Schlägereien der Sonderklasse – Dekonstruktivismus mit Bud Spencer

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Bereits eins der letzten Postings unserer Filmschlägereien-Serie haben wir dem Bud-Spencer-Solo-Meisterwerk „Sie nannten ihn Mücke“ gewidmet, einem wunderbaren kleinen Prügelfilm, der sich konsequent der Wirklichkeit verweigert, sich selbst und das eigene Drehbuch nicht Ernst nimmt und dadurch einen Dekonstruktivismus vorweg nimmt, der erst viele Jahre nach der Entstehung des Mücke-Films in Mode kam. Schauen wir uns die nächste sehenswerte Schlägerei dieses Films an.

Eingeleitet wird sie durch den herrlichen Dialogsatz „Mit dem alten Trick konnte nicht mal Klaus Kinski in ‚Nobody‘ was werden!“, mit dem Spencer nicht nur seinen abwesenden Kumpel Terence Hill in den Film holt, sondern auch die Irrealität der folgenden Keilerei vorweg nimmt. Dann geht’s zur Sache, aber wie in einem Zeichentrickfilm. Wände werden durchbrochen, eine Bank zur Wippe umfunktioniert, Elektro-Schocks werden ausgeteilt. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn einer der bösen Buben durch die Wand geprügelt wird und in einer Waschmaschine landet, die ihre Funktionsfähigkeit behält und ihn gründlich einseift.

Was für ein herrlicher, sinnbefreiter Quatsch! „Alles nur Spaß“, ist Bud Spencers Statement. Nur Spaß? Die reine Freude.

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