Links der Woche (12.3. bis 18.3.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Die Franzosen tun alles, um dem Doping-verseuchten Radsport wieder auf den Sattel zu helfen. Wirklich alles. (Dank an Carsten Sohn)

Manchmal spuren die Typen in der Werkstatt hartnäckig nicht.
Gelegentlich muss man dann zu ausgefallenen Methoden greifen.

Apropos Luxussportwagen – auch hier gilt: Obacht am Volant!
http://www.youtube.com/watch?v=VwE7IIUqcXE

Warum Frauen keine Heiratsanträge machen sollten…
Wulffmorgenthaler-Cartoon

Von Seeler zu „Uns Uwe“
Legendäres HSV-Spiel

 

 

 

 

Tränen, Schnaps und Katastrophen

Eine Kurzgeschichte vom Matla

Meine Nachbarin meint: „Wenn du ins Zimmer kommst, Matla, überschwemmt dein Testosteronspiegel den ganzen Raum.“ Ich bin ein Ignorant, arrogant, völlig blind für Subtilität, ein Frauenhasser, Arschloch, nicht mehr als ein Affe und sowieso vollkommen verblödet. Je nach Örtlichkeit und Laune sagt sie entweder resignierend „Ach, typisch Mann“ oder ziemlich erregt „Was für ein geiler Typ du bist, ein echter Mann!“
Ja, ich streite es nicht ab, ich bin ein Mann. Immer ganz cool, abgeklärt. Weißt du, wenn jemand den Löffel abgibt, gähne ich und sage: „Baby, wir alle werden sterben.“ Und nehm‘ mir ein Bier dazu. Wenn die Welt im Dreck versinkt: „Sind ja selbst schuld, die Deppen.“ Und noch ein Bier.
Letzthin habe ich die Nachbarin beobachtet. Wie sie vor der Glotze hockt und dreinschaut. Die Knie angezogen, die Fingernägel stehen nur noch in Fetzen davon, sie zittert. Zum hundertsten Mal sehen wir die Bilder von dem Scheißtsunami in Japan. Die Häuser, die Autos mit Leuten drin, sie werden weggerissen. Die Nachbarin weint, ich trinke. Der Rotwein ist schnell alle, arbeite am Brandy weiter, der seit Weihnachten herumsteht. Die Atomreaktoren explodieren, die Japaner mit ihren Schutzmasken laufen auf und ab, alle sind am Ende. Das Sofa ist von der Heulerei der Nachbarin schon ganz aufgeweicht, mir wird schlecht. Ich bekomm das Gesöff nicht mehr runter, würge. Wankend steh ich auf und renne auf den Balkon eine rauchen. Der Tschick schmeckt beschissen, Kröte mit Krone aus Stacheldraht im Hals, die Lunge brennt. Ich schmeiß den Tschick in die Dunkelheit und geh wieder rein. Ich kann nichts mehr runterschlucken!
„Wenn ich eine Frau wäre, würde ich jetzt gerne weinen“, sag ich zur Nachbarin, „dann wäre vieles einfacher.“
„Ich weiß“, antwortet sie mit roten Augen. „Aber Männer haben keine Tränen.“

Der Matla lebt in Wien, hat dort im Rattenloch gearbeitet und schreibt seit Jahren Geschichten in sein Blog hinein, das früher mal „Mein Mittagessen“ hieß und sich heute „Manifest des Erbrechens“ nennt. Der Matla ist Bierfahnenträger, Marihuanahüpfer, Budget-Zigeuner und seit neuestem Gastautor auf „Männer unter sich“.

Foto by Fabricio Zuardi under Creative Commons 2.0 License

Was liegt an? – 14.3. bis 20.3. 2011

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Letztes Jahr war’s das Champions-League-Endspiel, dass der FC Bayern verdient verloren hat, weil Inter die reifere Mannschaft hatte, die eine riskante, aber überlegene Taktik spielen konnte („Lasst sie bis zum Strafraum kommen und zieht ihnen dort den Zahn.“), die zu einem Endspiel ohne einen einzige Abseitspfiff (!) führte: die Wiederauflage MUSS der Wochenhöhepunkt sein. Diesmal sind die Bayern im Vorteil, sie haben das Hinspiel gewonnen und augenscheinlich gerade rechtzeitig die Form wiedergefunden, trotzdem ist ein großes Kampfspiel zu erwarten, am Dienstag um 20 Uhr 45 auf Sky.

Parallel spielt ManU gegen Marseille, am Mittwoch Chelsea gegen Kopenhagen und Real Madrid gegen Lyon, dieses Spägt Sat1, wie auch am Donnerstag das Rückspiel Villareal gegen Leverkusen  Uhr 45), das wird schwer für Leverkusen, aber Villareal scheint machbar, könnte ein spannender Abend werden.

Spannend könnte wider Erwarten auch die Bundesliga wieder werden, wenn man Sonnabend die Dortmunder gegen Mainz verlieren und Leverkusen Schalke schlägt, dann wären’s plötzlich nur noch sechs Punkte Vorsprung.

Im Wintersport stehen die letzten Wettbewerbe an, Eurosport überträgt fast alles: das Alpin-Ski-Finale aus Lenzerheide, Biathlon aus Oslo, Langlauf aus Falun., Skispringen aus Planica. Wem das zuviel frische Luft ist, kann trotzdem auf Eurosport bleiben und Snooker aus Dublin gucken: die Grand Finals der Players Tour Championship 2010/11 aus Dublin.

Spannung auch im TV, wenn auch als Wiederholung: auf Kabel1 kann man sich am Mittwoch um 22:05 den Start der Saw-Serie angucken, einen richtig guten Horror-Streifen. Allerdings braucht man wirklich gute Nerven und einen starken Magen, um diesen Streifen zu goutieren überstehen.
Am Sonnabend Abend um 20 Uhr 15 zeigt Das Vierte einen meiner liebsten klassischen Horrorfilme, „Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes„. Vincent Price hat was gegen Ärzte und orgelt dramatisches Zeugs, während er mit seiner toten Frau spricht.
Und wer am Sonntag Abend nix besseresy zu tun hat, kann um 20 Uhr 15 bei ProSieben einen Blick auf Eagle Eye – Ausser Kontrolle werfen, nette, schnelle Verschwörungs-Action mit Shia LaBoeuf.
Und – beinahe vergessen, deshalb nachgetragen – auf Sat1 startet heute die zweite Staffel von „Der letzte Bulle“. Zwar haben die Drehbücher der 1. Staffel das Potential der Ausgangssituation – Macho-Bulle wacht nach Jahren im Koma auf und muss sich in einer veränderten Gesellschaft zurechtfinden – noch nicht mal angekratzt, trotzdem war die Sache insgesamt höchst vergnüglich, nicht zuletzt dank Henning Baum als aus der Zeit gefallenem Rauhbein.

Kino ist naja, allerdings könnte Faster was sein, immerhin spielt Billy Bob Thornton mit, und Dwayne „The Rock“ Johnson ist mir seit Welcome to the Jungle richtiggehend ans Herz gewachsen.

Neue DVDs nuja, aber vielleicht taugt Unstoppable was, Denzel Washington muss einen Zug voll giftiger Chemie anhalten. Wie gesagt, nuja.

Und am Freitag kommt der Jahreshöhepunkt für Grönemeyer-Fans, das langerwartete neue Album „Schiffsverkehr“ kommt raus. Das aufwendig produzierte Video mit dem Titelsong steht schon auf youtube.

http://www.youtube.com/watch?v=m-CjWfUvqkI

Ist eben Grönemeyer. Entweder man mag’s, oder man mag’s nicht. Ich wünsche eine schöne Woche, viel Spaß!

 

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Links der Woche (5.3. bis 11.3.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Mit 51 nochmal Vater werden…
„Natürlich hatte ich Angst vor einem weiteren Kind“

…und dann dem Sprössling so ein Kinderzimmer bauen.
Jungsträume werden wahr.

Jerry Cottons Dienstwagen, nur echt in rot
Der Jaguar E-Type – das schönste Auto aller Zeiten

Gott hat das Licht nur geschaffen, weil er nicht mit Chuck Norris im Dunkeln allein sein wollte.
Die 100 besten Chuck-Norris-Facts

Wenn es nicht gleich die Tour sein soll: Die L’Eroica ist ein Rennen für gesetztere Herren auf alten Rennrädern.

Nochmal L’Eroica:
Don Alphonso ist sie auch gefahren

Was liegt an? – 7.3. bis 13.3. 2011

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Und wieder ist es der Fußball, der der männlichen Woche Struktur verleiht. Champions League, Euro League (oder wie der Uefa-Cup jetzt gerade wieder heißt) und Bundesliga sind die Fixpunkte, an denen der Fußball-Fan diese Woche halt findet. Gleich morgen freuen wir uns auf das Rückspiel Barca gegen Arsenal, das könnte wieder eine ähnlich ge-ni-a-le Partie wie das Hinspiel werden.

Und hier eine kurze Durchsage für die Führungsetage des FC Bayern München. Guckt ma, Kalle und Uli, Barca und Arsenal, das sind zwei Vereine, die sehr erfolgreich mit einer Fußball-Philosophie spielen. Das hat bei jedem dieser Vereine Jahrzehnte gedauert, bis die implementiert war. Hätte da die Vorstandsetage alle halbe Jahre die Nerven verloren und im Zweijahres-Takt die Trainer durchgewechselt, wäre Barca-Arsenal was ähnliches wie Donezk gegen AS Rom, die Partie, die im Beiprogramm läuft. Zaunpfahl gesehen, Kalle, Uli? Ja? Dann kann ich ja aufhören zu winken.

Mittwoch dann Schalke-Valencia (Sat1 überträgt) und Tottenham-AC Milan, Donnerstag Villareal- Leverkusen in der Europa League (ebenfalls auf Sat1, 19 Uhr). Leverkusen könnte in dem Wettbewerb dieses Jahr ziemlich weit kommen. Ab Freitag die Bundesliga, wie gehabt.

Für die Kerle, die sich nicht für Fußball interessieren, sieht’s hingegen etwas trübe aus. Immerhin Biathlon-WM und radfahrende Apotheken bei Paris-Nizza (kann man beides auf Eurosport gucken).

Im Kino läuft am Donnerstag „Alles erlaubt – eine Woche ohne Regeln“ an. Ein Kerl darf es mit der Erlaubnis der Gattin noch mal krachen lassen, daraus resutliert die ein oder andere Verwicklung… die Parallelen zu „Hangover“ sind offensichtlich. Ganz so gut ist dieser Streifen nicht, aber immerhin haben die Farrelly-Brüder Regie geführt, das garantiert den ein oder anderen total geschmacklosen Gag. Muss man sich nicht reinziehen, kann man sich aber reinziehen. Es hilft, wenn man ein bißchen vorgeglüht hat.

Auf DVD erscheint „Das Ende ist mein Anfang„, gefühliges Intelektuellen-Kino über das Sterben der italienischen Journalisten-Legende Tiziano Terzani. Wer sich ein paar Gedanken über das Leben und Sterben machen will, kann diesen FIlm durchaus angucken, Kerle, die nach Unterhaltung suchen, sollten den Silberling meiden.

Bleibt das Fernsehen: Am Montag um 22 Uhr 15 kommt mal wieder eine Perle im Spielflim-Slot des ZDF: „Kein Mord bleibt ungesühnt„. Packender französischer Cop-Thriller, die Tochter eines Polizisten wird ermordert, der bekommt Zweifel, ob der für diesen Mord Verurteilte tatsächlich der Täter war. Sehr spannend.
Falls am Mittwoch um 22 Uhr 15 auf Schalke schon alles klar ist, sollte man zu Kabel 1 umschalten, da läuft die hochamüsante Splatter-Groteske „Cabin Fever“ von Eli Roth. Fleischfressender Virus trifft auf Studenten, die Studenten verlieren. Nix für schwache Mägen!
Am Sonnabend um 22 Uhr läuft auf arte das Schweizer (!) Box-Drama „In den Seilen“. Erfolgloser Boxer lässt sich auf illegale Fights ein, mit sehenswerter Action. Kann man durchaus reinzappen.
Und sollte tatsächlich wer „Stirb langsam 4.0“ noch nicht gesehen haben, kann er das Sonntagabend um 20 Uhr 15 auf RTL nachholen. Charmante Over-the-top-Action mit Bruce Willis, ein Höhepunkt des Alter-Sack-kann-es-noch-Genres. Yippie-ei-yay, Schweinebacke!

Viel Spaß, schöne Woche.

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de


Links der Woche (26.2. bis 4.3.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Auch wenn ein paar tausend Menschen zusehen und die TV-Kameras laufen…
vielleicht merkt’s ja doch keiner!

Charlie Harper auf Droge –
gespielt vom Experten (Sheen ist wirklich ein sehr, sehr guter Schauspieler)

Und wieder mal Wulffmorgenthaler:
Discount Bikini Car Wash

„Ich bin Romantiker!“
Interview mit Xavi (auf englisch)

So geht’s auch:
Neue Rasurtechniken (mit Dank an Stefan P. Wolf)

Zügiger Fahrstil… einmal Nordschleife mit Walter Röhrl!

Der coole Charlie

Jetzt steht er im Hemd da.

Seit Tagen wehre ich mich dagegen, etwas über Charlie Sheen zu schreiben. Weil letztlich nur eine moralinsaure Epistel dabei herauskommen kann, und sowas les ich nicht gern, und daher schreib ich‘s auch nicht gern. Nur Kerle wie Schopenhauer haben gern moralinsaure Episteln geschrieben, aber Schopenhauer hätte auch nach zwei, drei Minuten „Two And A Half Men“ nach 3sat oder arte rübergezappt.
Womit wir beim Thema wären. Fast alle Kerle mögen Charlie Sheen, bzw. die Rolle, die er in „Two And A Half Men“ spielt: Den Werbejingle-Komponisten Charlie Harper, der einen unglaublichen Schlag bei der Damenwelt hat, dem in jeder Situation ein cooler Spruch einfällt, der dazu steht, dass er schon mittags gern ein Bierchen einpfeift…
Charlie Sheen selber ist diesem Charlie Harper ziemlich ähnlich. Auch Sheen hat Schlag bei den Mädels, klopft gern lockere Sprüche und feiern geht er auch gern. Allerdings etwas heftiger als Harper.
Sheen ist alkoholkrank und hat regelmäßig Koks genommen, auch von anderen Drogen war die Rede, er ist mehrfach, wenn er hackedicht war, gegen Frauen gewalttätig geworden, wer’s genau wissen will, kann’s ja auf Sheens Wikipedia-Seite nachlesen.
Vor ein paar Wochen hat er (wieder paar Bier, bißchen Koks) ein Hotelzimmer zerlegt, eine Dame vom Escort-Service hatte sich in den Schrank verzogen, während Charlie die anderen Möbel neu designte. „Macht nix, bei der Arbeit bin ich stocknüchtern“, tönte Charlie, kehrte auf den Set von „Two And A Half Men“ zurück, lieferte ein, zwei Folgen ab und gin auf Entzug. Die Show wurde ausgesetzt, und, nachdem er ein Interview gegeben hat, indem er einige sehr, sehr unschöne Dinge über einen der Producer gesagt hat, vorläufig gecancelt.
Bei Facebook, Twitter und anderswo macht sich gerade die Ansicht breit, Charlie Sheen wäre den Leuten bei Warner’s oder sonstwo nicht „pc“ genug, es wäre eigentlich „vollkommen okay“ was er macht und sagt etc,. Charlie ist einfach ein Kerl, der hart arbeitet, das gute Leben genießt und genug Geld verdient hat, um kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn er ihn denn aufmacht.
Bullshit. Charlie Sheen ist eine arme Sau. Charlie Sheen ist nicht der erste drogen- und/oder alkoholkranke Schauspieler, den ich vergehen sehe. Erinnert sich noch wer an Harald Juhnke? Als er damals mit der Sechzehnjährigen ins Kempinski einzog, Pressekonferenzen im Bademantel gab und erhellende Sätze wie „Ich sauf mich tot wie Dean Martin“ sagte? Da hat die Presse auch berichtet, als gäbe es kein Morgen und einen kranken Mann als „dollen Hecht“ verkauft, um Auflage und Quote zu machen. Sheen ist Juhnke reloaded.
Und ihr, die ihr das so toll und cool findet, was der gute Charlie alles sagt: geht doch mal zu tmz.com, der Klatschseite, die von Sheen und seinen Eskapaden zu leben scheint, lest euch die Interviews durch bzw. hört sie euch gut an. Das ist weder cool noch toll, was Charlie Sheen zu sagen hat. Sondern einfach nur wirrer, an den Haaren herbeigezogener Scheiß.
Charlie Sheen hat keine Autoren mehr, die ihm die Pointen texten. Charlie Sheen trägt nur noch sich selbst zu Markte, und das ist nicht mehr viel. Das ist nur noch traurig.
Deshalb wollte ich diesen Text nicht schreiben. Weil ich Charlie Sheen wirklich mag. Den Charlie Sheen, der Charlie Harper spielt. Nicht den Charlie Sheen, der das spielt, was mal Charlie Sheen war.

Foto by Lachlan Hardy (under Creative Commons License)

Was liegt an? – 28.2. bis 6.3. 2011

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Letzte Woche konnte mann sich über eine klasse Fußballwoche freuen. Diese Woche ist „immerhin ein bisschen Fußball, sonst wär ja total tote Hose“. DFB-Pokal, Halbfinale! Morgen, am Dienstag, überträgt die ARD die Ermittlung des Final-Außenseiters. Wer darf gegen Schalke oder Bayern Beton ran, Duisburg oder Cottbus? Es spricht alles dafür, dass die beiden Teams schon mal die Final-Taktik ausprobieren und einen gepflegten Beton anrühren, wir dürfen uns auf ein Elfmeterschießen freuen.
Freuen. Auf ein Elfmeterschießen zwischen Duisburg und Cottbus. Quo vadis, Fußball?
Leider wird’s am Mittwoch auch nicht viel besser aussehen, obwohl dann Schalke und Bayern aufeinandertreffen. Oder besser weil Schalke und Bayern aufeinandertreffen. Beide Teams neben der Spur, verunsichert, ratlos, auf gar keinen Fall darf’s im Pokal schiefgehen, da spielen wir mal auf Sicherheit! Das zweite Elfmeterschießen droht, zum Kotzen.

Auf anderen Sportplätzen ist auch nicht viel los, die nordische Ski-WM in Oslo (Übertragungen bei Eurosport und ARD/ZDF) schleppt sich ihrem Ende entgegen, wir freuen uns auf erregende Zeitlupenaufnahmen von der 50-km-Langlauf-Strecke, der echte Sport-Masochist zappt jedoch am Wochenende rüber zu Sport1, Daviscup Kroatien-Deutschland, dass ist endgültig was für Fans, die gern dahin gehen, wo’s weh tut.

Ist denn wenigstens im Kino…? Da ist Rango. Rango ist ein Chamäleon mit der Körpersprache von Johnny Depp und der Mimik von Clint Eastwood. Rango wird Sheriff und… lassen wir das. Wenn man Kinder hat, kann man’s ja mal mit dem Viech versuchen.

Sollen wir uns dann ’ne schöne neue DVD holen? Lieber nicht. Am ehesten geht noch „Grindhouse Double Feature„, die Kollaboration von  Tarantino und Rodriguez, die als Double Feature in den USA herauskam und grausam floppte. Deshalb brachte man hier die Filme einzeln heraus,sie floppten benefalls, und jetzt versucht man’s mit einer DVD-Veröffentlichung als Double Feature. Alles klar? Warnung auch vor „Stichtag„. Selbst wenn Todd Phillips („The Hangover“) Regie geführt hat, Robert Downey jr. die Hauptrolle spielt und die Handlung mehrfach erfolgreich erprobt wurde, das Ding ist einfach nur nervig und unkomisch.

Bleiben wir also vor der Glotze hocken. Wer sich am Donnerstag bis 23 Uhr 30 wachhalten kann, schaue sich „Kurt Krömer – Die internationale Show“ an. Die neue Staffel hat letzte Woche recht vielversprechend begonnen. Freitag abend um 22 Uhr 30 auf RTL II: „Rumble in the Bronx„, herrlich hirnlose Jackie-Chan-Action, am Sonntag um 20 Uhr 15 sendet RTL für den jung gebliebenen Action-Freund „Transformers„, nicht mehr ganz so jung gebliebene Satire-Freunde schalten zur gleichen Zeit „Thank you for Smoking“ auf RTL II ein, schöne Komödie über einen für die Tabakindustrie tätigen Spin Doctor, der gleichzeitig ein verantwortungsbewußter Vater sein möchte.

Dann ist diese Woche um. Wir können uns jetzt schon auf die nächste freuen. Viel Spaß!

Links der Woche (19.2. bis 25.2.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Männerheimat irische Inseln.
Leben vor der Küste

Zuviel Internet…
Schöner xkcd-Cartoon

„Mein Bruder Scharlih…“
Ein Besuch bei Pierre Brice

Nochmal Irland…
Gaelic Football – härter als Rugby

Sehr, sehr schöner Nike-Werbespot mit Kobe Byant, Regie Robert Rodriguez!

http://www.youtube.com/watch?v=1TO4yeUIPWE

Astreine Fotos aus einer Geisterstadt
Bodie, das Meer der Sünde

Scheint mal ein Schleudertraining gemacht zu haben, dieser Ken Block.

Überleben im Dschungel der Großstadt: Freakshow oder eine Fahrt mit der U2

It's a jungle out there...

Sonntag 10.30 Uhr

Schönhauser Allee – ein Blick in den U-Bahn-Wagen, aha, rechts sitzt schon die sechsköpfige italienische Hostelmeute, gerade dem keimigen 15-Euro-Gemeinschaftsraum entronnen und ungeduscht schon die erste Bierpulle am endlos gackernden Hals, linker Seite die beiden Touristinnen aus New York, die sich in der irrigen Annahme, niemand würde sie hier verstehen, über diese fürchterlichen Deutschen auslassen („These german women look sooouuuu ugly masculine, I wonder how they can make so many babies here“), daneben die rosa Prollette, die mit ihren von dicken bunten Plastikfingernägeln verunstalteten Fettfingern ihren Kampfhund ohne Maulkorb festhält und von der ich jetzt schon weiß, dass sie am Alexanderplatz in die U5 Richtung Hönow umsteigen wird.
Hinten am Ende der Bank sitzt ein Exponat fehlgeschlagener Integration, präsentiert stolz sein neues Bushido-„Isch fick eusch alle dein Mudder sein Kopf“-mp3 auf seinem Handy und produziert geistesabwesend einen immer größer werdenden Spuckesee auf dem Boden, der langsam aber stetig in die italienische Hostel-Ecke schwappt, was diese aber kraft ihrer eitlen Schaustellerpose nicht bemerken. Zuletzt sitzt in der hinteren Ecke am Boden ein Bärtiger in seinem eigenen Erbrochenen, die Hose durchnässt von einer Flüssigkeit, von der zu hoffen ist, dass es nur Bier ist – die Brocken an seinem Bart erinnern vage an zu lange gedünstete Kartoffeln.

Hereinspaziert – eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt.

Eberswalder Straße – Mit einem „Ouuuuuuuh look at that, the horrible Kastanienallee, lets get outta there and see if we can get some one of this german Döner rubbish here” verlassen die Amerikanerinnen die Bahn. Es treten ein: Die seit Jahrzehnten von ihrem sozialen Umfeld gelangweilten Hipster mit Hauptstadtrocker-Shirt, die den Schuss nicht gehört haben und den Aufenthalt in diesem nur noch geographischen Zentrum von Prenzlauer Berg immer noch für cool halten, frisch herausgeschlurft aus dem Dr. Pong wo sie – weil sie viel zu cool zum Tischtennisspielen sind – die ganze Nacht mit der Bierpulle in der Ecke gestanden sind und mit einer hochgezogenen Augenbraue die Tischtennisspieler aus der westdeutschen Provinz beobachten haben. Jetzt in der Bahn geht es natürlich auch nicht ohne Bierpulle, es muss nämlich der Eindruck herrschen, dieser kleine Körper in seiner viel zu großen Jeans beherberge einen unkonventionellen und potenziell rebellischen Geist, der auf jeden Fall wichtig ist. Der dahinter eingetretene hirntote Typ mit Blaumann, Dirk-Niebel-Gedächtnismütze und Hornissen-Sonnenbrille, dem weiße Spuckeflocken am Mundwinkel antrocknen, begleitet ab sofort die Szenerie musikalisch mit der neuesten Rammstein-Scheibe aus dem iPod, den er so weit aufgedreht hat, dass mindestens die letzten drei übriggebliebenen Haarzellen in seinem Innenohr aber auf jeden Fall jeder hier im Waggon nun weiß, dass Til Lindemann gerade jemandem wehtut, was ihm nicht leidtut.

Senefelder Platz – Das Exponat fehlgeschlagener Integration merkt, dass es hier nicht nach Wedding geht und springt im Hechtsprung aus dem Waggon, nicht ohne panisch in seinen Spuckesee zu treten und einen Faden in Richtung Ausgang zu ziehen, Bushido fade out. Angerempelt hat er in seiner Hektik die einsteigende merkbefreite Brillenschlange mit schlechter Haut, die sich auf dem Weg zum Proseminar „Frauenforschung“ laut via Handy mit ihrer mindestens genauso hässlichen Kommilitonin über die Notwendigkeit einer Frauenquote bei Müllabfuhr, Kanalbau und beim Kommando-Spezialkräfte der Bundeswehr unterhält und dabei mit ihren vergammelten braunen Birkenstocklatschen in den Spuckesee tritt, dicht gefolgt vom ersten kulinarischen Beitrag der heutigen Fahrt in Form der stark verlebten Gelegenheitskünstlerin Irene aus Stuttgart-Zuffenhausen, die seit Jahren mit ihrer Selbstfindungsgalerie in der Kollwitzstraße dilettiert, heute mit frischem Döner von der billigen Stinkebude in der Hand – extra Zwiebeln, extra Knoblauch, extra ugly -, der innerhalb von Sekunden alle umliegenden Riechkolben für die nächsten Stunden kontaminiert. Ein abgerissener Typ mit abgerissenem Hund und nagelneuen Springerstiefeln erzählt derweil mit seiner Bratwurst mit Senf in der Hand, dass das Jobcenter ihm kein Geld geben will und er deshalb leider auf die Fahrgäste der U-Bahn zurückgreifen muss. Der Senf kleckert auf den Boden neben den Spuckesee. Die gelangweilten Hipster starren gelangweilt aus dem zerkratzten Fenster, wo außer Schwärze nichts zu sehen ist.

Rosa-Luxemburg-Platz – Bitte mehr kulinarische Beiträge zur heutigen U-Bahn-Fahrt, es riecht noch zu gut, denke ich, und – tatsächlich – es soll so sein: Auftritt der Freunde der örtlichen Trinkergenossenschaft rund um den letzten Späti hier, schwankend, die Tür erst anrempelnd dann anpöbelnd, schon wieder oder immer noch mit Pilsette am Hals, einer von denen mit Chinanudeln einer anderen Stinkebude in der Hand, von seiner Gabel fallen immer wieder fettbraune Nudelstücke auf den Spuckesee und lassen wabbelige braune Inselchen entstehen, hart am Limit die Jungs, wie jeden Tag, rotgesichtig, pockennarbig und bereits vor Betreten des Wagens so lautstark rülpsend und furzend, dass die Brillenschlange unsere kleine Fahrgemeinschaft urplötzlich panikartig verlässt und den Wagen wechselt. Missmutig schleicht ein blasses Techno-Opfer in der Rekonvaleszenzphase seines nächtlichen Drogentrips in den Wagen, die Kopfhörer auf jeder Seite größer als sein Kopf. Rammstein wird nun von Daft Punk begleitet.

Alexanderplatz – Die italienische Hostelmeute vermutet irrigerweise, dass es an diesem Ort etwas Nennenswertes zu sehen gibt und verlässt uns, drei Bierpullen nebst Biersee auf den schmierigen Sitzen hinterlassend, von diesen Pullen rollt eine in den Spuckesee und reichert diesen geschmacklich mit einem nicht ganz ausgetrunkenen Rest an und walzt den Spuckesee gleichzeitig ordentlich breit. Die rosa Prolette wackelt erwartungsgemäß hinter der Hostelmeute her, der Kampfhund kläfft nochmal in die Runde und fletscht seine fauligen Zähne. Dafür stoßen die immer noch besoffenen Punks aus ihrer Kommandozentrale am oberirdisch gelegenen Brunnen der Freundschaft mit ihren fünf stinkenden Hunden nun auf die Trinkergenossenschaft vom Rosa-Luxenburg-Platz. Sie mögen sich nicht, was in einem lautstarken leicht agressionsgeschwängerten Disput (Nazi! Zecke! Fascho! Penner!) zum Ausdruck kommt. Für gesteigerte musikalische Begleitung sorgt derweil eine rumänische Kombo mit Trompete und Ziehharmonika.

Klosterstraße – Niemand gibt Geld für Trompete und Ziehharmonika, die Rumänen beschimpfen daraufhin die Fahrgäste und werden von der sich provoziert fühlenden Trinkergenossenschaft, die sich von hier offenbar zum Abhängen am Spreeufer Richtung Jannowitzbrücke durchschlagen will, mit Fausthieben nach draußen komplimentiert. Einer der Punks bietet derweil eine zerrissene Obdachlosenzeitung feil und nötigt das verpeilte Techno-Opfer zu einem Kauf zum Solidaritätspreis von 5 Euro, ein mausgrauer Bürokrat von der angrenzenden Senatsverwaltung versucht die sich schließenden Türen wieder öffnen, er versagt und muss auf dem Bahnsteig bleiben. Der Spuckesee trocknet an den Rändern leicht an. Einer der Punks zündet sich seine wohlverdiente Kippe an. Ein wenig Spannung weicht aus der Luft.

Märkisches Museum – Noch mehr kulinarische Genüsse in der Bahn, einmal um die ganze Welt und zurück, nun Currywurst mit Pommes und ein Kaffee Togo, korrespondierend zu einer Dusche Laura Biagotti, all dies getragen von einer mittelmäßig attraktiven Blondine mit depressiv herunterhängenden Mundwinkeln, die noch bevor sie sitzt von einem der Punks gefragt wird, ob sie heute Abend schon was vor hat. Fauliger Bieratem mit unterschwelligem Kippenaroma gepaart mit einer akuten Grammatikschwäche scheinen die weibliche Zielperson in ihrer Gesamtkomposition abzuschrecken, der Kaffee kippt um und gesellt sich zu Bier und Spucke, die Blondine springt aus dem Wagen, der Rammstein-Hirntote im Blaumann isst die liegengebliebene Currywurst auf, die schwäbische Dönerkünstlerin hat bereits aufgegessen und stopft das Dönerpapier mit den Gemüseresten nun in die Ritze der Sitzbank, wobei dieses aufplatzt und das Gemüse freigibt.

Spittelmarkt – Inzwischen herrscht ein Dampf wie in einer ukrainischen Wandersauna, Schwaden von Döner, Currywurst, Kippenqualm, stinkenden Hunden und Chinanudeln durchwehen die Luft, einer der gelangweilten Hipster fasst sich ein Herz und macht ein Fenster auf, eine Oma tritt ein und macht es wieder zu. Der Hirntote im Blaumann steigt hier aus, lässt aber vorher noch die Currywurstpappe mit der Ketchupseite nach unten auf den braun-grauen Spuckebierkaffeesee fallen, der inzwischen aufgrund der Fahrbewegungen leichte Blasen schlägt und dessen Ausmaße fast die gesamte Breite des Durchgangs in Beschlag genommen haben, eine der Bierpullen ist zwischenzeitlich in einer Rechtskurve an der Wagenwand zerschellt und hat ihre Scherben mit der Hilfe von Schuhprofilen im Raum verteilt. Der Hirntote erbricht die Currywurst draußen am Bahnsteig auf eine Sitzbank.

Plötzlich betritt ein BVG-Mitarbeiter in Uniform den Wagen und die Zeit scheint kurz den Atem anzuhalten.

Tick.

Tack.

Schweigen.

Der Uniformierte schaut nach rechts, schaut nach links und

steigt ein paar Stationen weiter wieder aus.

Foto: Claudia Hautumm / pixelio.de

In der Serie “Überleben im Dschungel der Großstadt” begibt sich mike-o-rama für uns in die Wildnis Berlins und testet ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit Imbiss-Buden, Fast-Food-Restaurants, Supermärkte und Orte, die nie ein zurechnungsfähiger Mensch gesehen hat. Seine Berichte erscheinen auch auf dem Bewertungsportal qype.de.