[Klartext] WM-Vergabe 2006

Der SPIEGEL hat letzte Woche eine einigermaßen heftige Debatte um die WM-Bewerbung für 2006, bestechliche Funktionäre und schwarze DFB-Kassen entfacht. Dazu hat es eine umständliche, vor Fragezeichen, Konjunktiven und Vermutungen strotzende Titelgeschichte gebraucht. Ursprünglich wollte ich die hier ausführlich auseinander nehmen und kritisieren, aber dann ist dieses Statement von (ausgerechnet!) Waldi Hartmann aufgetaucht, der die Sache vorbildlich, nachvollziehbar und in aller gebotenen Kürze auf den Punkt bringt.

 

Klartext: Die erste Penis-Transplantation und die Gründe dafür

Foto: pixabay.com, Public Domain

Foto: pixabay.com, Public Domain

Am letzten Wochenende haben verschiedene Zeitungen und Online-Medien von einem großen medizinischen Durchbruch berichtet. Südafrikanischen Ärzten ist es erstmals in der medizinischen Geschichte gelungen, einen Penis zu transplantieren. Bei aller Bewunderung für die Fortschritte der Chirurgie, der Grund für die Penis-Transplantation macht betroffen: Der Penis des Patienten musste drei Jahre vor der Transplantation nämlich entfernt werden, weil bei einer rituellen Beschneidung etwas schief gegangen war. weiterlesen…

Fiktiver Freispruch – eine bürgerrechtliche These

Die bürgerrechtliche Kritik an der justiziellen Fallbearbeitung bayrischer Gerichte und Behörden. schließt an den Wiederaufnahmeantrag des Hamburger Rechtsanwalts Gerhard Strate vom 19. Februar 2013 an. 1 Sie geht im Gegensatz zur Fachkritik etwa in den Juristenblogs von Oliver García, Henning Ernst Müller, Thomas Stadler und Gabriele Wolff weiter. Dem bis heute als rechtskräftig geltenden Landgerichtsurteil vom 8. August 2006 wird grundsätzlich die „Rechtsnatur“ (Gustav Radbruch) abgesprochen. Erstens wird der Charakter der „Anklageschrift“ vom 10. Juni 2005 hinterfragt, zweitens wurde die Zuständigkeit beim Landgericht Nürnberg-Fürth durch einen neuen Geschäftsverteilungsplan ab 2006 manipuliert, drittens hätte der Vorsitzende Richter Otto Brixner die Strafkammer nicht wie gesetzlich vorgeschrieben konstituiert und viertens läge auch über die Kammerbesetzung (zwei anstatt drei Berufsrichter in der Hauptverhandlung) kein rechtskräftiger Beschluß vor. Fünftens schließlich handelte es sich bei dem „Freispruch“ genannten Gerichtsentscheid vom 8. August 2006 2 und seiner Kostenregelung um einen strafrechtlich unzulässigen „fiktiven Freispruch“ 3

Der Autor Richard Albrecht lebt als freier Sozialwissenschaftsjournalist in Bad Münstereifel. Letzte Buchveröffentlichung: HELDENTOD. Kurze Texte aus langen Jahren (Aachen: Shaker, 2011). Bio-Bibliographie im Netz -> http://wissenschaftsakademie.net

Schavan als Symptom

Frau Prof. Schavan darf nun nicht mehr „ihren“ fachpädagogischen Dr.phil.-Titel führen. Soweit klar.

Weiterführende „Fragen über Fragen“:

  • Fr.Sch. hat(te) kein Erstexamen wie Diplom, MA oder Staatsprüfung Lehramt. Welche Amigos sorgten dafür, daß sie überhaupt als Doktorandin zugelassen / angenommen wurde?
  • Fr.Sch.s Text wurde zwei Mal begutachtet. Hatten diese beiden Professoralamigos die damals mit der zweitbesten Note „magna cum laude“ bewertete Arbeit überhaupt gelesen und so gar nichts bemerkt oder konnten sie´s nicht bemerken, weil sie nichts konnten, vielleicht nicht mal wissenschaftlich lesen?
  • Fr.Sch. kann überhaupt nicht wissenschaftlich arbeiten, konnte aber jahrzehntelang glaubhaft vorgeben, sie könnte es. Kennzeichnet dieses Als-Ob-Syndrom nicht einen bestimmten gesellschaftlichen Identitätstyp und veranschaulicht: wenn es diese Typen beiderlei Geschlechts nach „ganz oben“ bringen – handelt es sich dann typischerweise und gemessen an den Möglichkeiten in einem realexistierenden Reservoir an Qualifizierten und Könner/innen nicht um eine im Wortsinn lumpenelitische Negativselektion, auf Deutsch: eine Negatiefstauswahl?

Richard Albrecht ist „gelernter“ Journalist, extern provomierter und habilitierter Sozialwissenschaftler, lebt seit seiner Beurlaubung als Privatdozent (1989) als Freier Autor & Editor in Bad Münstereifel und war 2002/07 Herausgeber von rechtskultur.de. Unabhängiges online-Magazin für Menschen und Bürgerrechte. Bio-Bibliographie -> http://wissenschaftsakademie.net

Fall Mollath: Merkwürdigkeiten in der Berichterstattung

Für Leser dieses Blogs ist der Name Gustl Mollath ein Begriff: es geht um einen Maschinenbauer aus Nürnberg, der sich in einen Rosenkrieg mit seiner Ex-Frau verstrickt und sie bei der HypoVereinsbank, für die sie arbeitete, wegen Schwarzgeldtransfers angezeigt hatte. Dieser Anzeige aus dem Jahr 2003 ist die Staatsanwaltschaft niemals nachgegangen, stattdessen wurde Mollath  2006  als nicht schuldfähig und gemeingefährlich in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, wo er sich bis zur Stunde aufhalten muss. Obwohl man seit geraumer Zeit weiß, dass Molath mit seinen Vorwürfen gegenüber seiner Frau wohl recht hatte und erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des psychiatrischen Gutachtens aufgekommen sind, wegen dem Mollath eingewiesen wurde. Soweit die Kurzfassung, ausführlicher steht’s in der Wikipedia oder – mit vielen Belegen – auf Mollaths eigener Seite.

Nun gut, die Presse hat Wind von der Sache bekommen, es wurde ausführlich über Verfahrensfehler, Rechtsstaatswidrigkeiten usw. berichtet, die Bayrische Justizministerin geriet in Bedrängnis… man konnte sich der Hoffnung hingeben, dass Bewegung in der Sache ist, und zwar Bewegung in die richtige, rechtsstaatliche Richtung. Doch dann geschah in Teilen der Presse in der letzten Woche merkwürdiges… weiterlesen…