[DVD-Kritik] Boxset „Best of FC Bayern“ – hollywoodreif

6 DVDs mit dem »Best of FC Bayern« – man soll es kaum glauben, aber das ist selbst als Fan schwer zu verkraften. 50 Jahre FC Bayern ist viel Holz, das passt gerade mal so auf die Silberscheiben. Ich hab sie alle durchgeschaut, meine Aufgabe ist es jetzta, euch zu sagen, ob diese DVD-Box ihr Geld wert ist – für Bayern-Fans, Bayern Hasser, oder ganz normale Menschen, die den Fußballsport mögen. Deshalb stell ich von Anfang an mal klar: Ja, ich stehe fußballerisch auf der dunklen Seite der Macht, ich bin Bayern-Fan, und das schon ziemlich lange… weiterlesen…

Roberts Blu-rays: Männerhort – große Jungs unter sich

maennerhort_coverIn einer Welt mit Frauenparkplätzen und Frauenquote gibt es nur noch einen Ort, an dem sich das ehemals starke Geschlecht nach Lust und Laune entfalten darf: den Männerhort. Der Software-Entwickler Eroll, der Dixi-Klo-Vertreter Lars und der Berufspilot Helmut haben im zentralen Heizungskeller ihrer Neubausiedlung eine frauenfreie Zone geschaffen, in der die gestressten Ehemänner heimlich Fußball schauen, Pizza essen, Bier trinken und über Frauen lästern, die nur Shopping, Schwätzen, Sex und Kinder im Kopf haben. Doch als der Facility Manager Aykut die letzte Bastion der Männlichkeit entdeckt und räumen lassen will, droht die Vertreibung aus dem Paradies. weiterlesen…

Roberts Blu-rays: Turning Tide – zwischen den Wellen

turningtide_coverEinmal um die Welt, um sich selbst zu finden

Yann Kermadecs größter Traum ist es, einmal an der Vendée Globe teilzunehmen, der härtesten Einhandsegler-Regatta der Welt. Als sein Freund Franck Drevil kurz vor dem Startschuss ausfällt, ergreift er die Chance beim Schopf: Er springt spontan für den Kollegen ein und verspricht seiner Freundin Marie und Tochter Léa so oft wie möglich in Kontakt zu bleiben. Das risikoreiche Segelrennen hat schon so mancher mit dem Leben bezahlt – doch Yann hat das Ziel fest im Blick: Er hat keine Angst vor der monatelangen Einsamkeit auf dem Meer, fürchtet weder die gewaltigen Seestürme, noch die körperliche Erschöpfung.

Man sollte schon ein gewisses Interesse für den Segelsport mitbringen. Dann ist „Turning Tide – Zwischen den Wellen“ ein Film, der von der ersten Minute an fesselt. Das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Technik wird perfekt auf die Leinwand gebracht: Gefilmt wurde von einem 16-köpfigen Kamerateam auf einer Yacht, die das Vendée Globe bestritten hat. Auf offener See.
Die menschliche Seite – Einsamkeit, Erschöpfung – kommt dabei vielleicht ein wenig zu kurz. Spätestens als mit Mano Ixa der mauretanische Flüchtling, der auf ein besseres Leben und ärztliche Behandlung in Frankreich hofft, auf dem Boot erscheint, hätte man Diskussionen über Armutsmigration und den Sinn oder Unsinn millionenschwerer Sportveranstaltungen erwartet (oder befürchtet?). Das wird zwar kurz angerissen, aber nicht ausführlich thematisiert. So ist „Turning Tide – Zwischen den Wellen“ ein realistischer Sportfilm, schon fast dokumentarischem Charakter geworden. Was ja auch mal ganz schön ist. weiterlesen…

Roberts Blu-Rays: Boyhood – 11 Jahre Familienleben

boyhood_coverVor 12 Jahren, im Jahr 2002, hatte Regisseur Richard Linklater die Idee, einen Film über die Kindheit zu drehen. Dafür wählte er ein einzigartiges cineastisches Experiment: Von 2002 bis 2013 begleitete er den sechsjährigen Mason bis zum Eintritt ins College. Kurze, über die Jahre verteilte Episoden aus dem Leben von Mason und seiner Patchwork-Familie – seine zwei Jahre ältere Schwester und seine geschiedenen Eltern – montierte Linklater zu einer Coming-of-Age-Geschichte.

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Roberts Blu-rays: Joe – die Rache ist sein – Texas Blues

Im ländlichen Texas führt der Ex-Häftling Joe Ranson mit regelmäßigem Alkoholkonsum, kaputter Ehe und zurückgelassenen Kindern nicht gerade ein tugendhaftes Leben.
Als eines Tages der 15-jährige Gary vor ihm steht, gibt er ihm dennoch einen Job in seinem halblegalen Forstbetrieb und fühlt sich mit der Zeit immer mehr verantwortlich für den Jungen. Schnell gerät Joe mit dem alkoholkranken Vater Wade aneinander, der seinen Sohn immer wieder schikaniert. Als auch noch der psychopatische Willie Russell eine Rechnung mit Gary zu begleichen hat, scheint Joe sein letzter Ausweg aus dieser zunehmend gefährlichen Welt zu sein …


Die Blu-ray, die wir hier vorstellen, hat selbstverständlich eine deutsch synchronisierte Tonspur. weiterlesen…

Roberts Blu-rays: Vendetta Rider – Weg der Rache – Schwanengesang

vendetta_coverNachdem seine Mutter in einem Reservat brutal vergewaltigt und ermordet wurde nimmt der junge Mojave-Indianer Wolf das Gesetz in die eigenen Hände und übt Vergeltung an dem weißen Täter. Auf der Flucht vor dem FBI lernt er den abgehalfterten Musiker Cash kennen, dessen Ehe gerade in die Brüche gegangen ist. Schnell entsteht zwischen den beiden ungleichen Männern eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam reisen sie durch die Weiten Amerikas, immer auf der Flucht vor dem Gesetz. Wolfs Ziel: Die Asche seiner Mutter an einem heiligen Ort im Nationalpark Teton Range zu verstreuen, um so Erlösung für ihre Seele und seine eigenen Taten zu erlangen. Doch das Gesetz ist ihnen dicht auf den Fersen… weiterlesen…

Kurzkritik: Jan Schröters Roman „Rettungsringe“

RettungsringeWenn der Mann in den Sommerferien was Lesen will, worüber er herzlich Lachen kann, dann liegt es nahe, zu einem Buch von Jan Schröter zu greifen. Schröter ist seit langen Jahren Profi, hat unter anderem Drehbücher fürs „Großstadtrevier“ geschrieben und veröffentlicht seit ein paar jahren extrem unterhaltsame Kriminalromane. In seinem neuesten Buch, „Rettungsringe“, erzählt Schröter von einer Kahnpartie der besonderen Art. Sechs Mitt- bis End-Fünfziger, drei Männer und drei Frauen, beschließen, eine Kanufahrt, die sie vor bald vierzig Jahren unternehmen wollten, nachzuholen und paddeln die Weser hinunter. Zwischen Hannoversch Münden und Minden geht’s bald rund: Auf’m Boot, auf den Campingplätzen am Weser-Ufer und auf dem Beziehungs-Karussell. weiterlesen…

Buchkritik „Deutschland von Sinnen“: Die Stammtisch-Hoheit

DVSEs ist ungewöhnlich schwer, Akif Pirinçcis Buch »Deutschland von Sinnen« zu rezensieren. Weil man ständig der Versuchung widerstehen muss, die Pressekampagne rund um und gegen das Buch zu rezensieren, denn die hat mit einem deutlich höheren Unterhaltungswert und den interessanteren Fakten aufzuwarten als Pirinçci.
Aber das Thema dieses Blogposts ist nun mal Pirinçcis Buch, und die Rezension desselben können wir gnädig kurz halten: Es ist nicht rezensierbar. Es handelt sich um eine 278seitige Wutrede, in der Pirinçci sehr, sehr ausführlich seine Meinung über den Journalismus in Deutschland sagt (In der Tat schreibt Pirinçci NICHT über Frauen, Homosexuelle und Muslime sondern darüber, wie die Medien über Themenkreise berichten, die diese Menschen betreffen). Und Meinung kann man nicht rezensieren. Zu Meinung kann man »Find ich gut« oder »Find ich nicht gut« sagen, mehr nicht. Trotzdem hab ich noch etwas Senf dazuzugeben. weiterlesen…

Marxistisches – Richard Albrecht über drei Buchneuerscheinungen

Alltagssprache drückt Alltägliches aus. Etwa das postmodern-beliebige Verständnis von Mehrwert als bloß subjektivem Nutzen. In der marx´schen Arbeitswertlehre ist – und bleibt – Mehrwert eine Leitkategorie: „Die im Mehrprodukt vergegenständlichte Mehrarbeit des Lohnarbeiters, d.h. der Wert, den der Lohnarbeiter über den in der notwendigen Arbeit produzierten) Ersatz des Wertes seiner Arbeitskraft hinaus neu produziert; er ist als solcher Vergegenständlichung unbezahlter Arbeitszeit. Nach dem Mehrwertgesetz ist die möglichst große Produktion von Mehrwert (bzw. die möglichst große Ausbeutung der Arbeitskraft) das Ziel der kapitalistischen Produktion. Aus der Rückverwandlung des Mehrwerts in Kapitel entspringt die Akkumulation des Kapitals.“ weiterlesen…