Weihnachtswünsche: Barbarosa

Als ich in dem Alter war, in dem man noch Wunschzettel schreibt, hab ich immer auch Sachen drauf geschrieben, bei denen ich genau wusste, dass ich sie nicht bekommen würde. Batman-Kostüm. Richtiges Ritterschwert. Ticket für ein Heimspiel vom FC Santos (Pelé!). Warum ich das gemacht hab? Natürlich aus einer gewissen Lust an der Provokation, aber auch… man weiß ja nie, wie sich die Dinge entwickeln. Ein unverhoffter Lottogewinn reduziert einen Stadionbesuch in Brasilien auf lösbare logistische Probleme. Je älter ich werde, desto vernünftiger finde ich diese Weltsicht, die ich als Junge hatte. Und deshalb eröffne ich jetzt hier das Posting der unerfüllbaren Weihnachtswünsche. Einen hat jeder frei. Meiner ist: „Barbarosa„. weiterlesen…

FIFA-Krise, Schwulen-Ehe und faszinierende Wikipedia-Einträge – die Links der Woche vom 22.5. bis 28.5.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Die Themen der Woche waren die Verhaftung der FIFA-Funktionäre und die Zustimmung der Iren zur Schwulen-Ehe. Mit diesen Themen befasst sich auch die Mehrzahl unserer Männer-Links zum Wochenende, wir haben aber noch Outdoor, Barbershops, Legenden in der Wikipedia und natürlich den Jazz der Woche im Programm. Der freitägliche Link-Mix für Männer eben, wie ihr’s gewohnt seid. weiterlesen…

Der größte Stand-Up-Komiker, italienisches Hühnchen und die Rugby-Regeln – die Links der Woche vom 8.8. bis 14.8.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

DAS Ereignis der Woche war sicherlich der Tod von Robin Williams, der unglaublich viele Menschen betroffen gemacht hat, mich inklusive. Unsere Links der Woche haben – natürlich – einen Robin-Williams-Schwerpunkt mit ein paar hierzulande eher wenig bekannten Videos. Außerdem haben wir noch einen schrägen Kurz-Western für euch. Ein italienisches Hühner-Rezept. Und die Rugby-Regeln. Und noch ein paar Themen… weiterlesen…

Torhüter, ein schräger Western und Marshmallow Land – die Links der Woche vom 14.12. bis 20.12.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Es ist geschafft, die Tage werden wieder länger. Nur noch schlappe 3 Monate Winter, dann ist schon wieder Frühling, also steht der Sommer praktisch vor der Tür. Wie der vierte Advent, Weihnachten und Neujahr. Und unsere Links der Woche natürlich… weiterlesen…

Schlägereien der Sonderklasse: John Wayne vs. Howard Keel (und den ganzen Saloon)

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Die klassische Saloonschlägerei fußt auf 6 Grundsätzen: weiterlesen…

Schlägereien der Sonderklasse: Bud Spencer & Terence Hill im Kloster

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie frisch der Wind war, den Terence Hill und Bud Spencer Anfang der Siebziger Jahre ins Western-Genre  und – natürlich – in die Filmschlägerei brachten. weiterlesen…

Schlägereien der Sonderklasse: Dodge City

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Letzte Woche haben wir unsere Serie mit der „Mutter aller Saloon-Schlägereien“ eröffnet, heute setzen wir mit dem „Großvater des Barroom Brawls“ fort: der großen „Free for All“-Saloonprügelei aus dem Errol-Flynn-Klassiker „Dodge City“ (Der Herr des Wilden Westens).

Jungs bleiben Jungs. Können die Fäuste keine Minute still halten, und wenn’s irgendwo ’ne zünftige Keilerei gibt, wollen alle mitmachen. Schon toll, wie sie sich hier durch die Fenster schmeißen, Flaschen und Stühle auf  den Köppen zerdeppern, und die ganze Zeit haben die Jungs ein freudiges Grinsen im Gesicht. So ’ne Wirtshausschlägerei ist ja auch was anderes, als das stundenlange Warten bei Pimkie auf’m Sofa, nicht wahr? Ein Riesenspaß! Wie sich die Zeiten doch geändert haben…

Filmkennern wird der „Sängerkrieg“ auffallen, der diese Prügelei letzlich auslöst. Erinnert irgendwie an“ Casablanca“, nicht wahr? Wenn die Nazis die „Wacht am Rhein“ intonieren, und die Gäste von Rick’s American Café mit der Marseillaise dagegenhalten… Das kann kein Zufall sein, und natürlich ist das kein Zufall. Der Regisseur beider File heißt Michael Curtiz. Die Saloon-Nummer hat ihm offenbar so gefallen, dass er sie in Casablanca noch mal verwendet hat.
Und noch eine Besonderheit hat die „Schlacht von  Dodge City“: Der Protagonist des Films, Errol Flynn als Wade Hatton, macht sich die Finger nicht schmutzig und glänzt durch Abwesenheit. Meines Wissens der einzige Western, der seinen Hauptdarsteller vom großen Barroom Brawl ausschließt.

 

Schlägereien der Sonderklasse: John Wayne vs. Randolph Scott

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf „Männer unter sich“ gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Wir eröffnen unsere Serie mit der Mutter aller Saloon-Schlägereien aus „The Spoilers“ (dt. „Die Freibeuterin“): John Wayne und Randolph Scott schenken sich sechs Minuten lang nichts und liefern eine epische Schlacht ab. Anschließend braucht Marlene Dietrich dringend einen neuen Innenarchitekten für ihren Saloon. Einen Friseur ohne Drogenproblem hatte sie schon vorher bitter nötig.

Wenn man genau und mehrmals hinschaut, merkt man, dass Wayne und Scott in großen Teilen der Szene gedoublet wurden. Insbesondere Scott’s Stunt-Double sieht ihm erstaunlich wenig ähnlich. Dass Wayne auf ein Double zurückgriff, überrascht: Der Duke hatte bei Stunt-Legende Yakima Canutt gelernt und pflegte bei Prügeleien grundsätzlich selbst Hand anzulegen.
Bei den Dreharbeiten zu „The  Spoilers“ wurde er jedoch Opfer der diesbezüglichen Unerfahrenheit Randolph Scott’s: der hatte Wayne in einer der ersten Einstellungen dieser Schlägerei versehentlich das Nasenbein gebrochen und so Hollywood’s Barroom-Brawl-Experten Numero Uno zum Zuschauen verurteilt.

Showdown am O.K. Corral – die besten Wyatt-Earp-Filme

Der junge Wyatt Earp

Wohl die wenigstens Männer seiner Zeit hätten gedacht, dass der Mann, der am 13. Januar 1929 für immer die Augen schloss, friedlich in seinem Bett sterben würde. Aber da er meistens genau das Gegenteil von dem tat, was seine Gegner erwarteten, starb Wyatt Earp nicht in seinen Stiefeln, sondern schlief in einem Appartement in Los Angeles, wo er als Berater an diversen Stummfilm-Western gearbeitet hatte, friedlich ein. Todesursache war keine Bleikugel, sondern ganz banal eine chronische Harnblasenentzündung. Earp wurde 80 Jahre alt, ein Alter, dass keiner seiner Freunde und erst recht keiner seiner Gegner erreicht hat. Dass ein Mann wie er – Revolverheld, Postkutschenfahrer, U.S. Marshal, Spieler, Büffeljäger, Kopfgeldjäger, um nur einige seiner Berufe zu nennen – dieses Alter erreicht hat, darf man als eins der größten Wunder der Weltgeschichte bezeichnen.

Wyatt's Wumme

Galt er bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts noch als Held der Eroberung des Westens, hat sich seitdem eine differenziertere Schicht auf diese schillernde Figur durchgesetzt, auf einen Mann, der gern das Recht brach, wenn er es hätte verteidigen sollen und der durchaus bereit war, seine Ideale zu opfern, wenn es ums nackte Überleben oder eine größere Summe Geldes ging. Trotzdem: Männer wie ihn scheint es heutzutage – leider oder gottseidank? – nicht mehr zu geben, auf wenn könnte das abgedroschene Klischee „larger than life“ besser passen als auf ihn?
Earps Leben und vor allen Dingen der Gunfight am O.K. Corral in Tombstone sind der Stoff, aus dem Hollywood Träume herstellt. Wir empfehlen die fünf, Quatsch, er trug einen Six-Shooter, die sechs besten Wyatt-Earp-Filme:

6. Doc
Tolle Idee – die Wyatt-Earp-Story mal durch die Augen Doc Holidays zu erzählen. Toller Schauspieler, nämlich Stacy Keach als Doc Holliday, wohingegen Wyatt Earp  von Harris Yulin gegeben wird, das ist ungefähr so als würde man Daniel Küblböck mit der Titelrolle einer Schwarzenegger-Biografie betrauen, also vollkommen daneben, wie leider der ganze Film. Ein hilfloser Versuch, mit einer ur-amerikanischen Geschichte einen Italo-Western zu drehen – man hockt kopfschüttelnd da und fragt, warum, ohne eine Antwort zu erhalten. Sogar Faye Dunaway als Katie Elder reißt’s nicht raus. Als Dokument des 70er-Jahre Zeitgeists (als Earp also schon über 40 Jahre tot war) hat das ganze jedoch einen gewissen Reiz. Und Stacy Keach ist Mike Hammer Stacy Keach.

5. Wyatt Earp – das Leben einer Legende (Wyatt Earp)
Eigentlich ist der Film ganz okay, aber er ist lang. Sehr lang. Verdammt lang. Kevin Costner macht, was er immer macht, das passt ganz gut, und Dennis Quaid ist als Doc Holliday ganz okay. Vielleicht hat man nur zuviel Zeit, Kostner zuzugucken (der Film ist recht lang), da fangen die Gedanken an zu wandern, das ist so bei Filmen, die ganz okay, aber nicht wirklich gut sondern viel zu lang sind. Der ganzen Sache fehlt einfach die Struktur. Der Film fängt irgendwie an, dann passiert dies, dann passiert das, alles ganz okay, aber es zieht sich, und irgendwann, nach viel zu langer Zeit, ist der Film dann vorbei. Der Film hat zwei Probleme. Erstens ist er nur ganz okay und nicht wirklich gut. Zweitens ist er zu lang. Und repetitiv ist er auch noch!

4. Die fünf Geächteten (Hour of the Gun)
Eine unterschätzte Western-Perle. James Garner kann viel mehr als Maverick (wobei Maverick schon hammermäßig gut ist), Jason Robards als Doc Holliday ist ein Glücksfall, und dass der Film mit der Schießerei am O.K. Corral anfängt und die viel spannendere Geschichte der Earp Vendetta verfälscht erzählt, ist eine schöne Abwechslung. Die Dialoge sind ebenso kernig (Doc Holliday zu einem Typen, der sich wundert, warum er beim Pokern immer verliert: „Du spielst nicht sonderlich gut. Außerdem bescheißt du nicht.“) wie die Atmosphäre. John Sturges, der auch „Zwei rechnen ab“ (s.u.) gedreht hat, konnte Männerfilme drehen wie kein zweiter. In diesem kommt übrigens keine einzige Frau vor.

3. Faustrecht der Prärie (My Darling Clementine)
Was kann man gegen einen klassischen John-Ford-Western sagen? Selbstverständlich nichts, vor allen Dingen nichts gegen ein Meisterwerk wie dieses. Auch wenn diese Geschichte so viel mit dem wahren Wyatt Earp und den Geschehnissen in Tombstone zu tun hat wie Heidi mit dem Kamasutram, wir wollen nicht zimperlich sein. Wenn wir die Wahl haben zwischen einer knackigen Legende und der tristen Realität, nehmen wir immer die Legende, wie Ford selbst in „Der Mann der Liberty Vallance erschoss“ postulierte. Henry Fonda transportiert die typische John-Ford-Mixtur aus Understatement und Pathos mit der gleichen Expertise wie John Wayne, Victor Mature wächst als Doc Holliday über sich hinaus und spielt die Rolle seines Lebens, und wenn Leute wie Linda Darnell, Walter Brennan und Ward Bond sich um die Nebenrollen kümmern, kann einfach nichts schiefgehen.

2. Zwei rechnen ab (Gunfight at the O.K. Corral)
Dieser Film hat gegenüber allen anderen Earp/Holliday-Streifen zwei Vorteile. Sie heißen Burt Lancaster und Kirk Douglas, zwei großartige Schauspieler, die in ihren gemeinsamen Filmen unfehlbar zu absoluter Höchstform aufliefen. Ansonsten ist dieser Film ein genauso pathetischer Quatsch wie die John-Ford-Variante – mit ähnlich brillant besetzten Nebenrollen, u. a. der junge Dennis Hopper als Billy Clanton und DeForest Kelley (Pille McCoy von der Enterprise) als Morgan Earp – macht aber noch einen Tick mehr Spaß. Was an Dimitri Tiomkins brillanter Musik, John Sturges‘ (der aus mir vollkommen unerfindlichen Gründen diesen Film nicht sonderlich mochte) kerniger Inszenierung und an den wüstenstaubtrockenen Dialogen liegt. Kostprobe gefällig?
Earp: We’d like you to come to the wedding, Doc, – if it doesn’t interfere with your poker.
Doc Holliday: I’m not good at weddings – only funerals. Deal me out.

1. Tombstone
Dieser Film ging seinerzeit im Hype um den Kevin-Kostner-Wyatt-Earp ziemlich unter, was ein Jammer ist. Er hat mit Kurt Russell einen herrlich knarzigen Earp mit James-Finlayson-Schnurrbart, den wirklich besten Doc Holliday aller Zeiten (dass Val Kilmer für diese absolut brillante Leistung keinen Nebenrollen-Oscar bekommen hat ist ein ewiger Schandfleck für die Academy) und in der Tat sogar noch bessere Dialoge als „Zwei rechnen ab“ (Wyatt Earp: Well, I’ll be damned. – Doc Holliday: You may indeed, if you get lucky.). Warum dieser Film letztlich alle anderen Earp-Filme aus dem Felde schießt schlägt: Er nimmt die ganze Sache und sich selber überhaupt nicht ernst. Er erzählt die ganze, hundertfach erfundene Geschichte (die eigentliche Schießerei am O.K. Corral war ein von nackter Panik geprägtes chaotisches Geballer, das gerade mal 30 Sekunden dauerte) als augenzwinkernde Achterbahnfahrt, für die man reichlich Popcorn mitnehmen sollte, und macht deshalb am meisten Spaß.

Fotos: By Sbharris at en.wikipedia [Public domain], from Wikimedia Commons (Earp)
By Evb-wiki at en.wikipedia [Public domain], from Wikimedia Commons (Waffe)