[Dem Chris seine Filme] Berechenbarer als das Original: Pelé – der Film

peleSepp Herberger war nicht nur der Trainer, der das „Wunder von Bern“ herbei geführt hat. Herberger hat der Welt auch den vielleicht profundesten Fußball-Aphorismus überhaupt geschenkt. Nämlich als er auf die Frage „Warum, denken Sie, gehen die Menschen zum Fußball?“ wie aus der Pistole geschossen „Weil sie nicht wissen, wie‘s ausgeht.“ antwortete. Dieser scheinbare Allgemeinplatz charakterisiert jedoch auch das Dilemma, in dem Filmemacher stecken, wenn sie die Biographien großer Sportler realisieren. Wie gehen Sie damit um, dass die Leute – wie in diesem Fall, einem Film über die Ikone des Fußballs überhaupt, über Pelé – vorher schon sehr genau wissen, wie‘s ausgeht? weiterlesen…

Der beste Tunnel aller Zeiten

Foto: Peters, Hans / Anefo (Nationaal Archief Fotocollectie Anefo) [CC BY-SA 3.0 nl], via Wikimedia Commons

Foto: Peters, Hans / Anefo (Nationaal Archief Fotocollectie Anefo) [CC BY-SA 3.0 nl], via Wikimedia Commons

George Best war einer der besten Fußballspieler der Welt. Sogar Pelé hat einmal gesagt, dass er sich nicht sicher wäre, ob Best nicht doch ein bisschen besser wäre als er selbst. Nicht nur abseits des Platzes hat er als Exzentriker für reichlich Anekdotenstoff gesorgt, auch auf dem Spielfeld hat er viele Momente kreiiert, von denen wir Fans heute noch erzählen, 11 Jahre nach seinem Tod. Die beste Best-Anekdote stammt aus 1976 und betrifft Johan Cruyff. weiterlesen…

Schlägereien der Sonderklasse: Jackie Chan – mit einem Lächeln

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf „Männer unter sich“ gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Einer der letzten ganz großen Meister der ironischen Film-Prügelei ist – natürlich – Jackie Chan. Schon seine ersten Drunken-Master-Choreographien überzeugten durch ihren überzogenen Unernst, und er hat dieses Stilmittel über Jahrzehnte (!) perfektioniert und zu seinem persönlichen Trademark ausgebaut. Die heute vorgestellte Prügelei ist aus „Under Control„, einem eher ungewöhnlichen Jackie-Chan-Film (tatsächlich handelt es sich um einen kühnen Mix aus Martial Arts und RomCom), und die Prügelei ist – für Chan – ebenfalls außergewöhnlich.

Chan-Kenner haben es längst gemerkt: das Ungewöhnliche an dieser Chan-Prügelei ist ihr Minimalismus. Wo Chan sonst jedes Requisit nutzt, dass er nur bekommen kann, gehen er und sein Kontrahent in dieser Auseinandersetzung sehr puristisch aufeinander los. Handschuhe, that’s all, folks. Dass die Schlägerei trotz ihrer für Filmverhältnisse enormen Länge von fast zehn Minuten nicht lang erscheint, ist eh schon eine choreographische Meisterleistung. Dass es Chan ohne seine übliche Requisitenschlacht gelungen ist, eine typische Chan-Schlägerei mit den wiederkehrendenUps and Downs, dem zündenden Einfall und dem Sieg von Witz und Geist über die rohe Kraft zu kreieren, zeugt von seinem Ehrgeiz und Können. Wobei ich das Gefühl nicht loswerden, dass der Schlägerei eine Wette zu Grunde liegt: „Wetten, zehn Minuten ohne Gimmicks, nur mit Boxhandschuhen kriegst du nicht hin!“