[Dem Chris seine Filme] Die glorreichen Sieben – ein Mythos wird nachgeladen

7 Profis verkaufen ihr Können, ihr Wissen und ihre Feuerkraft. Und dieses eine Mal verkaufen sie nicht an den Höchstbietenden, sondern an die, die ihnen wirklich alles geben – nicht nur ihr Geld, sondern auch ihre Hoffnung und ihr Vertrauen. 7 Profis machen ein Dorf fit für den großen Showdown: Gut gegen Böse, Arm gegen Reich, Recht gegen Unrecht. 7 Profis geben gegen eine erdrückende Übermacht alles, um dieses eine Mal zu gewinnen. Nicht für sich selbst, sondern für die Zukunft eines Dorfs.

Jeder Western-Fan kennt diesen Plot, und jeder Western-Fan liebt den nach ihm gedrehten Film, „Die Glorreichen 7“, 1960 von John Sturges mit einem für einen Western beispiellosen Staraufgebot auf die Leinwand gebracht: Yul Brynner, Steve McQueen, Charles Bronson, Robert Vaughn, Horst Buchholz… Nicht jeder Western-Fan weiß, dass Sturges‘ die Handlung seines Epochal-Westerns einem japanischen Filmkunst-Klassiker entnommen hatte, „Die 7 Samurai“ von Akira Kurosawa aus 1954. 2017 ist nun das Remake des Remakes auf die Leinwand gekommen. Antoine Fuqua (Replacement Killers, Training Day, Shooter) hat auf dem Regiestuhl Platz genommen, Denzel Washington schlüpfte in die Yul-Brynner-Rolle und spielt den Revolverhelden Chisholm, der sich sechs Kollegen (u.a. Ethan Hawke und Chris Pratt) sucht, um die Kleinstadt Rose Creek aus dem Würgegriff des Gangster-Geschäftsmanns Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) und seiner rücksichtslosen Banditenhorde zu befreien.

Nach der ersten Ankündigung des Projekts war die Western-Fan-Gemeinde in zwei Lager gespalten: In diejenigen, die die Jahre, Monate und schließlich Stunden bis zur Kino-Premiere zählten, und in die Traditionalisten, die ein Remake aus Prinzip ablehnten: Wie soll man denn gegen dieses Denkmal der Westerngeschichte anstinken?

Ich gestehe, ich gehörte zur Traditionalistengruppe. Als der Film dann in die Kinos kam, hab ich‘s aber vor Neugier nicht ausgehalten und mir eine Karte gekauft. Und ich musste mich – zum Teil – revidieren. Das Remake des Remakes bietet solide, rasante Action-Unterhaltung. Fuqua hat erst gar nicht versucht, die „7“ des Originals nachzubauen, sondern hat eine neue Truppe von Charakteren zusammengestellt, die einen etwas über zwei Stunden lang in Atem halten. Was wörtlich zu verstehen ist: Fuqua erzählt seine Story extrem geradlinig: Die Dorfbewohner werden geschunden, treffen auf Chisholm, der stellt seine Truppe zusammen, die beginnen die Vorbereitung auf den großen Shootout, und dann geht das große Geballer auch schon los.

Ein derart mörderisches Tempo geht nicht ohne Kollateralschäden ab. Um Zeit für seine Action-Choreografien zu schaffen, hat Fuqua bei der Figurenentwicklung und bei den Spannungsbögen gestrafft: Für meinen Geschmack zu sehr. Die 2017er Sieben können vielleicht schneller ziehen, aber was Dichte und Dreidimensionalität der Charaktere angeht, sind McQueen, Bronson und Co. auch heute noch die deutlich größeren Kaliber.

Wobei derartige Vergleiche natürlich ebenso unfair wie sinnlos sind. Beide Filme haben Ihre Berechtigung, beide machen Spaß. Ob man die lässige, im Vergleich beinahe verspielt wirkende Version aus 1960 oder die deutlich düsterere, schnellere und kompromisslos moderne Version bevorzugt, bleibt einem selbst überlassen. Bei beiden Filmen sind die Popcorn-Kammern der 7-Shooter voll geladen, und ob Fuquas Film zu einem ähnlichen Mythos wird wie Sturges‘ Version, wird die Zeit zeigen.

Die glorreichen Sieben – Blu-ray

  • Darsteller: Denzel Washington, Chris Pratt, Ethan Hawke, Vincent D’Onofrio, Byung-hun Lee
  • Regisseur(e): Antoine Fuqua
  • Format: Dolby
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 7.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Sony Pictures Home Entertainment
  • Erscheinungstermin: 26. Januar 2017
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 133 Minuten

Gewinnspiel
Sony Entertainment hat uns eine Blu-.ray dieses Ausnahme-Westerns zur Verfügung gestellt, die dürfen wir an euch verlosen. Wie nehmt ihr an dem Gewinnspiel teil? Ganz einfach: Gebt einen Kommentar zu diesem Posting ab, in dem ihr uns euren persönlichen Lieblingswestern nennt. Eine kurze Begründung, warum gerade dieser >Western euch besonders gut gefällt, wäre nett, ist aber nicht Bedingung. Dafür habt ihr bis zum 3.3. 2017 24 Uhr Zeit, dann schließen wir die Kommentare. Sollten mehrere Kommentare agegeben worden sein, entscheidet das Los. Mitarbeiter von Sony Entertainment und nassrasur.com dürfen nicht teilnehmen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, viel Spaß!

Update:
Einsendeschluss, wir haben gelost. Tilman hat gewonnen. Wir danken allen Teilnehmern fürs Mitmachen.

 

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6 Kommentare zu [Dem Chris seine Filme] Die glorreichen Sieben – ein Mythos wird nachgeladen

  1. Carsten says:

    C’era una volta il West. Haben wir im Deutsch-LK in der Schule besprochen. Ein Meisterwerk.

  2. Tilman says:

    Zuerst fielen mir „High Noon“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ ein. Beides sind Meisterwerke. Aber ich entscheide mich für „Der Mann, der Liberty Valance erschoß“.
    (Achtung, Spoiler!)
    Einen derart gebrochenen Western, in dem der Held den Schuft aus dem Hinterhalt erschießt, findet man wohl kein zweites Mal. Und ausgerechnet John Wayne hat diese Rolle gespielt.
    Angesichts der jüngsten politischen Entwicklungen sind die in diesem Film aufgeworfenen Fragen m.E. wieder sehr aktuell. Wie sagt doch der Zeitungsverleger am Ende: „When the legend becomes fact, print the legend!“
    Darüber könnte man sich heute wieder trefflich streiten – und dabei vielleicht auch zu einer anderen Antwort kommen als 1962.

  3. platzger says:

    Sauschwere Entscheidung, aber meine Wahl fällt auf „2 glooreiche Halunken“.
    Der elend coole Eastwood, der dreckie Eli Wallach das mördermässige Gesicht von Lee van Cleef, untermalt mit der Musik von Ennio Morricone – ich kann mir den noch heute zum x-ten Male voller Freude anschauen.

  4. Dirk says:

    „Il grande silenzio“ ist mein Lieblingswestern. Jean-Louis Trintignant, Klaus Kinski und James Wolff spielen fantastisch. Und das Ende ist wirklich spektakulär!
    Zum Glück hat sich der damalige Produzent mit seinem alternativen Ende nicht durchsetzen können.

  5. sergio says:

    Die Rechte und die Linke Hand des Teufels.
    Weil ich den Film öfters gesehen als alle anderen Western.

  6. Patrick says:

    Hallo,
    Für ich ist es ganz klar „Spiel mir das Lied vom Tod“ 🙂 Es ist und bleibt ein Klassiker, den man sich unbedingt ansehen sollte, auch wenn man sonst von Western nicht so begeistert ist 🙂

    Würd mich über die Blu Ray sehr freuen 🙂

    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick