen und komplett! Fünf Fernbedienungen, dreimal Digitalglotze und Mucke auf Analog und Digital, dann kann man ihr 6.1 nicht erklären und die drei neuen Thermostatventile von Conrad an den Plattenheizkörpern werden per Wandfernbedienung bedient. Für 50€ echt nen Schuß!
    Dann noch das Iphone.

    So!

    Ich liebe die Frage: „Mausi, kannst Du uns was schönes im Fernsehen anmachen?“

    “ Klar doch Schatz, aber ZDF mit Pilcher ist Heute leider defekt…“ „Und die Saalfrank geht auch nicht…! Wegen Schneechaos im Deister….“
    „Scheiß Digitalfernsehen! Ne, mein Schatz?“

    Ich liebe meine Frau!

  7. Danke, dass ihr euch alle beteiligt habt. Die Tube Rasiercreme geht an die männlichste Lösung der Aufgabe, die zweifelsfrei von Opa Andreas eingereicht wurde. Er hat aus einem inhaltlichem ein technisches Problem gemacht und löst es durch massiven Einsatz von Gadgets und High-End-Technologie. Typisch Mann eben.
    Schick bitte eine Versandadresse an redaktion@maenneruntersich.de, damit wir dir die Rasiercreme schicken können.

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