[Kurzgeschichte] Hände waschen

Foto: pixabay.com

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Kurz nach seiner Hochzeit geriet Herr F. mit seiner Frau in Streit. Sie warf ihm vor, dass er sich nach einem Toilettenbesuch niemals die Hände wüsche. Allerhöchstens nach der morgendlichen großen Erleichterung, aber auch da nicht immer. Herr F. stritt dies vehement ab. Doch als er nach dem nächsten Toilettengang arglos in den Flur trat, stellte er fest, dass seine Frau hinter der Toilettentür auf ihn gewartet hatte. Sie bedeutete ihm, dass er die Toilettentür unmittelbar nach dem Betätigen der Spülung geöffnet hätte. Ohne dass ein Rauschen des Wasserhahns oder ein Rascheln des Handtuchs zu hören gewesen war.
Sie machte Herrn F. unmissverständlich klar, dass er sich in Zukunft nach jedem Toilettengang die Hände zu waschen habe. Sollte er dies nicht tun, müsse er ab sofort auf gewisse Annehmlichkeiten des Ehelebens verzichten, die Herr F. sehr zu schätzen wusste. weiterlesen…

Comedy-Sommer: Am Morgen danach

Ein Mann wacht morgens in seinem Bett auf und weiß nicht mehr, wie er nach Hause gekommen ist. Er erinnert sich nur noch daran, mit seinen Kumpels in seiner Stammkneipe gesessen zu haben, dann: Filmriss.
Er guckt sich um und staunt: Auf seinem Nachtisch steht ein Glas Wasser und eine Rolle Alka Seltzer.  Auf einem Stuhl neben seinem Bett liegt frische Kleidung, liebevoll  vorsortiert. Das ganze Schlafzimmer ist aufgeräumt.
Der Mann ist einigermaßen irritiert, erledigt eilig seine Morgentoilette und geht nach unten in die Küche. Da steht ein üppiges Frühstück für ihn bereit, die Zeitung liegt neben seinem Teller, und an der Kaffeetasse lehnt ein Zettel: „Guten Morgen, Liebling! Mach dir einen schönen Tag, ich bin einkaufen, heute Abend gibt’s dein Lieblingsessen.“
Als der dreizehnjährige Sohn des Mannes in der Küche auftaucht, fragt er ihn:  „Weißt du, was gestern Abend passiert ist?“
„Türlich.  Du bist um halb drei in der Früh nach Hause gekommen, stinkbesoffen, meine Herren. Du hast noch ein bisschen im Wohnzimmer randaliert, die Scheibe vom Votrinenschrank hat dran glauben müssen. Und auf den Teppich im Flur hast du gekotzt. Sei froh, dass du dir kein Auge ausgestochen hast, als du gegen die Türklinke gelaufen bist.“
„Aber… warum ist Mutti so nett zu mir?“
„Ach so, dass. Sie hat dich die Treppe hoch geschleift und aufs Bett gewuchtet. Dann wollte sie dir den Gürtel aufmachen, um dir die Hose auszuziehen, aber da hast du gebrüllt: ‚Hände weg, Schlampe, ich bin glücklich verheiratet!'“

Foto: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de