Tour de France – 18. Etappe

Die letzten zwei Kilometer...

Heute zählt es. Bergankunft am Galibier. Es ist mit 2645 Metern die höchstgelegene Bergankunft an der je eine Tour-de-France-Etappe endete. Der Col du Granon mit 2413 Metern markierte seit 1986 den Rekord – das ist nun Geschichte.

Bergankünfte hatten wir bei dieser Tour zur Genüge. Was macht diese Etappe besonders? Nun, die Auffahrt zum Galibier ist zwar mit 23 Kilometern schon entsetzlich lang, aber mit durchschnittlich 4,9 Steigungsprozenten noch relativ moderat. Allerdings auf den letzten Kilometern vor dem Ziel wird es richtig steil.

Richtig steil sind auch die beiden Berge der Ehrenkategorie, die vor dem Galibier bezwungen werden müssen. Das Dach der Tour ist mit 2744 Metern in diesem Jahr der Col d’Angel. Er steht heute als erster Anstieg auf dem Programm. Die Anfahrt über die Ostrampe stand bislang noch nicht auf dem Tourprogramm. Bis Rennkilometer 106 ist es relativ harmlos, aber dann werden die Steigungsprozente der 23 Kilometer langen Rampe zweistellig bis zum Gipfel.

Casse Déserte

Der folgende Col d’Izoard ist zwar mit 14 Bergkilometern deutlich kürze, aber hier das selbe Bild: es fängt mit 5, 6 und 7 Prozent an bis es nach oben hinaus wieder zweistellig wird. Die Fahrer sind hier jenseits der Baumgrenze in einer Mondlandschaft, der Casse Déserte. Kleiner Lichtblick: Es gibt kurz vor dem Gipfel eine Miniabfahrt.

Es ist eine Jubiläumsetappe, denn der Galibier wurde vor 100 Jahren zum ersten Mal in das Programm der Tour aufgenommen. Es war der Lieblingsgipfel des ersten Tour-de-France-Direktors, Henri Desgranges. Ihm zu ehren wird hier oben auch ein Sonderpreis ausgewahren. Das mit 5000 EUR dotierte Souvenir-Henri-Desgrange. Der Directeur besang die erste Überfahrt so: «Oh, Sappey ! Oh, Laffrey ! Oh, col Bayard ! Oh, Tourmalet ! Je ne faillirai pas à mon devoir en proclamant qu’à côté du Galibier, vous êtes de la pâle et vulgaire bibine: devant ce géant, il n’y a plus qu’à tirer son bonnet et à saluer bien bas.» – Die anderen Berge sind blasse, schlichte Babys, aber vor dem Galibier muss man die Mütze ziehen und ganz demütig grüßen.

Und, weil es so schön ist, fährt die Tour morgen noch einmal drüber.

Fakten-Check:
Länge: 200,5 Kilometer. Profil: Hochalpin. Zwei Berge der Ehrenkategorie plus Bergankunft in der Ehrenkategorie am Galibier. Das Wetter könnte auch noch eine Rolle spielen. In den höchsten Lagen gab es in den letzten Tagen Schnee. Sollte das heute der Fall sein, wird der Kurs der Etappe geändert ggf. die Bergankunft nach unten verlegt. Wer gewinnt? Contador.

Bike-Check: Pflege
Was braucht man eigentlich? Nachdem ich allerlei Mittelchen ausprobiert habe kommt hier meine Liste: Schwamm, Spülie, Schlauch – paar Lappen vom Discounter. Das einzige was sich darüber hinaus bewährt hat ist ein Set mit unterschiedlichen Bürsten. Ansonsten ist es wie immer: Die ganzen Mittelchen halten nicht, was sie versprechen. Putzen ist und bleibt mühsam.

Banon

Fromage du Terroir1: Banon
Der Banon ist ein Käse aus Ziegenmilch, der mit Blättern von Eßkastanien umwickelt wird. er war übrigens der Lieblingskäse des Schriftstellers Jules Verne (In 80 Tagen um die Welt). Ein Rotwein aus der Haute-Provence passt gut. Wer lieber einen Weißwein probieren möchte, sollte einen Abymes probieren, der aus der regionalen Rebsorte Jacquère gekeltert wird.

Foto Galibier by Stephan Brunker (Eigenes Werk) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Foto Casse Deserte Stephan Brunker de de.wikipedia.org [GFDL ou CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Foto Banon by Abujoy (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

  1. “Comment voulez-vous gouverner un pays qui a deux cent quarante-six variétés de fromage?” – “Wie wollen Sie ein Land regieren, in dem es 246 Käsesorten gibt?”, fragte Charles de Gaulle, der erste Präsident der V. Republik. Das können wir von “Männer unter sich” natürlich auch nicht beantworten, aber wir stellen während die Tour läuft – passend zur Region – jeden Tag einen der kleinen Stinker vor.


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